1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen
  4. Lokalsport

Handballer zeigen alte Fotos auf Facebook Teil 2

Essay Facebook-Challenge, Teil 2 : „Jedes Wochenende war ein Fest“

Zehn Handballer aus der Region stellen ihre Lieblingsbilder vor, die sie bei der Facebook-Challenge gepostet haben. Ihre Zusendungen kamen von Ratingen über Bad Herrenalb bis aus Australien.

Die Herausforderung im sozialen Netzwerk Facebook, dass Sportler alte Bilder von sich posten sollen, hilft in der Corona-Krise die Zeit zu versüßen. In unserem zweiten Teil der Serie dazu gibt es noch ein paar Erklärungen zu den zehn Weggefährten von mir, die Sie in der Bildergalerie im zweiten Absatz finden. Es sind Zusendungen von Ratingen über Bad Herrenalb bis nach Australien dabei, die Bildergalerie kann bis 7. Mai aktualisiert werden.

Peter Zündorf Wer „Pitter“ nicht kennt, hat in den vergangenen 30 Jahren nichts mit Handball in Ratingen am Hut gehabt. Der ehemalige Linksaußen ist immer noch steter Begleiter des TuS 08 Lintorf, ist in seinem Stadtteil auch im Brauchtum verankert. Wir haben nur kurz bei der HSG Ratingen/Lintorf zusammengespielt, weil ich ein halbes Jahr später aufgehört habe. Wir haben wahrscheinlich sehr viel öfter gegen- als miteinander gespielt. Einmal aber zusammen gegen den damaligen Bundesligisten HSG Nordhorn in einem Freundschaftsspiel, bei dem wir beide bedauern, dass wir davon keine Aufnahmen finden konnten.

Mark Dreher Mark hatte als Halblinker beim Turnerbund 08 Ratingen einen regelrechten Schleuderwurf – er hat eigentlich nie über den Block, sondern immer daran vorbei geworfen. Aber oft erfolgreich. Ich habe im Training irgendwann mal meinen Blockversuch umgestellt, indem ich einfach die Arme zur Seite ausgestreckt habe – als Ergebnis ist Mark mit seinem Wurfarm in der Luft noch tiefer runter gegangen, um wieder am Block vorbeizukommen. Einmal hat er einen Siebenmeter ins Seitenaus geworfen – er wird dafür noch heute gerne geneckt.

Benny Daser Mit Benny habe ich in der Jugend beim ART Düsseldorf gespielt – ich habe selten jemanden gesehen, der sich im Eins-gegen-Eins so geschickt einhaken konnte, dass es eigentlich immer Siebenmeter gab. Ein sehr intelligenter Spieler mit einem gefährlichen Wackler. Hatte von seinem Vater das Talent vererbt bekommen, ohne schlucken trinken zu können, war deshalb ein nahezu unschlagbarer Gegner bei Trinkspielen. Heute ist er beim HC Düsseldorf, dem Kooperationspartner der SG Ratingen.

Karsten Zirkel Karsten war erst mein Jugendtrainer beim TV Tiefenbroich, später dann einer von zwei Rechtsaußen, mit denen ich lange beim Turnerbund gespielt habe. Ein echter Zocker. Schrie häufig schon mal prophylaktisch beim Sprung von außen, bevor er überhaupt Körperkontakt hatte. Wurde in der Zeitung immer mal wieder mit seinem Bruder Volker verwechselt, der Fußballer war, und sich sicher freute, wenn ihm nach dieser Verwechslung in einem Spiel mal sieben, acht Tore gelungen waren.

René Osterwind Unter „Hansi“ kennt man René in der Handballszene deutlich besser. Als Rechtshänder war er auf der eigentlich falschen Seite rechtsaußen vor allem beim TuS Lintorf sehr erfolgreich. Heute trainiert er die SG Ratingen II in der Verbandsliga und behauptet immer noch gerne und oft, dass die einzig wahren Rechtsaußen Rechtshänder sein müssten.

Christian Zietz Mit Christian habe ich nie zusammengespielt, sondern mit seinem Bruder Martin beim Turnerbund. Da der TV Ratingen als Erzrivale des Turnerbund aber auf jeden Fall in diese Serie gehört, habe ich Christian angeschrieben. Mittlerweile trainiert er die dritte Mannschaft des TV Ratingen in der Bezirksliga. Da haben sich unsere Wege zuletzt noch einmal mit der SG Unterrath gekreuzt, das 25:25 hat uns in der Quotientenregelung der abgebrochenen Saison hinter Fortuna Düsseldorf befördert, die so in die Landesliga aufgestiegen ist.

