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Handball: Der SG Ratingen gehen die Spieler aus

Handball : Der SG Ratingen gehen die Spieler aus

Bei der Pokalniederlage in Angermund verletzte sich Yannik Nitzschmann schwer. Lazarov sah die blaue Karte.

Kaum war das Spiel der SG Ratingen gegen Köln-Wahn zu Ende, ging die große Humpelei los. Jan Kerssenfischer kam auf Krücken vorbei, Marcel Müller mit dickem Knie, Lukas Plaumann mit schniefender Nase und auch Marco Bauer lief nicht wirklich rund. Einen Tag später kam es noch dicker: Yannik Nitzschmann knickte im Pokalspiel mit dem Fuß um und fällt wohl erstmal aus. Und Filip Lazarov sah nach einer Tätlichkeit die Blaue Karte. „Da wird die Personaldecke natürlich sehr dünn“, betont Trainer Khalid Khan.

Die Niederlage am Sonntag im Pokal tat weh, erklärt sich für den Coach jedoch zumindest teilweise anhand der Umstände. „Lukas Plaumann, der schon gegen Köln mit Grippe gespielt hatte, fiel dann aus, außerdem verlieren wir Lazarov früh im Spiel. Wir hatten irgendwann keine Rückraumspieler mehr.“

So mussten einige der Akteure, die schon am Samstag mühsam gegen Köln siegten, keine 24 Stunden später nochmal ran – ein Mammutprogramm. Und die Liste der längerfristigen Ausfälle ist lang. Kerssenfischer und Müller kommen diese Saison wohl nicht mehr wieder, bei Nitzschmann steht Mittwoch eine MRT-Untersuchung an. Ole Völker kommt gerade aus einer langen Verletzung, Fabian Claussen fällt noch bis zum Jahresende aus. „Wir sondieren den Markt, führen konkrete Gespräche mit potenziellen Spielern“, betont Geschäftsführer Bastian Schlierkamp. „Klar ist, dass wir Verstärkungen brauchen. Aber sie müssen eben auch konzeptionell und finanziell zu uns passen.“ Und das ist, angesichts des Zeitpunkts mitten in der Saison, gar nicht so einfach. „Wir werden jetzt nicht den perfekten Spieler bekommen, sondern müssen Kompromisse eingehen“, betont Schlierkamp. „Dieses Verletzungspech begleitet uns allerdings schon seit Jahren.“

Dazu kommen gravierende Leistungsschwankungen. Torhüter Petre Angelov zum Beispiel erwischte ein rabenschwarzes Wochenende und hielt in beiden Spielen fast keinen Ball. Lazarov agierte gegen Köln ordentlich – und ließ sich gegen Angermund dann nach nur 20 Minuten zu einer Tätlichkeit hinreißen. „Er wurde in den Magenbereich geschlagen“, sagt Khan. „Das Foul an sich war schon rotwürdig. Trotzdem darf er danach nicht ausrasten.“ Immerhin kommt der mazedonische Nationalspieler mit einem blauen Auge davon – er wird nicht gesperrt und kann am Wochenende gegen die Adler Königshof in der Liga ganz normal auflaufen.

Angesichts der Umstände ist es schon fast eine Überraschung, dass das Löwenrudel mit dem Sieg am Samstag die Tabellenführung der Regionalliga – zumindest nach Pluspunkten – übernommen hat. Trotzdem sehen die Verantwortlichen noch viel Steigerungspotenzial. Immerhin stimmt die Moral, das war am Wochenende zu sehen. „Ich bin mit den Jungs als Mannschaft sehr zufrieden“, betont Khan. „Uns gehen aber die Alternativen aus.“