Eishockey: Höveler erzielt die Führung

Eishockey : Höveler erzielt die Führung

Die Ice Aliens verlieren gegen den Top-Favoriten Löwen Frankfurt mit 1:17. Stammtorwart Bastian Jakob fällt aus, Verteidiger Dustin Schumacher fliegt die Schulter raus.

Am späten Abend vor dem Spiel hatten die Aliens bereits einen empfindlichen Nackenschlag kassiert. Kurz vor Trainingsende schoss Jan Philipp Priebsch auf das Tor, Bastian Jakob ging runter und schrie vor Schmerzen auf. Der Verdacht auf einen Muskelriss im linken Adduktorenbereich erhärtete sich glücklicherweise nicht. "Es ist nur eine Zerrung", meinte der Keeper, der gestern Abend auf der Tribüne saß. "Ich muss mich jetzt schonen, aber am Donnerstag will ich wieder aufs Eis gehen und am Freitag spielen."

Ausgerechnet die Nummer eins der Aliens, die gegen die übermächtigen Frankfurter so dringend benötigt worden wäre, fehlte also gestern. So blieb dem Coach nichts anderes übrig, als mit Rene Dömges einen Junior zwischen die Pfosten zu stellen. Wie würde er das verkraften – zunächst sportlich, dann seelisch?

Die Ratinger begannen an diesem extrem warmen Spätsommerabend, der in den Biergarten und weniger in die Eishalle lockte, überraschend stark. Sie agierten in den ersten Minuten diszipliniert und natürlich sehr defensiv. Wie lange würde das gut gehen? Nach 37 Sekunden parierte Dömges den ersten Hammer von Breiter. Doch die zweite Chance des Spiels hatten überraschend die Gastgeber. Maximilian Bleyer glückte ein Break, scheiterte aber an Löwen-Keeper Kremer.

Nach 4:40 Minuten aber war die Überraschung perfekt. Die Aliens gingen in Führung! Beim Spiel vier gegen vier lief Marc Höveler das zweite Break des Abends und schloss eiskalt ab. Was war das für eine Freude auf dem Eis und auf den Rängen. Der David hatte gegen den Goliath doch tatsächlich einen Stich gemacht. Es war erst das neunte Gegentor im sechsten Spiel, das die Hessen hinnehmen mussten. Mehr noch, es war das erste Mal in dieser Saison, dass die Löwen in Rückstand gerieten. Die Fans der Aliens nahmen es mit Humor, denn sie wussten, was in den nächsten Minuten folgen würde. "Nur noch 19, nur noch 19", riefen sie. Natürlich antworteten die Gäste mit wütenden Angriffen. Immerhin drei weitere Minuten hielt die Ratinger Bastion, ehe sie sich in Unterzahl erstmals geschlagen geben mussten.

Nach zehn Minuten entwickelte sich dann das Spiel, das alle erwartet hatten. Die Gäste waren zu schnell und zu stark. Das war meist auch der Grund für Strafzeiten: es waren keine bösen Fouls, sondern die Aliens kamen einen Schritt zu spät. Prompt sangen die Ratinger Fans: "Ohne Schiri würden wir noch führ."

Engagement und Vielseitigkeit sind bei den Außeriridischen gefragt. Der Vorsitzende Kay Adam, von Beruf Zahnarzt, vertrat diesmal Mannschaftsarzt Horst Buder und hatte gleich etwas zu tun. Als Dustin Schumacher im ersten Drittel wieder einmal die Schulter rausflog, renkte sie Kay Adam wieder ein, quaddelte den Verteidiger, der dann tapfer weiterspielte. Das linderte zumindest den körperlichen Schmerz.

(RP)