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HSG Düsseldorf/Neuss II empfängt in der Oberliga den TV Angermund

Handball : Erstmals gönnt Uli Richter dem TVA die Punkte nicht

Zwar ist er noch Vorstandsmitglied der Angermunder, aber nun ist Uli Richter auch Trainer des Handball-Oberligisten HSG Neuss/Düsseldorf II. Am heutigen Freitagabend gibt es das Duell in der Liga, es ist Richters erstes Aufeinandertreffen mit seinem Herzensklub, doch beide Teams brauchen die Punkte.

Eigentlich wollte Uli Richter in diesem Sommer eine längere Trainerpause einlegen. Die jahrelange Arbeit für seinen TV Angermund kostete viel Kraft. Aber er half noch mit bei der Suche eines guten Nachfolgers, der mit Eric Busch auch gefunden wurde, und trug erheblich bei zur Zusammenstellung der neuen Oberliga-Mannschaft. Dem Vorstand am Freiheitshagen gehört er unvermindert an, und wenn er irgendwie gebraucht wird, steht er, neben seinem Vater Wolfgang, an führender Stelle.

Als im Spätsommer in allen Handball-Vereinen die Saisonvorbereitung begann, da kam die Traineranfrage von der HSG Neuss/ Düsseldorf II. Ebenfalls Oberliga, also ein direkter Konkurrent seines TVA. Richter, am Silvestertag wird er 34, sagte zu und übernahm ein Himmelsfahrtskommando. Auch wenige Tage vor einem Spiel weiß er nie genau, welche Akteure ihm zur Verfügung stehen. Seine Truppe ist Letzter, die letzten sieben Spiele gingen komplett verloren, aber das wundert niemanden, der sich etwas mit dem lokalen Handball auskennt. Und am heutigen Freitagabend, 20.30 Uhr, Anton-Kux-Straße in Neuss, ist der TV Angermund bei ihm zu Gast. Es ist ein Nachholspiel, der TVA ist Vorletzter, er hat drei Punkte auf dem Konto, die Neusser haben nur deren zwei. Immerhin bietet sich dem Sieger die Riesenchance, den Keller zu verlassen, denn Aufderhöhe und HSG Hiesfeld stehen nur einen Zähler besser. Zumindest der TVA kann dort vorbeiziehen im letzten Spiel des Jahres.

„Am Freitag wird alles beiseite gestellt, was ich mit dem TV Angermund zu tun habe“, sagt Uli Richter. „Klar, es ist eine komische Situation, erstmals in meinem Leben geht es gegen den TVA, aber das ist völlig unbedeutend. Und dass wir weg wollen unten vom Tabellenende, das muss wohl nicht gesondert erklärt werden.“ Sonderlichen Druck für den Kaiserswerther gibt es nicht, in der Vereinsführung ist man glücklich, einen so profilierten Trainer zu haben.

Ganz anders ist die Lage beim TVA, der zuletzt sechs Niederlage kassierte. Bis tief in die zweite Hälfte hielten die Blau-Weißen stets bestens mit, aber dann gingen die Punkte immer auf des Gegners Konto. Jetzt soll nach Hiesfeld der zweite Saisonsieg her. „Wir müssen dazu alles abrufen“, sagt Trainer Busch. „Aber auch die Neusser werden alles reinwerfen.“ Klar, kein Handballer auf diesem Erdball fühlt sich wohl im Tabellenkeller. Beim TVA ist Oliver von Ritter nicht dabei, ob er gesperrt bleibt, ist unklar, der umgehend eingelegte Protest ist nicht entschieden, aber der Urlaub hat für den erfahrenen Linkshänder Vorrang. Dabei ist aber Julian Duval, dessen Sperre abgelaufen ist. Busch kann nun endlich in der Mitte variieren. Dort spielte zuletzt Björn Thanscheidt, der aber ein Jahr pausiert hat (Kreuzbandriss) und lange Einsatzzeiten noch nicht recht verkraftet.