Tennis : Der Traum vom Tennis-Titel

Julia Görges und Andrea Petkovic sollen RTC Grün-Weiß zur Deutschen Meisterschaft führen.

Am 10. Juni des Vorjahres feierte der Ratinger Tennisclub Grün-Weiß nicht nur den größten Erfolg der 100-jährigen Vereinsgeschichte. Die 4:5-Niederlage vor 2500 Zuschauern in Bocholt im Endspiel im die Deutsche Meisterschaft der Damen schmeckte nicht bitter, sondern süß. Sie war von jenem Stoff, der geradezu süchtig macht – erfolgssüchtig.

Daniel Meier hat einen Traum. Er möchte, dass am 9. Juni das große Finale steigt, wenn am letzten Spieltag der Bundesliga der Titelverteidiger TC WattExtra Bocholt nach Ratingen kommt. Dann soll es zur Revanche kommen und diesmal will der RTC Grün-Weiß erstmals in seiner Vereinsgeschichte den Titel gewinnen.

Daniel Meier, der das Amt des Sportwarts inne hat, aber als Manager agiert, hat den Kader entsprechend zusammengestellt. Als Spitzenspielerin bietet er Julia Görges auf. Deutschlands Nummer zwei war auch schon im Vorjahr dabei, fehlte aber in Bocholt.

Andrea Petkovic gehört ebenfalls wie im Vorjahr zum Team. In der Kaderliste wird sie als Nummer sieben geführt, weil sie in den Ranglisten durch den Bänderriss, der sie im Vorjahr zur Pause zwang, zurückgefallen ist. Doch gefühlt ist sie noch Deutschlands Nummer eins, auch wenn dort Angelique Kerber steht. Die wurde von Daniel Meier in diesem Jahr nicht verpflichtet. "Wenn die Spielerinnen nicht kommen, macht es doch keinen Sinn", sagt er rückblickend.

Drei Neue ergänzen den Kader. An Position zwei Stefanie Vögele. Die Nummer eins der Schweiz wurde ebenso wie die Luxemburgerin Mandy Minella vom Absteiger Karlsruhe geholt. Das Trio komplettiert die Engländerin Anne Keothavong. "Unser Kader ist gut, auch wenn wir vom Ranking her so top sind", sagt Daniel Meier. Schließlich rangiert Andrea Petkovic in der Weltrangliste derzeit nur um Platz 130, verfügt aber über ein enormes Potenzial.

"Ich habe den Kader der Vorjahre absichtlich nur wenig verändert", sagt Daniel Meier. "Die Kontinuität ist wichtig – für die Spielerinnen, die sich in unserem Club wohl fühlen sollen, aber auch für die Zuschauer und Mitglieder, denen die Spielerinnen somit nicht fremd sind und nicht fragen müssen: wer ist das?"

Top-Favorit ist aber Titelverteidiger Bocholt, der sieben Spielerinnen in seinem Kader hat, die in der Weltrangliste unter den ersten 50 platziert sind. "Aber auch Stuttgart und Essen sind nicht zu unterschätzen", warnt Daniel Meier. "Die Schwaben haben die besten deutschen Nachwuchsspielerinnen in ihren reihen und gegen sie haben wir uns schon vergangene Saison schwer getan." Ein Ausrutscher könnte den Traum vom Endspiel in Ratingen vorzeitig zerstören.

Am ersten Spieltag sind die Ratingerinnen spielfrei, am 12. Mai erwarten sie Ludwigshafen. Am darauffolgenden Wochenende werden sie gegen Essen und in Ludwigshafen erstmals gefordert.

Läuft jedoch alles nach Plan, so steigt am 9. Juni in Ratingen das Endspiel gegen Bocholt. Organisatorisch wurden bereits die notwendigen Schritte vorbereitet. So steht Meier in engem Kontakt zu einem Gerüstbauer. "Wir entscheiden situativ und haben zwei Lösungen, eine große und eine kleinere", sagt der Sportwart, der für den Aufbau der Tribünen nicht nur das mögliche Finale im Blick hat, sondern auch die Einsätze von Julia Görges und Andrea Petkovic.

Sollte es tatsächlich zu dem erhofften großen Finale kommen, sind die beiden auf jeden Fall dabei – sofern sie nicht verletzt sind oder im Endspiel der French Open von Paris auf dem Centre Court stehen.

(RP)
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