Kegeln : Grote glänzt: 900 Holz

Die Sportkegler Heiligenhaus besiegen Tecklenburger Land mit 3:0 und sind nach der Hinrunde Vierter. Samstag kommt Vizemeister Riol.

Die Bundesliga-Spiele des SK Heiligenhaus sind in letzter Zeit wahrlich nichts für schwache Nerven. Das gilt für die Kegler selbst, als auch für die Zuschauer gleichermaßen. Gegen die KSG Tecklenburger Land bekamen die Fans wieder einen äußerst engen Wettkampf zu sehen, diesmal aber mit Happy End — die Gastgeber gewannen mit 3:0.

Kapitän Mittelstädt hatte taktisch auf die zuletzt mäßigen Heimspiele reagiert. Zum einen entschied er sich, Robin Holler für den zuletzt schwach spielenden Thomas Habeth ins Team zu nehmen. Zum anderen beschloss die Mannschaft, dass man auf bestens präparierten Bahnen spielen wollte. In den Spielen zuvor, ließ man die Bahnen eher in einem abgespielteren Zustand liegen, um es den Gastkeglern nicht zu einfach zu machen. Die Kehrseite der Medaille war allerdings, dass sich auch die Heiligenhauser nicht mehr sicher fühlten.

Die Rechnung mit den frisch hergerichteten Bahnen zahlte sich zunächst aus. Daniel Mittelstädt (894 Holz) und Marcel Grote (900) steigerten sich im Vergleich zum letzten Heimspiel um fast 40 Holz und ließen ihren Kontrahenten keine Chance. Im Mittelblock durfte dann der erst 17-jährige Robin Holler sein erstes Bundesligaspiel in dieser Saison genießen. Mit 844 Holz machte er seine Sache sehr gut, auch wenn zwei verpasste Würfe auf den Bauern eine leichte Nervosität durchblicken ließen. José Perez kamen die glatten Bahnen endlich wieder entgegen. Er erzielte 876 Holz und konnte sich damit wieder etwas Sicherheit holen.

Scheinbar bekommen es die Heiligenhauser jedoch nicht hin, ein Spiel mit allen sechs Spielern auf einem gleich guten Niveau zu beenden. Alexander Ratzko schwächelte dieses Mal (830) und holte den Gegner ungewollt wieder ins Spiel, während Holger Parassini im Moment so sicher wie die Bank von England ist. Mit 920 Holz sicherte er sich die Tagesbestzahl. Durch die beiden Zahlen unter 850 (Holler und Ratzko) wurde die Angelegenheit nochmal heiß, denn neben den zwei Punkten für die bessere Gesamtholzzahl kann die Gastmannschaft sich den Auswärtspunkt über 31 Punkte in der Einzelwertung holen.

Die Tecklenburger kamen auf den guten, aber auch neutralen Bahnen auch ordentlich zurecht, so dass sie ihrerseits vier gute Ergebnisse verbuchen konnten. Glücklicherweise erbrachten die Einzelwertungen nur 30 Punkte, so dass es beim knappen, aber verdienten 3:0 (48:30, 5264:5098)-Heimsieg blieb.

Durch eine "Heimklatsche" von Paffrath, die gegen den deutschen Meister Oberthal 0:3 verloren, schließen die Heiligenhauser die Hinrunde auf dem vierten Tabellenplatz ab, der sie am Ende der Saison zur Teilnahme an den Play-Offs berechtigen würde.

Am kommenden Samstag beginnt die Rückrunde gleich mit einem dicken Brocken. Vizemeister KSV Riol gibt sich um 14 Uhr an der Selbecker Straße die Ehre. Unter der Woche wird Mittelstädt wohl noch mal in die Trickkiste greifen, um es den Gästen von der Mosel so schwer wie möglich zu machen. "Wenn Riol auf so guten Bahnen spielt, wird es ganz eng für uns", lässt der Kapitän schon jetzt durchblicken, dass man eher wieder auf die stumpfere Variante setzen wird. Das bedeutet aber auch, dass die Heiligenhauser sich im Training Sicherheit holen müssen, um in einem der schwersten Heimspiele der Saison bestehen zu können.

(peer)
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