Fußball: Eine Nullnummer, die Spaß gemacht hat

Fußball : Eine Nullnummer, die Spaß gemacht hat

Ratingens Punktgewinn lange verdient, am Ende glücklich. Verkehrte Welt: Defensive steht, in der Offensive hapert es.

Alfonso del Cueto stapft nach dem Abpfiff missmutig in die Kabine. Der Spanier ist nicht zufrieden. Dies kann getrost dem hohen Anspruchsdenken zugeordnet werden, das die Ratinger in dieser Saison haben. Die knapp 300 Zuschauer verließen jedenfalls das Erftstadion zufrieden, und das, obwohl sie keine Tore gesehen hatten — aber ein richtig gutes, temporeiches Oberligaspiel.

Für Heinz Schneider hatte der Tag gut begonnen. "Kölsche Töne — das ist unser Tag", meinte das Beiratsmitglied lächelnd, während aus den Lautsprechern Karnevalsmusik erklang. Damit konnte Alfonso del Cueto wenig anfangen. Überhaupt war es nicht sein Tag, denn er hatte mit seiner Vermutung recht, dass die Gastgeber wohl den Rasenplatz sperren und auf den Kunstrasen ausweichen würden, auf dem sie sich weitaus größere Erfolgsaussichten versprachen. Tatsächlich war der Rasen trotz herrlichen Herbstwetters gesperrt.

Auf dem Kunstrasen machten die Gastgeber eine Viertelstunde lang mächtig Druck. Leufgen hatte die erste Chance (18.), schoss aber aus 14 Metern über das Tor. Doch dann kamen die Ratinger, hatten 20 Minuten lang ihre beste Phase und auch etwas Pech: Nach einem Freistoß von Ahmet Isiklar verlängerte Harun Celebi den Ball mit dem Kopf an den Pfosten. Anschließens prüften Dennis Hecht und Ferhat Ülker Kapellens Torhüter, ein Kopfball von Björn Rohpeter ging knapp über die Latte. Die Schlussphase gehörte wieder den Gastgebern, wobei Raddatz neben das Tor schoss und Hecht Glück hatte, dass er nach seinem Ballverlust das Foul wenige Zentimeter vor dem Strafraum beging.

Nach dem Wechsel dominierten die Schwarz-Gelben das Geschehen, kamen aber auch nur zu zwei Möglichkeiten: Leufgen (52.) schoss vorbei und zwei Sekunden vor dem Abpfiff ging der Ball quer die Torlinie entlang, ohne dass ihn ein Kapellener darüber bringen konnte. Da hatten die Ratinger das nötige Quäntchen Glück.

In dem abwechslungsreichen, zweikampfbetonten, guten Spiel zeichnete sich vor allem die Ratinger Defensive aus. Das ist umso erstaunlicher, da mit Kapitän Patrick Fiedorra, Christoph Hub und Stefan Prengel weiterhin drei Stammspieler der Viererkette ausfallen. Aber die Formation hat sich gefunden. Der junge Dennis Ter Haar machrt die rechte Seite zu, in der Mitte stehen Rohpeter und Tim Kloster sicher und Routinier Sascha Meier steht links sicher.

"Aber mit der Offensive bin ich überhaupt nicht zufrieden", meinte Alfonso del Cueto. "Wir waren anfangs nicht da und haben uns in der zweiten Halbzeit keine einzige Chance herausgespielt. Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Den einen Punkt nehmen wir gerne mit."

(RP/rl)