1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen
  4. Lokalsport

Der TV Ratingen hat sich in der Verbandsliga stabilisiert

Handball-Analyse : Überraschungssieg in Lintorf brachte die Wende

Der TV Ratingen hatte einen völlig missratenen Start in diese Saison der Handball-Verbandsliga, hat sich aber inzwischen gefangen. Das Trainerteam Jörg Schomburg und Chris Schweinsberg leistet vorzügliche Arbeit, die Talente machen Fortschritte, die Routiniers unterstützen sie mit wertvollen Tipps. So kann es im Neuen Jahr unverändert weitergehen.

Zum Anfang des neuen Jahren setzen sich Marcus Otten, der Handball-Chef des TV Ratingen, sein Cheftrainer Jörg Schomburg und dessen mitspielender Assistent Chris Schweinsberg zusammen. Die Vertragsverlängerung für die kommende Spielzeit steht an, da soll am Europaring frühzeitig Klarheit herrschen. Schomburg sagt: „Eigentlich deutet alles darauf hin, dass es unverändert weitergeht. Sportlich befinden wird uns auf einem guten Weg, wir haben viele junge Spieler in unserer Mannschaft, zwei hoch talentierte A-Junioren aus unserem Verein kommen in der nächsten Spielzeit dazu, und es steht für alle eine hoch interessante Aufgabe an.“

Nach dem völlig missratenem Verbandsliga-Auftakt, der heute noch völlige Rätsel aufgibt mit 2:10 Punkten, haben die Grün-Weißen glänzend aufgetrumpft. Der Überraschungssieg in Lintorf (23:21) brachte die Wende, und neun Punkte aus den jüngsten fünf Spielen reichen zu Platz sechs. Die beiden letzten Hinrundenspiele gegen den Dauerverlierer SW Essen (11. Januar) und dann in Kettwig (18. Januar) können jedenfalls völlig befreit angegangen werden. Das Trainerteam leistete vorzügliche Arbeit, die sich nicht einmal so zwingend in der Tabelle ablesen lässt. Ebenso wertvoll sind die Fortschritte der zahlreichen Youngster. Torwart Marco Sobotta (24) hat leistungsmäßig längst zum zwei Jahre jüngeren Eigengewächs Max Scholz aufgeschlossen, auf dieser Position gibt es keine Probleme. Dann ist der 19-jährige Linkshänder Tobias Demming auf Rechtsaußen immer für feine Tore gut, und links hat sich Pascal Schmidt ebenfalls längst für die erste Sechs empfohlen. Dies gilt zudem für Lars Friedrichs, auch er wurde behutsam über die von Stefan Oberwinster trainierte Reserve (Landesliga) aufgebaut, und die wuchtigen Angriffe des 20 Jahre alten Rückraumspielers gefallen allen, deren Herz für den Turnverein schlägt.

Zudem haben die weiteren Zugänge Mats Wiedemann, Thomas Hanneken (beide 33) und Fabian Pani (21) gut eingeschlagen. Wiedemann ist nach seiner Gala-Vorstellung zuletzt bei der SG Ratingen II (30:29 gewonnen) aus der ersten Sechs kaum noch wegzudenken. Der Routinier, der zuvor mit GW Werden in der Landesliga spielte, ist deckungsstark, beherrscht den Tempogegenstoß, ist sicher beim Strafwurf und das Allerwichtigste: Er kann mit jungen Spielern vorzüglich umgehen. Nie kommen von ihm kritische Worte, immer – wenn angemessen – wohltuendes Lob oder ein kurzer Tipp, was zu verbessern ist. Schomburg dazu: „Der Mats ist eine Riesenbereicherung.“

Der von den Vikings gekommene Fabian Pani ist noch jung, 21, und hat es am Kreis mit gewaltiger Konkurrenz zu tun. Dort machen Routiniers wie Max Beckmann, Michalis Antoniades oder Benny Heimes einen vorzüglichen Job. Sich da durchzusetzen, ist ganz schwer. Thomas Hanneken, aus der Essener Landesliga gekommen, ist sehr ballsicher. Seine Stärke ist das schnelle Passspiel. Und dann muss immer wieder Moritz Metelmann erwähnt werden, der in jedem Spiel, wie seit Jahren, alles gibt, hinten wie vorne. Ist es eng, wird durch ihn der Abschluss gesucht, und seine Arbeit im Mittelblock kann man kaum hoch genug bewerten.

In der kommenden Spielzeit ist auch mit den A-Junioren Sam Moore und Silas Mueskens zu rechnen. Kurze Spieleinsätze bekommen die beiden längst, vor allem in der Reserve, aber die A-Jugend hat Vorrang. Sie kämpft in der Regionalliga um den Meistertitel. Dieses Erfolgserlebnis will man den Jungs nicht nehmen.