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Fußball: Ratingen 04/19 geht mit zwölf Zugängen in die Oberliga

Start in die Saison : Ratingen 04/19 gibt sich zurückhaltend

Fußball-Oberligist Ratingen 04/19 startet am Sonntag zu Hause gegen den 1. FC Kleve mit seinem neuen Trainer Martin Hasenpflug und gleich zwölf Zugängen. Die bräuchten alle noch Zeit, sagt der Übungsleiter, auf den eine Mammut-Aufgabe wartet.

Martin Hasenpflug geht in seine erste Saison als Cheftrainer einer Senioren-Mannschaft – und dann ist es für ihn bei Ratingen 04/19 gleich eine Mammut-Aufgabe. Die Fußball-Oberliga ist auf 23 Mannschaften angewachsen, weil es aufgrund des Abbruchs der Vorsaison durch die Coronavirus-Pandemie zwar keine Ab-, aber gleich sechs Aufsteiger gab. Und da die Übermannschaft der vergangenen Spielzeit, der SV Straelen, nun in der Regionalliga ist, gehen viele Trainer davon aus, dass es eine ausgeglichene und unvorhersehbahre Saison werden wird.

Auch deshalb hält sich Hasenpflug zurück, wenn es um die Formulierung des Saisonziels geht: „Wir wollen uns tabellarisch verbessern, agieren statt reagieren, attraktiv spielen, Heimstärke zeigen und uns langfristig entwickeln“, sagt der 44-Jährige. Sich tabellarisch zu verschlechtern, käme auch einem Abstieg in die Landesliga gleich, immerhin schloss 04/19 die vergangene, abgebrochene Saison als 14. auf dem letzten Nichtabstiegsplatz ab. „Wir hatten aber zwölf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge und nur einen Punkt Rückstand auf Platz neun“, erinnert Präsident Jens Stieghorst. Gestartet war 04/19 allerdings mit dem Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen, was aber weder Trainer Alfonso del Cueto noch sein Nachfolger, der heutige Sportliche Leiter Frank Zilles, erreichten. „Was hätten wir denn anders sagen sollen, nachdem wir in der Saison davon Sechster waren und nur einen Punkt Rückstand auf Platz drei hatten?“, fragt Stieghorst.

Aus dieser Erfahrung sind die Ratinger für die Gegenwart und nahe Zukunft zurückhaltender mit dem Saisonziel geworden. Hasenpflug muss zudem gleich zwölf Zugänge (siehe Info-Kasten) integrieren, neun Abgänge gab es. „Wir wollten eigentlich nicht wieder mit einem so großen Kader in die Saison gehen, aber die vielen Spiele machen das nötig“, sagt Stieghorst. Sein Trainer findet: „Wir sind jetzt personell auf jeden Fall darauf vorbereitet und müssen nicht die Spieler durch 44 Spieltage durchboxen. So können wir auch jedem eine Pause gönnen, der eine braucht. Allerdings haben gerade die Zugänge noch Trainingsrückstand.“

Immerhin wurden die jüngsten beiden Testspiele klar gewonnen, was auch das Ziel „Heimstärke“ untermauert: In Ratingen gewann 04/19 gegen Holzheim und VfB Solingen 4:0 und zudem 4:1 gegen Deuten. „Zuletzt haben viele gespielt, die in der Vorbereitung noch nicht so viel spielen konnten. Es gibt bestimmt nicht viele Mannschaften, bei denen eine zweite Elf einen Landesligisten wie Solingen 4:0 schlägt“, sagt Hasenpflug. Zu Hause zu spielen sei ein psychologischer Vorteil, weil man die Spielstätte und Abläufe besser kenne, vor allem im Stadion komme noch die große Spielfläche auf Naturrasen hinzu, die es als eigene Stärke auszunutzen gelte.

Generell sagt Hasenpflug aber: „Nach der langen Pause ist es schwer einzuschätzen, wo man selber steht und wo die anderen stehen, vor allem durch die Faktoren drumherum. Es gibt ein paar Vereine, die gut aufgerüstet haben wie SSVg Velbert, Bocholt, Schonnebeck, Monheim oder Baumberg.“ Erster Gegner am Sonntag (15 Uhr, Stadion) ist der 1. FC Kleve. „Das ist immerhin der Niederrheinpokalfinalist, der mit Ryo Terada von Straelen einen Torjäger dazubekommen hat. Mal sehen, wie wir da mithalten können. Wir haben ja doch relativ viele Neue dabei, die leider erst spät zu uns gestoßen sind. Deswegen gehen wir erst einmal nicht als Favorit ins Spiel“, findet Hasenpflug.