Eishockey: Ice Aliens müssen ihren Weg finden

Eishockey : Ice Aliens müssen ihren Weg finden

Nach zwei durchwachsenen Spielzeiten steht erneut ein Umbruch beim Eishockey-Regionalligisten an.

Frühes Saisonaus, wenig Zuschauer und ein erneut bevorstehender Umbruch – die Stimmung bei den Ratinger Ice Aliens könnte insgesamt besser sein. Nach den drei Niederlagen gegen Diez und dem damit verbundenen Saisonende hat bei Rainer Merkelbach, Schatzmeister und starker Mann des Eishockey-Regionalligisten, die Analyse-Phase eingesetzt. In den nächsten Tagen werden sich die Verantwortlichen zusammensetzen und besprechen, wie die künftige Ausrichtung des Klubs sein soll. Erste Erkenntnisse dürften folgende sein:

Mannschaft Bei der Zusammenstellung des Teams bewiesen die Verantwortlichen kein glückliches Händchen. Die Abgänge von Benjamin Hanke und Thomas Dreischer konnten nie kompensiert werden. Fünf Spieler (Moritz Hofschen, Marvin Moch, Nick Pitsikoulis, Simon Migas und Haiko Hirsch) verließen den Klub im Laufe der Saison oder wurden gegangen, in Michal Plichta kam nur ein neuer. In der entscheidenden Saisonphase standen nur 16 Feldspieler zur Verfügung, von denen viele zu häufig beruflich oder aus anderen Gründen ausfielen.

Gerade auf der Ausländerposition klappte bei den Aliens nichts. Nick Pitsikoulis hatte nicht die geforderte Qualität, Luka Petelin verschwand nach einem Spiel wieder – und auch Plichta war unsichtbar, als es drauf ankam. „Wir müssen uns eingestehen, dass Ausländer für wenig Geld nicht funktionieren“, sagt Merkelbach. Für qualitativ hochwertige Kontingentspieler fehlt aber das Geld. Klar ist: „Es wird wohl wieder einen Umbruch in der Größenordnung des Vorjahres geben“, sagt Merkelbach. Der Klub muss eine bessere Balance zwischen guten, teureren Spielern für die ersten beiden Reihen sowie jungen, günstigen Talenten für die Reihen drei und vier finden. Keine einfache Aufgabe, zumal es nur wenig Spieler im Regionaliga-Pool gibt.

Trainer Krystian Sikorski ist technisch und taktisch ein guter Trainer. Mit der Aliens-Mannschaft stieß er manchmal jedoch an seine Grenzen. „Vielleicht hätte ich auch mal härter durchgreifen müssen“, sagt er. Was aber angesichts des dünnen Kaders schwierig war – schließlich gingen die Aliens so schon oft genug personell auf dem Zahnfleisch. Sikorski hat insgesamt aus den vorhanden Mitteln vielleicht nicht das Optimum herausgeholt – mehr war allerdings auch schwierig.

Umfeld Die Aliens haben immer noch keinen ersten Vorsitzenden. Und das merkt man. Rainer Merkelbach verdient größten Respekt, schließlich leistet er einen Großteil der Arbeit hinter den Kulissen mit seinen verbliebenen Mitstreitern. „Einen neuen Vorsitzenden sehe ich allerdings gerade nicht“, sagt er. Man bemerkt seine Enttäuschung: „Es ist schwer, einen Vorsitzenden zu finden, es ist schwer, Sponsoren zu finden. Gibt es niemanden in Ratingen, dem das Eishockey am Herzen liegt? Natürlich würden wir gerne gute Ausländer verpflichten, um in der kommenden Saison eine gute Rolle zu spielen. Aber ohne Geldgeber wird das nichts.“ Zumal die finanzielle Situation nicht rosig ist: „Klar ist, dass diese Saison mit einem Minus endet“, sagt Merkelbach. „Man darf außerdem nicht vergessen, dass wir nicht nur eine erste Mannschaft haben. Unsere Frauen steigen wahrscheinlich in die Zweite Bundesliga auf, wir haben in jeder Jugend-Klasse ein Team in der Regionalliga. Abgesehen von den DEL-Vereinen ist kaum eine Mannschaft in NRW so breit aufgestellt wie wir.“ Und das bindet natürlich auch Ressourcen innerhalb des Klubs, die fairerweise nicht für die erste Mannschaft verwendet werden.

So bleibt die Erkenntnis: Sollte sich im Umfeld der Aliens nichts grundlegendes verändern durch neue Geldgeber und einen neuen Vorsitzenden, wird die erste Mannschaft vorerst keine sportlich vorherrschende Rolle in der Liga spielen können.

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