Handball: Für Lintorf geht’s im Top-Spiel um die Ehre

Handball : Für Lintorf geht’s im Top-Spiel um die Ehre

Als Meister steht Gegner Aufderhöhe bereits seit Wochen fest – doch die Punkte möchte der TuS ungern im „Bunker“ lassen.

Die Stimme von Markus Wölke überschlägt sich, wenn er, der impulsive Handballtrainer des TuS Lintorf, auf das Verbandsliga-Spitzenspiel am Samstag beim längst feststehenden Meister TSV Aufderhöhe angesprochen wird: „Da treffen die beiden Top-Teams der Liga aufeinander, die ewig nicht mehr verloren haben. Uns beiden sind zuletzt tolle Serien gelungen. Die Heimstärke der Aufderhöher ist bekannt, sie sind daheim in ihrem Bunker unbesiegt, gaben nur einen Punkt ab und haben zudem den besten Angriff der Liga. Wir aber haben die beste Abwehr. Es ist überaus schade, dass es nicht mehr um den Titel geht. Den Weg dorthin haben wir mit dem verpatzten Saisonstart vergeben.“

Auch ein Grund: Die Aufderhöher Angriff ist einfach Extraklasse. Er warf fast schon unglaubliche 131 Tore mehr als der TuS 08, der große Dauer-Verfolger in dieser Saison. Auf der rechten Seite beim TSV befindet sich Stefan Hölzel, der einst für den TV Ratingen spielte, im dritten Frühling, dann sind Kevin Tobolski, Sebastian Pepke und Daniel Soos immer allein für zehn Tore gut – wenn es bei ihnen rund läuft und wenn sie nicht ausgesprochen konzentriert deckt.

Diese Truppe, in der Trainer Elmar Müller den schnellen Handball lehrt, ist ganz schwer zu bremsen und es muss bei den Lintorfern im hinteren Bereich einfach alles stimmen, wenn auch der von allen gefürchteten „Bunker“ erobern wird. Allerdings, im Hinspiel warfen die entfesselt auftretenden Lintorfer diese Aufderhöher mit 37:25 aus der eigenen Halle. Sie bebte, aber dann gaben sich die Aufderhöhe in der Rückrunde keine zweite Blöße mehr. Sie landeten zuletzt zehn Siege und stehen seit zwei Wochen als souveräner Meister fest mit fünf Punkten Vorsprung auf die Linforfer.

Es steht zudem fest: Die Gäste werden keine Blumen nach Solingen mitnehmen. Diese Vereine mögen sich nicht. Im Oberliga-Abstiegsjahr vor zwei Jahren gab es zwischen ihnen unschöne Vorkommnisse, aber am Ende mussten beide runter in die Verbandsliga. „Ich war ja noch nicht dabei“, so Wölke. „Aber ich musste mir inzwischen gefühlt tausend Mal anhören, was da alles abging. Wir werden dem Meister gratulieren, mehr nicht, und dann alles geben, um die Punkte mitzunehmen. Einen brauchen wir ja noch für die Vizemeisterschaft. Zudem wird den Aufderhöhern die Hinspielniederlage immer noch, zumal in dieser Höhe, heftige Schmerzen bereiten. Die wollen dieses Ergebnis niemals so stehen lassen.“

So sieht das auch Torwart Tobi Töpfer. „Laurits Gerdes und ich, wir sind längst auf Schwerstarbeit eingestellt. Aber darauf freuen wir uns. Wenn es uns gelingt, Aufderhöhe auch ein zweites Mal zu bezwingen, dann sind wir eigentlich das beste Team der Liga.“ So kann man es auch sehen. Der 31 Jahre alte Servicetechniker im Computerbereich ist jedenfalls in glänzender Verfassung und Gerdes, sein einstiger Schüler, zehn Jahre jünger, steht ihm nichts mehr nach.  

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