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Fußball, Kreispokal: SV Hösel gewinnt gegen den MSV Düsseldorf

3:1 nach Verlängerung : SV Hösel steht im Kreispokal-Finale

Der Fußball-Bezirksligist SV Hösel setzt sich daheim gegen den Landesligisten MSV Düsseldorf 3:1 durch, der nach dem Gegentor zum 1:2 in der Verlängerung lustlos bis unsportlich agiert. Nach Abpfiff gibt es noch Tumulte und einen Polizeieinsatz.

„Finale!“ Dieses Wort brüllte Senad Hecimovic eindrucksvoll heraus, der Fußballtrainer des SV Hösel. Seine Cracks hatten den MSV Düsseldorf im Kreispokal-Halbfinale mit 3:1 nach Verlängerung bezwungen, und man konnte das Siegeswort des Trainers wahrscheinlich bis auf den Ratinger Marktplatz hören.

Dabei kratzten ihn die üblen Begleitumstände nicht die Bohne, wie dieses Traumergebnis entstanden ist. Denn als sein Bezirksligist in der Verlängerung mit 2:1 in Führung ging, da stellte der Landesligist völlig grundlos den Spielbetrieb ein. Gegen das 3:1 durch Sebastian Höfig wehrte er sich nicht mehr, die Düsseldorfer ließen ihn frei durchlaufen, und auch in den letzten fünf Minuten wurde vom MSV, der inzwischen durch einen Platzverweis geschwächt war, der Spielbetrieb völlig eingestellt. Aber die Höseler verzichteten darauf, noch ein Tor zu schießen. Sie schoben sich in den letzten sechs Minuten den Ball hin und her, und so blieb es beim 3:1-Pokalsieg. Ein Riesenlob verdient sich Schiedsrichter Sven Schreiber aus Düsseldorf, der mit seinen beiden Assistenten trotz denkbar schlechten Flutlichts eine glänzende und fehlerfreie Leistung bot.

Und nach dem Schlusspfiff wurde es am Neuhaus vor dem Klubhaus heftig. Da wurde gepöbelt, was das Zeug hielt, und Markus Mayer, der Vize-Chef des SVH, der rief die Polizei an. Die kam umgehend, mit Blaulicht und drei Fahrzeugen, aber da hatte sich die Situation durch umsichtige Höseler Vorstandsmitglieder schon beruhigt. Und die gastgebende Siegertruppe machte im Klubhaus ein Siegertänzchen nach dem anderen, dieser Krach war meilenweit zu hören. Freude pur also beim Bezirksliga-Aufsteiger. Aber was sich der MSV als Landesligist in der zweiten Verlängerungshälfte geleistet hat, das darf so nicht stehen bleiben. Das Wort „Unsportlichkeit“ ist noch harmlos. MSV-Trainer Deniz Aktag wollte dazu keine Stellung nehmen und trat tags darauf zurück.

Als sich die Lage etwas entspannt hatte, war auch Hecimovic bereit, mehr zum Pokalspiel zu sagen. „Der MSV hatte im ersten Durchgang erheblich mehr vom Spiel, aber dann wurden wir ebenbürtig. In der Verlängerung haben wir mutig angegriffen, die Düsseldorfer wurden müde, und das nutzten wir zu diesem Pokalsieg und Finaleinzug.“ Wann das Finale ausgetragen wird, steht noch nicht fest, ebenso wenig, wer der Gegner ist, da das Spiel der benachbarten SG Unterrath gegen den FC Büderich aufgrund einer Schlägerei abgebrochen wurde.