1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen
  4. Lokalsport

Entscheidungen der Politik in der Corona-Pandemie

Sport in der Pandemie : Die Saison im Amateursport wird wieder unterbrochen

Im November wird nach den Beschlüssen der Politik vom Mittwoch kein Fußball rollen, kein Handball geworfen und kein Puck geschossen. Das ist die Konsequenz aus den Beschlüssen, die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin am Mittwoch verkündet haben.

Es hatte sich bereits seit einigen Tagen oder gar Wochen abgezeichnet, und insgeheim rechneten vermutlich fast alle Beteiligten damit: Auf der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde am Mittwoch unter anderem beschlossen, den Amateursport ab kommenden Montag, 2. November aufgrund der drastisch gestiegenen Infektionszahlen mit dem Coronavirus zu unterbrechen. Zunächst einmal bis Ende des Monats, es soll immer wieder neu bewertet werden.

Nachdem die Handball-Verbände Mittel- und Niederrhein, die von der Regionalliga bis zur Kreisklasse federführend sind, bereits vergangenen Donnerstag von sich aus den Spielbetrieb bis einschließlich 15. November ausgesetzt hatten, hat die neue Verordnung von Bund und Ländern nun nicht nur die Pause verlängert, sondern Auswirkungen auf alle Nicht-Individual-Sportarten: Der Spielbetrieb im Fußball wird bis mindestens Ende November ruhen. Auch die Saison der Eishockey-Regionalliga, in der die Ratinger Ice Aliens am 7. November starten wollten, wird nach den Beschlüssen der Politik also erst später beginnen können.

Im Fußball-Verband Niederrhein (FVN) sind bisher seit Saisonbeginn im September von 6602 Begegnungen im Herren- und Frauenbereich  6283 Partien gespielt worden, 319 abgesagte Spiele entsprechen einer Quote von 4,83 Prozent. „Wir sind noch weit entfernt von einer kritischen Marke“, sagte Wolfgang Jades, der Vorsitzende des Verbandsfußballausschusses. „Es war uns von Beginn an klar, dass die Saison 2020/2021 unter außergewöhnlichen Vorzeichen stehen würde.“

„Irgendwie haben wir das doch alle vorausgesehen“, zeigt sich Andreas Kusel, Trainer des Fußball-Landesligisten Rather SV, nicht sonderlich überrascht. Und trotz der Tabellenführung mit sieben Siegen in sieben Spielen gibt der Coach zu: „Das Feeling, befreit Fußball zu spielen, hat gefehlt. Es sind auch kaum Zuschauer gekommen, weil die Leute Angst vor einer Ansteckung haben, was nachvollziehbar ist.“ Kusel appelliert zudem an die Stadt Düsseldorf und insbesondere an den FVN, den Vereinen bei den weiterlaufenden Gebühren entgegenzukommen: „Das bedeutet erhebliche Einbußen für die Vereine. Zahlen darf man immer, aber einnehmen kann man nichts.“ Kusel hoffe auf „eine kleine Unterstützung für die Vereine, die es wirklich brauchen“.

Mohamed El Mimouni, Coach des Ligarivalen MSV Düsseldorf, fragt sich derweil: „Was bringt die Unterbrechung, wenn die Temperaturen im Dezember weiter sinken und die Fallzahlen dann weiter steigen?“ Er rechne daher mit einer längeren Pause. Zugleich betont er jedoch auch: „Wir beschäftigen uns zu sehr mit dem Thema. Wir kennen die Gefahr, und die Politik wird entscheiden, wie es weitergeht.“ Eine mahnende Bitte hat El Mimouni: „Die Vereine sollen besser darauf achten, die Hygienemaßnahmen zu beachten. Es gibt zu viele Vereine, die das leider nicht ernst nehmen.“ Und Mohamed Dair, sportlicher Leiter beim MSV, ergänzt entsprechend: „Wir sollten uns alle bewusst sein, was für eine Verantwortung wir auch als Amateur-Mannschaften tragen.“

Suat Tokat, Trainer des Landesliga-Aufsteigers SG Unterrath: „Wir sind in einer absoluten Ausnahmesituation, die Gesundheit eines Menschen ist das wichtigste.“ Er kenne mittlerweile einige, die an Corona erkrankt seien, und mahnt: „Das sollten wir alle nicht unterschätzen. Die Pause tut allen natürlich nicht gut, aber wir sollten an einem Strang ziehen und hoffen, dass der Impfstoff so schnell wie möglich kommt.“