Erst Meier, dann Rey-Alonso

Die beiden Neuen haben beim 2:1-Sieg gegen den VfR Fischeln getroffen. Die Ratinger sind Tabellenführer.Allerdings machten sie sich das Leben selbst schwer, ehe der erlösende Treffer fiel.

Daniel Rey-Alonso blieb ganz gelassen. Der Spieler mit spanischen Wurzeln, der von der TuRU nach Ratingen zurückgekehrt ist, hatte vier Minuten vor Schluss mit seinem Kopfball zum 2:1 den Sieg perfekt gemacht. Glücklich war nur der Zeitpunkt, hochverdient der Sieg, der eigentlich hätte viel höher ausfallen müssen. Daniel Rey-Alonso gehörte zu den ersten, die eine nüchterne Betrachtungsweise an den Tag legten. "Wir haben am Ende zugelegt, weil wir den Sieg unbedingt wollten", sagte der Torschütze. "Wenn man oben dabei sein will, muss man solche Spiele gewinnen."

Chancenverhältnis von 12:3

Dass die Ratinger so viel Mühe hatten und am Ende nur so knapp gewannen, haben sie ihrer schwachen Chancenverwertung zu schulden. Das Chancenverhältnis war mit 12:3 eindeutig.

Die 1:0-Pausenführung war für die Gäste schon überaus glücklich. Nach einem herrlichen Pass von Daniel Rehag hatte Sascha Meier mit einem Flachschuss sein erstes Tor für die Blau-Gelben erzielt. Eine weitere gute Möglichkeit hatte er vergeben, die weiteren Daniel Rehag (2) und Thomas Zelles. Die Gäste kamen nur einmal gefährlich nach vorne, doch den schlenzer mit dem Außenrist von Uzbay parierte Torhüter Marco Glenz. Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Rehag, Hidayet Aydogan und Rey-Alonso vergeban drei weitere gute Chancen, ehe der überraschend Ausgleich durch Özkaya fiel, der zur Pause gekommen war und gehörig wirbelte. Die Ratinger Innenverteidigung sah da schlecht aus, ebenso als Velija Fiedorra überlief. Die Gastgeber benötigten eine Viertelstunde, um den schock zu verdauen, doch dann zündeten sie das Schlussfeuerwerk. Sascha Meier und Daniel Rehag (2) boten sich die weiteren Chancen. Und als die Zuschauer sich schon verzweifelt mit dem einen Punkt anfreundeten, schlug die große Stunde von Daniel Rey-Alonso, der einen schönen Flankenlauf von Thomas Zelles erfolgreich abschloss.

Weiß ging volles Risiko

Der Sieg war hochverdient. Trainer Karl Weiß hatte am Ende risikofreudig alles nach vorne geschmissen. "Ich wollte den Dreier, deshalb haben wir alles oder nichts gespielt", meinte er. "Natürlich hätte es auch ins Auge gehen können, aber dann hätte ich es auf meine Kappe genommen."

Offensiv haben die Ratinger erneut überzeugt. Sie erspielen sich eine Fülle von Chancen und hätten das Spiel viel früher deutlich zu ihren Gunsten entscheiden müssen. Die Abwehr hingegen wirkt noch nicht sattelfest, wenn sie unter Druck gesetzt wird. Doch gerade auf sie kommt es an. Wie heißt es so schön: Der Sturm gewinnt die Spiele, die Abwehr die Meisterschaft.

(RP)