Swen Kuhlen Swen hat unter anderem in Lintorf sowie beim TV Ratingen und dem Turnerbund gespielt und ist ein echtes Phänomen: Er ist rund 17 Jahre älter als ich, war aber immer fitter. Vermutlich auch heute noch, wo er mit 57 gerade mit dem ASV Süchteln aufgestiegen und Torschützenkönig in Krefeld-Grenzland geworden ist. Wir haben jeden Zugang sein Alter schätzen lassen, alle, wirklich alle, haben ihn immer zehn bis 15 Jahre jünger geschätzt. Ich habe sehr von seinen Parallelpässen von halbrechts auf halblinks profitiert. Einmal wurde ihm im Spiel gegen den TV die Nase gebrochen – Swen war so sauer, dass er die blutende Nase mit Taschentüchern zustopfte und wieder aufs Feld kam. Der Übeltäter holte sich ziemlich kurz danach seine dritte Zeitstrafe ab und war vom Feld, bevor er noch einmal mit Swen zusammentraf.

Hanno Waltermann Mit Hanno habe ich bei der SG Unterrath leider nur recht kurz zusammengespielt, weil er mit Frau und Tochter nach Australien ausgewandert ist. Dort hat er kurz vor Weihnachten wieder mit dem Handballspielen angefangen, sein Team ist Sydney Uni HC, das im vergangenen Jahr bei der Klub-WM gegen den THW Kiel gespielt hat. Die Chancen stehen derzeit nicht schlecht, dass es wieder zur australischen Meisterschaft reicht und damit zur Qualifikation für die Klub-WM. Irre. Unser damaliger Trainer bei der SG Unterrath, Burkhard Räker, nannte ihn mal in einer etwas echauffierten Ansprache „echter Naturbursche“ – das passte und begleitete ihn durch seine Zeit bei der SGU.

Bastian Schlierkamp Mit Basti habe ich nie zusammengspielt, sondernbeim Turnerbund mit seinem Bruder Flo. Dennoch sind wir Weggefährten: Aus der Bezirksliga-Lizenz der Turnerbund-Reserve entstand 2011 die SG Ratingen, deren Geschäftsführer Basti heute ist. Ich glaube, wir haben nur einmal gegeneinander gespielt, als die SG-Reserve, in der er weiterhin als Spieler in der Verbandsliga aktiv ist, noch in der Landesliga war und ich noch für Unterrath spielte.

Matthias Wedner Matthes und ich waren gemeinsam beim ART, Turnerbund und kurz bei der HSG Ratingen/Lintorf – er war für einen Rechtsaußen ein sehr körperbetonter Spieler, der weder sich noch die Gegner schonte, aber nachher mit allen auch ein Bier trinken konnte. Die Unterarmwürfe aus dem Rückraum hat unser damaliger Trainer Kalle Töpfer so gar nicht gerne gesehen, die Kempa-Pässe von ihm von rechts kamen dafür immer sehr genau in meine Hand. Ich hätte es so lange mit ihm ausgehalten wie niemand sonst im Handball, hat er geschrieben. Von mir aus hätte es auch noch länger sein dürfen. Inzwischen ist er in Bad Herrenalb Gastronom, Kurhaus-Inhaber und Agentur-Chef.

Burkhard Räker Burkhard ist nicht bei Facebook, hat aber von der Challenge gehört, die Bildergalerie gesehen und deshalb sein Lieblingsfoto geschickt. Wir haben in der Jugend beim TV Tiefenbroich mal zusammen auf dem Feld gestanden, als ich in die älteren Jahrgänge hochgezogen wurde. So richtig gut haben wir uns damals nicht verstanden, heute ist er einer meiner besten Freunde. Burkhard spielte in Lintorf, bekam dann nach einem Spiel mit der Stadt-Auswahl gegen den damaligen Regionalligisten TV Angermund ein Angebot und wechselte so in die damals dritte Liga. Als Trainer war er in Tiefenbroich und Unterrath, wo wir 2015 in die Landesliga aufstiegen.