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Eishockey: Dringend: Aliens wollen zurück nach Hause

Eishockey : Dringend: Aliens wollen zurück nach Hause

Eishockey-Oberligist kommt im Benrather Ausweichquartier auf keinen grünen Zweig. Das 2:14 gegen Frankfurt ist aber normal.

Mal funktioniert die Anzeigetafel nicht. Dann fehlt das Plexiglas hinter den Toren oder die Fangnetze hängen einfach hinter dicken Stahlpfosten herunter. Die beiden letzten Punkte trafen beim Spiel der Ratinger Ice Aliens gegen die Löwen Frankfurt zu. Dass sich die Ratinger in ihrem Ausweichquartier in Benrath nicht unbedingt heimisch fühlen und lieber heute als morgen in ihr saniertes Stadion am Sandbach zurückkehren möchten, ist demnach kein Wunder. Zudem kann die Mannschaft von Trainer Janusz Wilczek in ihrem Exil kaum gewinnen. Erst ein Sieg gegen den Neusser EV konnten die Außerirdischen dort verbuchen. Nun hatte am Sonntag auch niemand mit einem Erfolg gegen den souveränen Tabellenführer Frankfurt gerechnet, aber das deutliche 2:14 (0:2, 0:6, 2:6) spricht dafür, dass Benrath einfach kein gutes Pflaster für die Aliens ist. "Wir haben 14 Gegentore gegen ein Vollprofiteam bekommen. Das sieht zunächst schlimm aus. Aber wenn man sich die Unterschiede zwischen den beiden Teams vor Augen führt, hält sich das Ergebnis noch in Grenzen", meint Wilczek, der die Niederlage nicht zu hoch bewerten will. Gegen das mit früheren DELSpielern gespickte Frankfurter Team kamen Ligakonkurrenten wie Essen, Neuss oder Grefrath schließlich noch deutlicher unter.

Dass sich die Aliens gegen die Löwen jedoch noch besser verkaufen können, stellten sie bei der 4:9-Hinspielniederlage eindrucksvoll unter Beweis. Und diesmal sah es zunächst ebenfalls nicht nach einer zweistelligen Niederlage aus. Während Frankfurt nur schleppend in die Partie kam, betrieb Ratingen um Kapitän Jan-Philipp Priebsch im ersten Drittel einen hohen läuferischen Aufwand, um so wenig Räume wie möglich zu bieten. Das zahlte sich aus, denn Bastian Jakob musste in den ersten 20 Minuten nur zwei Gegentore hinnehmen. Dann konnte Ratingens Goalie wegen Rückenschmerzen aber nicht weiterspielen, so dass Richard Steffen zwischen die Pfosten rückte. Der junge Schlussmann, der die Aliens nach der Hauptrunde aufgrund eines Auslandssemesters in den USA verlassen wird, geriet anschließend fast unter Dauerbeschuss. Der Favorit erhöhte das Tempo, während bei den Außerirdischen mit zunehmender Spieldauer immer mehr die Kräfte schwanden.

"Dann machst du gegen eine schnelle und spielstarke Mannschaft automatisch Fehler und siehst nun mal schlecht aus", sagte Wilczek, der seiner Mannschaft keinerlei Vorwürfe machte. Die Ratinger waren hauptsächlich mit Defensivarbeit beschäftigt, aber sie erspielten sich auf der anderen Seite hin und wieder eigene Gelegenheiten. Letztlich erzielte Pascal Behlau nach einem Fehler des Frankfurter Verteidigers David Cespiva das 1:10 und Benjamin Jakob in eigener Überzahl das 2:11 – es waren zwei Ehrentreffer bei der erwarteten und verdienten Niederlage.

Die Partie gegen Frankfurt war nicht das letzte Spiel in Benrath. Einmal müssen die Aliens noch in der Sparkassen-Eissporthalle antreten, bevor es 2014 am Sandbach in der Pokalrunde um den Klassenerhalt geht. "In Ratingen sind wir zu Hause. Da haben wir unsere Kabine und kennen alle Ecken. Ich hoffe, dass das einen positiven Effekt auf das Team haben wird", sagt Wilczek, der zudem auf einen höheren Zuschauerzuspruch hofft.

(new)