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Handball: Der TuS 08 Lintorf verliert einen Freund und Förderer

Nachruf : Tiefe Trauer um Charly Mentzen vom TuS 08

Charly Mentzen, der frühere Lintorfer Handballer und stete Förderer der Sportart beim TuS 08, ist in der Nacht zum Sonntag an den Folgen einer Corona-Infektion verstorben. Langjährige Freunde und Weggefährten reagieren geschockt. Der 78-Jährige hinterlässt eine Tochter, seine Ehefrau Friedel und zahlreiche Erinnerungen.

Die Lintorfer Handballszene ist geschockt. Tief! Charly Mentzen ist tot, der 78-Jährige starb in den gestrigen Sonntag-Morgenstunden an Corona. Das Lintorfer Urgestein lag schon einige Tage in Kaiserswerth auf der Intensivstation, es ging ihm äußerst schlecht. Auch seine einzige Tochter und seine Ehefrau Friedel waren am Covid-19 erkrankt, sie sind aber beide wieder kerngesund. „Wir hatten in den letzten 14 Tagen schon keinen Kontakt mehr mit Charly“, berichtet Norbert Heinemann, Lintorfs Macher in Sachen Handball. Seine Ehefrau Sigrid ist bei Mentzen in der Ölverkaufsfirma am Beeker Hof im Büro angestellt.

„Wir können noch gar nicht fassen, was da passiert ist“, sagt Kalle Töpfer, der Handball-Chef des TuS 08, zum Trauerfall. „Charly und unser Handball, das war doch eine einzige Gemeinsamkeit.“ Ähnlich sieht es Mentzens Jugendfreund Werner Uferkamp, der einst mit ihm bei den Grün-Weißen zusammen in einer Mannschaft Handball spielte und mit ihm stets tiefst befreundet war. „Wir haben unzählige Dinge gemeinsam gemacht“, sagt der Fußball-Experte, „vom Tennisspiel über Kegeltouren bis hin zu Urlaubsfahrten.“ Mentzen hatte bis vor ein paar Jahren zusammen mit seinem Bruder ein herrliches Haus in Italien mit tollem Blick über den Lago Maggiore. Wen Charly gut leiden konnte, der durfte dort auch Urlaub machen. Im Hunsrück hatte er eine Jagdhütte. Auch dort wurde er immer wieder, in der Regel von Lintorfer Handballern, besucht. Früher richtete Mentzen dort sogar einige Trainingslager aus. 

Mentzen hat immer im TuS 08 Handball gespielt, nie woanders, das wäre für ihn undenkbar gewesen. Nach seiner aktiven Laufbahn leitete er von seinem Büro aus die Handball-Geschicke des TuS 08 fast allein. Nur wenn er zeitlich verhindert war, er war ein großer Fan von Bayer Leverkusen, dann sah man ihn nicht bei den Handballspielen am Breitscheider Weg. Aber jeder kannte den Grund des Fehlens. Und dass er immer ein großer Sponsor war, muss kaum erwähnt werden. Das riesige Schild seiner Ölfirma gehört einfach in die Halle, es ist dort ein fester Bestandteil. So wie es Charly Mentzen in der Erinnerung der Handballer bleiben wird.