Fussball: Heiligenhaus erwägt kompletten Neustart

Fussball : Heiligenhaus erwägt kompletten Neustart

Keine Spieler, kein Trainer, kein Sportlicher Leiter – der Fußball-Landesligist ist am Boden.

Es herrscht immer noch keine Klarheit, wie es beim Fußball-Landesligisten SSVg Heiligenhaus nach der Sommerpause weiter geht. Der langjährige Sportliche Leiter Fabio Falco hat zum 30. Juni seinen Rücktritt erklärt, weil er, wie er es nennt, keinen Nenner mit dem neuen Vorstand findet, und bei einem Neuaufbau über die Kreisliga würde er ohnehin niemals zur Verfügung stehen. Das hat er schon vor geraumer Zeit erklärt. Auch Bernd Rotthoff, der Jugendleiter, gab seinen Rücktritt bekannt. Das alles schmerzt zusätzlich zu den endlosen Sorgen an der Talburgstraße.

Nun hängt alles an Manfred Müller, dem neuen Vorsitzenden. Der 52-Jährige hat durchaus Pläne, wie die Zukunft aussehen könnte. Er plant mit dem bisherigen Co-Trainer Gizm Rexhaj als neuem Cheftrainer, der gab aber noch keine Zusage, und zudem hat Müller mit einigen Spieler gesprochen, die kommen könnten. „Ich muss jetzt alles selbst in die Hand nehmen“, so der SSVg-Chef. „Es steht sehr viel Arbeit an .Viel liegt mir an der Jugend, sie mehr zu fördern.“

Dass die SSVg durch ein tiefes Tal gehen wird, das steht fest. Vom derzeitigen Kader bleibt kein einziger Spieler und für den Kapitän Philipp Horn steht deshalb fest: „Weiter in der Landesliga oder bei Abstieg in der Bezirksliga zu spielen, das bezeichne ich als Selbstmord. Für mich gibt es nur einen Weg - den in die Kreisliga B.“

Am Sonntag steht das vorletzte Landesliga-Heimspiel an, das Kellerkind MSV Düsseldorf kommt an die Talburgstraße. Bei einem Heimsieg würden die SSVg-Cracks ihren Vorsprung auf sechs Punkte ausbauen, die Liga wäre damit sportlich fast schon gesichert. Die Frage wäre nur, was ein solcher Sieg dann wert wäre.

Seit Wochen befindet sich Ahmet Tepebas in bestechender Form. Ein rundherum netter Junge, in Heiligenhaus groß geworden, Vollblutstürmer. „Wir können diesen MSV bezwingen, wir sind stark genug, und das wollen wir auch“, sagt der 21-Jährige. Ihn quälen dennoch Sorgen. Es ist Ramadan. Und daran hält sich der Krankenhaus-Angestellte (Azubi).  Doch er gibt Entwarnung. „Unser Trainer Imre Renji muss sich dennoch kaum Sorgen machen, ich verkrafte das. Das habe ich schon zuletzt in Kapellen gezeigt, auch da hatte ich gefastet. So wird es auch am Sonntag sein, ich bin bestens drauf.“ Schließlich hat Tepebas mit 30 Einsätzen die meisten der gesamten Mannschaft. Fünf Tore hat er bisher erzielt, sieben Torvorlagen kommen dazu. In der kommenden Saison stürmt er wahrscheinlich für den derzeitigen Liga-Rivalen TVD Velbert, denn dessen Manager Michael Kirschner, der Ex-Lintorfer, will ihn unbedingt verpflichten.

Philipp Horn, ebenfalls Ur-Heiligenhauser, weiß noch nicht, wo seine Wege hinführen. „Wir werden uns jedenfalls im vorletzten Heimspiel gegen diese Düsseldorfer, ein recht unangenehmer und ruppiger Gegner, als Mannschaft anständig verabschieden“, sagt der 31-jährige Außenverteidiger, der beruflich im Gesundheitswesen tätig ist.

Rot-Weiß Lintorf hätte ihn zur neuen Saison gerne verpflichtet, aber das lehnte er ab, er wird nach seinem Heiligenhaus-Gastspiel wohl erst einmal eine längere Fußball-Pause einlegen. Aber die Stiefel ganz an den Nagel zu hängen, dazu fühlt er sichnoch viel zu jung.

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