Lokalsport: Die SG steht sich selber im Weg

Lokalsport : Die SG steht sich selber im Weg

Beim Spiel in Baunatal dreht der Handball-Drittligist einen Rückstand - um am Ende das Spiel doch herzuschenken.

Simon Breuer wirkt langsam, aber sicher ein wenig ratlos. "Warum geht der Ball nur an den Innenpfosten? Warum verwerfen wir in der entscheidenden Phase freie Würfe?" Der Spielertrainer der SG Ratingen versucht, die nächste Niederlage seiner Mannschaft in der Dritten Handball-Liga zu verstehen, doch es fällt schwer. 28:33 unterliegt sein Team beim GSV Eintracht Baunatal - und das, obwohl es rund zehn Minuten vor dem Ende noch 26:25 geführt hat. "Wir machen", so Breuers Fazit, "in der Summe einfach zu viele dumme Fehler."

So ganz erklären lässt sich damit ein 2:8-Lauf in der Schlussphase eines solch wichtigen Spiels indes nicht. Eines Spiels, in dem das Löwenrudel über weite Strecken auf Augenhöhe agiert, sich aber doch immer unerklärliche Aussetzer leistet. Wie in der Anfangsphase, als die SG schnell mit bis zu vier Treffern (6:10) hinten lag. Breuers Team holte auf, ging sieben Minuten später gar mit 12:11 in Führung. Baute diese dann auf drei Treffer auf - um vor der Pause doch noch 16:18 in Rückstand zu geraten.

Und auch nach dem Seitenwechsel war es nicht viel besser. Lange rannten die Ratinger wieder dem Rückstand hinterher. In Überzahl gelangen Ben Schütte mit Ausgleich und Führung zwei Treffer in Folge zum 26:25. Drei Minuten später lag die SG wieder 26:29 zurück. "Wir kassieren zweimal in ganz wenigen Minuten viele Gegentore, das kann einfach nicht sein", sagte Breuer. "Auch wenn wir in der ersten Halbzeit Pech hatten mit einigen Schiedsrichterentscheidungen, waren wir im Umschaltspiel einfach zu schlecht. Der Rückzug hat nicht funktioniert, nach vorne waren wir auch nicht schnell genug."

So bleibt nach nur fünf Punkten aus nunmehr 14 Hinrundenspielen die Erkenntnis, dass der Weg zum Klassenverbleib ein für das Löwenrudel verdammt steiniger wird. Die Frage ist, ob das Minimal-Saisonziel mit der aktuellen Besetzung überhaupt zu erreichen ist. "Wir hinterfragen uns ständig", sagt Breuer. "Zum Glück ist es unten sehr eng und sind alle Mannschaften noch eng beisammen." Das ist richtig. Nächste Woche kommt zum Jahresabschluss der TV Korschenbroich an die Gothaer Straße. Der Tabellenzehnte hat aktuell zehn Zähler auf dem Konto. "Da müssen wir einfach punkten", betont Breuer.

Im Winter dann werden einige Weichen neu gestellt. Geschäftsführer Bastian Schlierkamp sucht weiter nach Verstärkungen - doch seine Wunschkandidaten haben einige Angebote vorliegen. Und ein Trainer, der Simon Breuer entlasten könnte, ist nach dem plötzlichen Tod von Goran Suton auf die Schnelle auch nicht gefunden. "Wir müssen jetzt gucken, dass wir das Jahr noch bestmöglich abschließen und in der kurzen Pause ein wenig abschalten", betont Breuer. "Und dann ausgeruht die Aufgabe angehen" - was angesichts des erneuten Hammer-Programms zum Rückrundenauftakt nicht leicht wird.

(RP)
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