Lokalsport: Ice Aliens haben einen neuen Trainer

Lokalsport: Ice Aliens haben einen neuen Trainer

Krystian Sikorski wechselt von Dinslaken an den Sandbach. Mit seiner Verpflichtung wagt der Klub den Neustart.

Die Ice Aliens haben sich für einen Neustart auf der Trainerbank entschieden. Krystian Sikorski wechselt von den Kobras aus Dinslaken als neuer Trainer an den Sandbach. Der gebürtige Pole hatte die Kobras vergangene Saison überraschend auf Rang sechs in die Play-offs geführt.

"Ich freue mich sehr, nach Ratingen zu kommen, das ist ein Standort mit viel Eishockey-Tradition", betont der 57-Jährige. Die Verpflichtung des früheren polnischen Nationalspielers und zweifachen Olympiateilnehmers wurde bewusst entschieden, betont Rainer Merkelbach, Schatzmeister der Aliens: "Wir wollten einen Trainer ohne Stallgeruch, jemanden von außen, der wirklich unbelastet an die Aufgabe herangehen kann."

Auf Sikorski, der als Trainer bereits in der Regional- und Oberliga tätig war, wartet nach der abgelaufenen Saison durchaus Arbeit. Die Mannschaft war in Grüppchen zerfallen, einige Spieler agierten auch unter ihrem üblichen Leistungsniveau. "Ich werde Spieler nach ihrer sportlichen Qualität bewerten", sagt Sikorski. Der neue Trainer ist bereits in die Personalentscheidungen für die neue Saison eingebunden. In diesen Tagen führt Merkelbach einige Gespräche mit Spielern über neue Verträge - oder um sie in Kenntnis zu setzen, dass sie künftig am Sandbach keine Rolle mehr spielen werden. Aus dem Kader der vergangenen Saison hat einzig Torhüter Christoph Oster schon einen Vertrag. "Wir haben auch bereits mündliche Zusagen von neuen Spielern bekommen", sagt Sikorski. "Mir ist wichtig, dass wir in der kommenden Saison eine Mannschaft auf dem Eis haben, die auch wirklich als Team agiert. Disziplin, gepaart mit Menschlichkeit, ist für mich das A und O. Jeder muss sich der Mannschaft unterordnen."

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Maßgeblich an der Verpflichtung des neuen Trainers beteiligt war Christian Müller, der nicht nur auf, sondern auch neben dem Eis immer mehr Verantwortung übernehmen will. Er hatte einst in Herne unter Sikorski trainiert und lobend von ihm berichtet. "Der erste Kontakt zu Ratingen kam im Dezember zustande", erzählt der Pole, "da wurde ich gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte. Nach der Saison ging dann jetzt alles recht schnell."

Gerne hätte Sikorski auch Kevin Wilson mit zurück an den Sandbach gebracht. Der Stürmer, vor zwei Jahren aus Ratingen nach Dinslaken gewechselt, hatte jedoch bereits einen Vertrag in Neuwied unterschrieben. Ob er den jedoch einhalten möchte, steht in den Sternen. Denn im Eishockey-Unterbau ist gerade eine Menge Bewegung. Der Vertrag zwischen dem nordrhein-westfälischen Eishockeyverband (EHV) und seinem Pendant in Hessen ist ausgelaufen - weshalb fraglich ist, ob Teams wie Finalist Diez-Limburg, Lauterbach oder Neuwied künftig in der Regionalliga West auflaufen werden.

Die NRW-Verantwortlichen sind mit Vertretern der BeNeLeague aus Niederlande und Belgien im Gespräch und loten die Möglichkeiten einer gemeinsamen Liga mit den sechs NR-Vertretern sowie acht bis zehn Teams aus den beiden Nachbarländern aus. "Das ist sehr spannend", sagt Merkelbach. "Somit könnten wir die Basis der Vereine verbreitern und würden den Fans wieder neue Gegner bieten." Sikorski glaubt, dass sich abhängig vom Ausgang der Gespräche noch eine Menge auf dem Spielermarkt tun wird - weshalb nichts überstürzt wird. "Wir wollen Ende Mai ein Grundgerüst stehen haben", betont Merkelbach.

(RP)