Baseball: Goose-Necks zeigen zwei Gesichter

Baseball : Goose-Necks zeigen zwei Gesichter

Auf einen umkämpften 8:7-Erfolg gegen Dortmund folgte eine 3:20-Pleite. Trotzdem sind die Baseballer zufrieden.

Es war ein ganz besonderer Moment für das Vater-Sohn-Duo Dyckmans. Malte Kuklan, Spielertrainer der Ratinger Goose-Necks hatte aufgrund der dünnen Personaldecke Leon Dyckmans Vater Frank, wie schon im Juli des vergangenen Jahres, für einen Spieltag aus dem Baseball-Ruhestand reaktiviert und damit für eine große Überraschung gesorgt. Leon Dyckmans schien es zu gefallen: Unter den Augen des Papas, den Kuklan direkt im Feld aufgeboten hatte, brachte Leon Dyckmans bei voll besetzten Bases für die Ratinger den entscheidenden Run des ersten Spiels im letzten Inning nach Hause.

Es war ein Lebenszeichen und ein ganz wichtiges Ausrufezeichen, das die Ratinger Goose-Necks am Wochenende von sich gegeben haben. Im Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger Dortmund Wanderers haben die Ratinger Baseballer in der 2. Bundesliga Nord-West einen hart erkämpften 8:7-Sieg gefeiert, aber auch eine deutliche 3:20-Klatsche einstecken müssen. Trotz der bitteren Pleite in der zweiten Partie überwog die Freude über den Sieg in Spiel eins.

„Es war eine besondere Leistung von uns in der Offensive und der Defensive“, lobte Kuklan: „Der Sieg im ersten Spiel hat uns alle sehr gefreut und uns vor allem einen riesigen Motivationsschub gegeben, nach der Negativserie der letzten Wochen. Es ist ein sehr cooles Spiel gewesen.“

In der Tat hatte es die erste Partie in sich und alles, was ein Baseball-Krimi braucht. Der Reihe nach: Die Goose-Necks erwischten einen Fehlstart. Kuklan hatte im ersten Spiel als Pitcher auf dem Wurfhügel begonnen und direkt im ersten Inning einen Punkt der Wanderers abgegeben. Es folgten drei weitere Runs der Gäste im dritten Inning und ein weiterer im fünften Abschnitt, sodass die Ratinger zur Halbzeit der Begegnung einem 0:5-Rückstand hinterherjagen mussten.

Sie taten es mit Herz und Leidenschaft und drehten die Begegnung im fünften Inning mit sechs Runs und legten im Sechsten noch einen Punkt nach – 7:5. Das Momentum schien auf Seiten der Grün-Weißen zu sein, doch Dortmund glich im neunten und letzten Inning zum 7:7 aus – zu diesem Zeitpunkt stand Ratingens Top-Pitcher Felix von der Heide auf dem „Mound“, der Kuklan im achten Inning ersetzt hatte und zum ersten Mal nach seiner erneuten Verletzung pitchen konnte. „Felix hat etwas Zeit gebraucht, um ins Spiel zu finden“, analysierte Kuklan kurz und knapp. Dann folgte durch den „Dyckmanns-Blockbuster“ der entscheidende Run. „Eine richtig schöne Vater-Sohn-Geschichte“, sagte Kuklan: „Wir haben uns belohnt.“

In der zweiten Partie war nach zwei Innings schon alles gelaufen aus Ratinger Sicht. Dortmund führte mit 18:0! Und brachte den Sieg locker über die Runden. „Es ist super viel schiefgelaufen. Ich habe die wohl schlechteste Short Stop-Leistung aller Zeiten abgerufen, dazu kamen Absprachefehler“, sagte Kuklan und fasste die Klatsche knackig und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen zusammen.