Fußball: Die Diva ist wieder gut gelaunt und spielt

Fußball : Die Diva ist wieder gut gelaunt und spielt

Ratingen 04/19 will den zweiten Platz in der Fußball-Oberliga beim SC Kapellen verteidigen.

Er ist eine der schillerndsten Figuren der Liga. Er zählt zu den wenigen Stars dieser Klasse. Seine technischen und spielerischen Fähigkeiten sind überragend. Daniel Rehag würde zwei, drei Klassen höher spielen, wenn ihm dazu nicht die körperlichen und mentalen Voraussetzungen fehlen würden.

Vor wenigen Wochen drohte ihm sogar das Aus bei Ratingen 04/19. Nicht weil er in einer Formkrise steckte, sondern weil seine Art des Umgangs damit nervte und die Mitspieler ätzte. Wenn seine Pässe nicht ankamen, blieb er stehen und lamentierte. Nach einer misslungenen Aktion blieb er liegen. Und dann kam der Punkt, an dem Trainer Alfonso del Cueto die Nase voll hatte und Rehag aus der Mannschaft nahm. "Der macht mich verrückt", gewährte der Coach einen Blick in sein Seelenleben. Wochenlang ließ er Daniel Rehag auf der Bank schmoren, gewährte ihm lediglich Kurzeinsätze. "Er muss im Training zeigen, dass er spielen will", kritisierte der Spanier zudem die Trainingsleistung seines Schützlings.

Seit drei Wochen ist Daniel Rehag wieder dabei und hat in den drei Spielen gegen Speldorf (2), Hönnepel-Niedermörmter und Speldorf (je 1) vier Tore erzielt. "Er hat sich wieder gefangen", urteilt Alfonso del Cueto und lobt die Veränderung seines Zöglings. "Er verhält sich richtig gut. Er ist im Training wieder richtig bei der Sache, so dass er auch wieder die richtige Fitness bekommt. Vor drei, vier Jahren konnte er vielleicht noch ohne richtiges Training spielen, das geht heute nicht mehr. Wenn er will, mach ich mir keinen Kopf."

Daniel Rehag wird am Sonntag in Kapellen spielen und er wird auch gebraucht, denn die Ratinger wollen den zweiten Tabellenplatz verteidigen. Das ist, bei allem Respekt vor dem Tabellenfünften, nicht ausgeschlossen. "Wir sind gut drauf und stehen entsprechend da. Wenn wir uns ordentlich präsentieren, dann gewinnen wir auch", sagt der Coach, der seinem Team eine dreitägige Trainingspause gewährt hatte. "Die hatten sie sich aufgrund der Leistungen verdient. Und die haben doch alle Wehwehchen. Die sollten sie mal auskurieren." Bei Ahmet Isiklar hat das nicht geklappt. Er meldete sich vor dem Training telefonisch wegen Rückenschmerzen ab. Ob er Sonntag spielen kann, ist noch ungewiss. Fehlen werden auch weiterhin die drei Verteidiger Patrick Fiedorra, Christoph Hub und Stefan Prengel, so dass die Viererkette in der gleichen Formation spielen wird wie zuletzt.

Variationsmöglichkeiten bieten sich demnach nur im Offensivbereich, wo Ferhat Ülker aber trotz derzeitiger Ladehemmung gesetzt ist. "Er macht sich zu viele Gedanken", sagt Alfonso del Cueto. "Er wird seine Tore wieder machen. Wichtig ist, dass er im Training wieder trifft." So streiten sich Ismail Cakici und Abdulaye Kourouma um den zweiten Platz im Sturm. Entscheidung offen.

(RP/rl)