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Eishockey: Ice Aliens machen es sich selber schwer

Eishockey : Ice Aliens machen es sich selber schwer

Der Eishockey-Regionalligist schlägt zwar Konkurrent Dinslaken 5:3, bis zum Sieg ist es jedoch ein hartes Stück Arbeit.

Als die Schlusssirene im Eisstadion am Sandbach ertönte, war der Jubel bei den Ratinger Ice Aliens verhalten. Die Außerirdischen hatten durch einen 5:3 (2:0, 1:3, 2:0)-Sieg gegen die Dinslakener Kobras zwar Platz fünf der Regionalliga West von den Gästen ergattert, mussten sich jedoch hinterfragen, warum sie sich das Leben so schwer gemacht hatten. „Das war eine sehr schwere Geburt“, sagte Aliens-Trainer Krystian Sikorski: „Wenn der Patient schon tot ist, dann soll man ihn nicht wach machen. Gott sei Dank haben wir die Kurve noch bekommen.“

Dabei hatte der Abend für die Hausherren nach Maß begonnen. Bereits nach 60 Sekunden durfte der Großteil der 259 Zuschauer zum ersten Mal jubeln. Kapitän Dennis Fischbuch hatte nach einem ungestörten Sololauf durchs Dinslakener Drittel Gäste-Goalie Marvin Frenzel mit einer feinen Bewegung aussteigen lassen und den Puck eiskalt eingenetzt. Sehr konzentrierte und laufbereite Aliens gegen völlig neben sich stehende Kobras hieß es zu Beginn. So war es alles andere als überraschend, dass Youngster Stefan Traut nur knapp zwei Minuten später den zweiten Treffer nachlegte. Verteidiger Sven Gotzsch hatte den 20-Jährigen mustergültig im Slot bedient.

Nachdem Michal Plichta und Maximilian Bleyer gute Chancen, frühzeitig weiter zu erhöhen, liegengelassen hatten, kamen die Gäste Mitte des ersten Abschnitts zur einzig nennenswerten Aktion in einem aus Gäste-Sicht völlig indiskutablen Anfangsdrittel. Gegen Dinslakens insgesamt auffälligsten Akteur, Leon Taraschewski, reagierte der ins Aliens-Gehäuse zurückgekehrte Christoph Oster zweimal glänzend.

Was nach der Pause passierte, dürften einzig Sikorskis Mannen wissen und vor allem erklären können. Von dem Schwung und dem spielerisch sehenswerten Auftritt der ersten 20 Minuten war von jetzt auf gleich nichts mehr übrig. Der katastrophale Auftritt der Außerirdischen wurde von den Kobras folgerichtig bestraft: Stefan Dreyer fand mit einem Pass vor das Tor Philipp Heffler, der die Scheibe direkt einnetzte (26.). Nur eine Minute später schob Henrik Müller den frei vor ihm liegenden Puck ins leere Tor zum Ausgleich für die Gäste ein, nachdem Oster nach einer Parade mit dem Schoner die Scheibe aus den Augen verloren hatte.

Und es kam noch schlimmer. Erneut nach einem Abpraller schalteten die Gäste in Form von Taraschewski (37.) am schnellsten und hatten die Partie gedreht. Da Alexander Schneider nur 33 Sekunden später mit einem Schuss aus sehr spitzem Winkel für die Aliens erfolgreich war, ging es mit einem schmeichelhaften 3:3 in die Pause. In dieser schien Coach Sikorski die richtigen Worte gefunden zu haben. Die Begegnung im letzten Drittel zwar sehr zehrfahren, die Außerirdischen jedoch mit einigen guten Möglichkeiten, die nicht genutzt wurden.

Nachdem Oster mit einer überragenden Parade gegen Heffler die erneute Dinslakener Führung verhindert hatte (56.), zimmerte Maximilian Bleyer zwei Minuten später die Scheibe im Powerplay oben links in den Winkel. 51 Sekunden vor dem Ende erlöste Dustin Schumacher die Aliens mit seinem Empty-Net-Goal von der eigenen blauen Linie. „Man muss am Ende zufrieden sein mit den drei Punkten. Es war wichtig und vielleicht ein gutes Omen, so ein Spiel zu gewinnen“, betonte Sikorski.

Die Partie der Aliens beim Neusser EV war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet.