Eishockey: Dömges bekam eins auf den Helm

Eishockey : Dömges bekam eins auf den Helm

Von den Resultaten war es das schwärzeste Wochenende der Vereinsgeschichte. Dem 1:17 gegen Frankfurt folgte gestern ein in 0:17 in Kassel – die Huskies mit den Löwen im Fernduell. Freitag kommt mit Dortmund wieder ein gleichwertiger Gegner.

Von den Resultaten war es das schwärzeste Wochenende der Vereinsgeschichte. Dem 1:17 gegen Frankfurt folgte gestern ein in 0:17 in Kassel — die Huskies mit den Löwen im Fernduell. Freitag kommt mit Dortmund wieder ein gleichwertiger Gegner.

Die Eishockey-Oberliga ist nicht nur eine Zwei-Klassen-Gesellschaft, sondern sogar eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Diese These wurde durch die beiden Spieler der Ratinger Ice Aliens an diesem Wochenende eindrucksvoll untermauert.

Bereits nach dem 1:17 gegen die Löwen Frankfurt untermauerten die beiden Trainer diese These mit ihren Statements. "Das war mindesten ein Klassenunterschied", meinte Frankfurts Trainer Frank Gentges zurückhaltend. Sein Kollege Janusz Wilczek wurde schon deutlicher: "Das war ein Zwei-Klassen-Unterschied. Hier hat eine Profi-Mannschaft gegen ein verstärktes Juniorenteam gespielt." Das wiederum sah Frank Gentges ganz ähnlich. "Wir haben mit Profis gegen ein Team gespielt, das nicht vom Eishockey lebt", formulierte er. "Es war ein Spiel unter ungleichen Voraussetzungen."

Das betrifft aber nicht nur dieses Spiel, sondern die gesamte Oberliga, in der die Breite enorm groß ist. So sind die Frankfurter mit einem Etat von über einer Million Euro der Krösus, dicht gefolgt von den Kassel Huskies. Die Roten Teufel Bad Nauheim und Duisburg sind noch gut betucht und dürften auf den Rängen drei und vier landen.

Die Rote Laterne tragen die Ice Aliens — zumindest was den Etat betrifft. Mit 19 200 Euro muss das Team auskommen. Dagegen sind sogar Herford, Neuwied, Krefeld, Dortmund oder Unna geradezu auf Rosen gebettet. Aber das wussten die Ratinger, die sich auf das Abenteuer Oberliga eingelassen haben — allerdings auch keine echte Alternative hatten. Gerne hätten sie in der Regionalliga gespielt, aber einen freiwilligen Abstieg lässt das Reglement nicht zu; dann hätten sie in der untersten Klasse beginnen müssen und wären auch noch mit einem Aufstiegsverbot belegt worden. Also bleibt den Außerirdischen nichts anderes, als gegen die Top-Teams die Zähne aufeinander zu beißen und die Kräfte mit ihresgleichen zu messen. Und ein Wochenende wie dieses, kommt nicht mehr, das haben sie hinter sich.

Die Kassel Huskies liefern sich mit den Frankfurtern ein Fernduell. Schon vor dem Spiel stellte sich nicht die Frage nach dem Sieger, sondern die Gastgeber hatten nur ein Ziel: Sie wollten ein Tor besser sein als die Löwen am Freitag. Sie gingen auf Torejagd und ließen sich anders als Frankfurt, das durch Marc Höveler mit 0:1 in Rückstand geraten war, nicht überraschen. 8:0 stand es nach dem ersten Drittel.

Im Mittelabschnitt schalteten die Huskies einen Gang zurück, machten aber das Dutzend voll. In der zweiten Pause waren alle einig: Kassel erreicht sein Ziel. Sie gönnten den Ratingern zwar kein Ehrentor, schossen aber auch keines mehr als die geforderten 17.

Dömges ins Krankenhaus

Die Aliens hatten ihren ersten Torschuss in der 21. Minute durch Marvin Wintgen. Kurz vor Schluss bekam Torhüter Rene Dömges, der von den Fans wegen seiner Paraden gefeiert wurde, den Schläger von Doyle auf den Helm und schied aus. Nach der Schlusssirene kam er nochmals auf das Eis und wurde abermals gefeiert. Später kippte er in der Kabine um und wurde ins Krankenhaus gebracht.

(RP/rl)
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