Eishockey: Ice Aliens fliegen sieglos aus den Play-offs

Eishockey : Ice Aliens fliegen sieglos aus den Play-offs

Die Saison des Eishockey-Regionalligisten ist vorbei. In Diez-Limburg verlieren die dezimierten Ratinger 2:7.

Sommerpause im Februar – für die Ratinger Ice Aliens ist der Albtraum eines jeden Eishockeyspielers Wirklichkeit geworden. Der Eishockey-Regionalligist verliert auch Spiel drei gegen die EG Diez-Limburg und fliegt nach der deutlichen 2:7 (0:1, 2:1, 0:6)-Packung aus den Play-offs.

Dabei war Spiel drei erneut eine Duplizität der Ereignisse. Zwei Drittel lang zeigte eine extrem dezimierte Ratinger Mannschaft (nur elf Feldspieler waren mit nach Diez gereist) eine überragende Leistung, führte 2:1 – um dann im Schlussdrittel, wie schon so oft zuvor, alles herzuschenken. Die Ratinger verbrachten den halben Schlussabschnitt auf der Strafbank und ließen sich noch sechs Tore einschenken. „Das ist für mich unbegreiflich“, sagt Trainer Krystian Sikorski. „Wir waren in drei Spielen jeweils zwei Drittel die bessere Mannschaft und fliegen trotzdem so raus. Wir haben alles in eigener Hand gehabt.“

Man darf allerdings schon die Frage stellen, wie es sein kann, dass im entscheidenden Saisonspiel nur fünf Verteidiger und sechs Stürmer zur Verfügung stehen. „Wir hatten einige Kranke und Spieler, die arbeiten mussten“, sagte Sikorski. Die Frage ist nur: Wer sich nicht für ein Play-off-Spiel freinehmen möchte oder kann – wann dann?

Nach einem 0:1-Rückstand im ersten Drittel drehten Marvin Cohut und Simon Klemmer die Partie im Mitteldrittel mit zwei Treffern. Doch dann geschah, wie so oft, das Unbegreifliche. In nur zweieinhalb Minuten im Schlussabschnitt drehte Diez das Spiel zum 3:2, vier Minuten später stand es gar 4:2. Nun folgte Strafzeit auf Strafzeit bei den Ratingern, die kaum noch komplett auf dem Eis stehen durften.

„Ich schimpfe nie über die Schiedsrichter“, betont Sikorski. „Aber das Gespann hat uns jede Chance genommen. Bei kleinsten Berührungen landeten wir auf der Strafbank, während der Gegner fast machen konnte, was er wollte. Allerdings will ich die Schuld nicht auf die Schiedsrichter schieben – wer so spielt wie wir im letzten Drittel, der hat es auch nicht verdient.“

Den Ausschlag in der Serie gaben aber, wie so oft in dieser Saison, die Kontingentspieler. Während Michal Plichta, der einzig verbliebene Ausländer bei den Aliens, in der Viertelfinalserie auf exakt eine Vorlage kam, schossen die Ausländer der „Rockets“ die Ratinger in Grund und Boden. „Ohne Kontispieler kannst du in dieser Liga nichts mehr reißen“; betont Sikorski. Gerade in der Hinsicht haben die Ratinger mit den Verpflichtungen von Nick Pitsikoulis, der fast nie beim Training war und deshalb einfach nicht in der körperlichen Verfassung war, den Aliens zu helfen, oder Luka Petelin, der nach einem Spiel genug hatte, alles andere als ein glückliches Händchen.

Nun heißt es für die Ratinger, die Wunden zu lecken. Sikorski wird sich in dieser Woche mit dem Vorstand treffen, um den weiteren Weg zu beraten. Ob der Trainer auch in der kommenden Saison an der Bande stehen wird, ist noch offen. „Wir müssen einiges ändern im Verein“, betont Sikorski. „Es gibt leider zu Spieler, die machen, was sie wollen. Wir haben so viele Punkte in dieser Saison liegen lassen, weil Spieler keine Lust hatten, mit auswärts zu fahren.“ Es deutet sich ein großer Umbruch bei den Aliens an. Der scheint nach insgesamt zwei mehr oder weniger verlorenen Spielzeiten allerdings unausweichlich.

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