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Felix Linden sagt dem TuS 08 Lintorf ab und bleibt bei der HSG Krefeld

Handball : Trimborn wird der starke Mann beim TuS 08

Zweitliga-Trainer Felix Linden hat dem Handball-Verbandsligisten TuS 08 Lintorf abgesagt, der nun den Reserve- und Jugendcoach befördert: Ralf Trimborn übernimmt zur neuen Saison die beiden höchste Seniorenmannschaften, Markus Wölke muss dafür gehen.

Das ist ein Ding – Handball-Verbandsligist TuS 08 Lintorf wollte eigentlich Felix Linden als neuen Trainer für die kommende Saison vorstellen, doch der Coach hat sich nun entschieden, beim Zweitliga-Schlusslicht HSG Krefeld zu bleiben. Dabei hatten die Lintorfer die Personalie ihren Spielern und Trainer Markus Wölke bereits mitgeteilt, auch Vereine aus der Umgebung hatten den bemerkenswerten Wechsel bereits bestaunt. Der ist nun geplatzt.

Felix Linden hat Lintorf abgesagt und bleibt Trainer der HSG Krefeld. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

TuS-Manager Kalle Töpfer berichtet: „Felix hatte uns Anfang des Jahres sein Wort gegeben, und dann saß er am 20. März hier bei uns und musste uns sagen, dass er ein Angebot von Krefeld für die zweite, beziehungsweise dritte Liga hat. Er war traurig und in der Zwickmühle. Er hat sich eine Woche Zeit genommen und mit Freunden und Beratern geredet, dann hat er uns mitgeteilt, dass er das Angebot aus Krefeld annimmt und es ihm sehr leid tut.“

Das war für den TuS zum einen problematisch in dem Versuch, sich weiter zu professionalisieren, zum anderen aber vor allem in der Trainerfrage. Immerhin hatte der Klub ja seinem Verbandsliga-Coach bereits mitgeteilt, dass er durch Linden ersetzt werden sollte, eine Weiterbeschäftigung als Jugendkoordinator oder Trainer der dritten Mannschaft hatte Wölke da schon ausgeschlagen. „Ich hatte keinen Plan B“, gibt Töpfer zu und ergänzt: „Ich war anfangs auch ein wenig sauer, aber wir können einem jungen Mann wie Felix die Chance, mit Anfang 30 in der zweiten oder dritten Liga zu arbeiten, nicht verbauen. Wir halten große Stücke auf Felix, der ein ehrlicher Mann ist und viel Ahnung vom Handball hat. Wir halten weiter den Kontakt, es ist alles gut.“

Wie aber umgehen mit der Absage? Wölke weiter beschäftigen, obwohl dessen Demission schon beschlossen war? „Ich hatte keinen Bock auf eine weitere Trainersuche“, sagt Töpfer. „Also habe ich Ralf Trimborn angerufen.“ Der ist Trainer der Lintorfer Landesliga-Reserve, die wohl in die Verbandsliga aufsteigen wird, und der A-Jugend-Kooperation mit dem TV Ratingen, die Tabellenzweiter in der Regionalliga ist. „Die ganzen A-Jugendlichen kommen ja hoch und Ralf will die weiter fördern, da lag das nahe“, sagt Töpfer. Trimborn erbat sich zwei Tage Bedenkzeit, dann gab es das nächste Telefonat mit dem Manager: „Ralf hat gesagt, er macht es, aber nur unter der Bedingung, dass er auch die zweite Mannschaft übernimmt“, berichtet Töpfer, der das zusagte.

So wird Trimborn zur neuen Saison der starke Mann in Lintorf als verantwortlicher Trainer für beide Seniorenteams, die wohl in der Verbandsliga starten werden. „Das ist eine Mammutaufgabe für ihn, er hat aber Unterstützung“, sagt Töpfer. Thomas Moore und Andreas Boes helfen bei der Reserve aus, Dirk Bauerfeld bleibt Assistent der „Ersten“, die in seinem Sohn Tim Bauerfeld noch einen „spielenden Co-Trainer“ bekommt. „Es stimmt, ich wollte das nur machen, wenn ich beide Mannschaften bekomme“, sagt Trimborn. So lohnt sich der Weg aus Wuppertal zum Training, da die beiden Mannschaften nun überlappend drei Stunden am Stück am Breitscheider Weg trainieren – mit 16 Spielern aus der „Ersten“ und 23 aus der „Zweiten“. Trimborn erklärt: „Das hat auch den Charme eines durchgängigen Spielkonzepts, so dass wir mit den U21-Spielern nahtlos zwischen den Mannschaften wechseln können und alle immer Gas geben müssen – denn aus den Eindrücken aus dem Training ergeben sich die Spieler, die dann in der Ersten am Wochenende eingesetzt werden.“ Das Ziel mit der Reserve ist weit gefasst: von Klassenerhalt bis unter die ersten Sechs. Und mit der „Ersten“ soll es mittelfristig in die Oberliga gehen.

Nach zwei Jahren beim TuS mussTrainer Markus Wölke nun gehen. Foto: Blazy, Achim (abz)

Einer, der schon ab Herbst 2018 beide Seniorenmannschaften des TuS eine Zeit lang trainiert hatte, ist Wölke: „Das geht körperlich und mental eigentlich auf Dauer nicht“, findet der nun ehemalige TuS-Trainer, der sich das natürlich anders vorgestellt hatte: „Ich hätte mich gerne am 9. Mai im Heimspiel verabschiedet, aber da macht Corona uns ja einen Strich durch die Rechnung“, sagt Wölke. Er mag nichts Schlechtes über den TuS sagen, für den er zwei Jahre lang arbeitete und in dieser Zeit im Übrigen auch Trimborn als Trainer für das Landesliga-Team empfahl, gibt aber zu: „Natürlich bin ich enttäuscht. Ich konnte den Lösungsansatz, mit einem jungen Trainer, der Zweitliga-Erfahrung hat, arbeiten zu wollen, nachvollziehen. Die jetzige Konstellation verstehe ich aber nur bedingt.“

Die Königslösung wäre Linden gewesen, für den auch Trimborn Platz machen würde, sollte er irgendwann noch nach Lintorf kommen wollen, betont Töpfer und ergänzt: „Die Tür steht immer offen, wir bleiben in Kontakt und können auch unsere Jugendlichen zum Zusatztraining nach Krefeld schicken.“ In der Bedenkzeit, die Linden vor seiner Absage an den TuS hatte, wandte er sich unter anderem an: Trimborn. Der sagt: „Ich habe ihm geraten, seinen Traum als A-Lizenz-Inhaber im Profibereich zu leben.“ Nun hat er selbst den Job, der für Linden in Lintorf vorgesehen war.