1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen
  4. Lokalsport

Handball-Verband Niederrhein verteidigt den Start-Termin

In der Coronavirus-Pandemie : Entscheidung bleibt: Handballer starten Samstag

Das Präsidium des Handball-Verbandes Niederrhein hat noch einmal getagt und es bleibt dabei: Seine Vereine werden die ersten sein, die deutschlandweit in der Coronavirus-Pandemie wieder starten. Sollte die Politik keine Einschränkungen aussprechen, geht es nächste Woche Samstag wieder los.

Am Freitagabend kam das Präsidium des Handball-Verbandes Niederrhein (HVN) noch einmal zusammen – es war allerdings keine außerordentliche Versammlung, die extra wegen des Saisonstarts am Samstag in einer Woche einberufen worden wäre, sondern eine turnusmäßige. Neben den sechs Vertretern des HVN nahmen auch die acht Vorsitzenden der Handball-Kreise teil. Natürlich stand der Saisonstart auf der Tagesordnung, immerhin ist der Verband der erste deutschlandweit, der in der Coronavirus-Pandemie wieder starten will, nachdem die Verbände Mittelrhein und Nordrhein Anfang der Woche ihre Start-Termine aufgrund steigender Infektionszahlen in der Republik um drei Wochen nach hinten verschoben haben. Diese Entscheidung fällte der HVN nicht, er bleibt bei seinem Start-Termin. So eröffnet beispielsweise die SG Ratingen II am kommenden Samstag um 15.15 Uhr die Saison in der Verbandsliga-Gruppe 2 mit ihrem Heimspiel gegen den LTV Wuppertal II. TuS 08 Lintorf und TV Ratingen sind wenige Stunden später auswärts im Einsatz.

Die Frage, wie der HVN den frühen Start begründet, beantwortet Michael Girbes mit einer Gegenfrage: „Was ändert sich denn in vier bis sechs Wochen?“, fragt der Leiter der Technischen Kommission des HVN und ergänzt: „Wir starten geschlossen, auch die Handball-Kreise. Wir haben im Mai so entschieden, und hätte es eine andere Entscheidung geben sollen, hätte sie im Juni fallen müssen und nicht eine Woche vor Saisonstart. Wir sind auch vom Mittelrhein überrumpelt worden, und da sagen ja auch etliche Vereine, dass sie sich jetzt mit ihren Hygienekonzepten und Vorbereitungen auf den ursprünglichen Start-Termin vorbereitet hatten und nicht wissen, was sie jetzt noch drei Wochen machen soll. Drei Wochen verschieben – von diesem Bohei halte ich nichts.“

Dass es in den Wochen, bis auch die höheren Ligen wieder starten, Wettbewerbsverzerrungen geben könnte, weil Reserve-Teams sich erheblich mit Spielern aus den dann noch spielfreien Ersten Mannschaften bedienen, glaubt Girbes nicht. Alle Vereine einzeln abzufragen, hält er auch nicht für nötig. „Wir sitzen ja nicht im stillen Kämmerlein und denken uns irgendwelche Sachen aus. In die richtungsweisenden Entscheidungen sind die Kreis-Vorsitzenden immer mit einbezogen gewesen. Wir wollen mit einer Stimme sprechen.“ Und Samstag in die Saison starten.