Fußball-Oberliga Ratingen 04/19: Der RSV ist ein Spitzenteam - zumindest fast

Fußball-Oberliga Ratingen 04/19: Der RSV ist ein Spitzenteam - zumindest fast

Der Fußball-Oberligist beendet die Saison auf Rang sieben. Der Kader bleibt beisammen - doch wie sind die Aussichten?

Ratingen Mit einem Zwölferpack aus der Saison verabschiedet - was das positive Gefühl angeht, kann den Saisonausklang von Ratingen 04/19 nur wenig toppen. Und doch ist man beim Fußball-Oberligisten insgesamt zwar zufrieden - und doch auch ein wenig enttäuscht, dass eine gute Saison am Ende "nur" für Rang sieben gereicht hat. Eine Analyse zum Ist-Zustand des RSV - und was sich ändern müsste, würde das Team von Trainer Alfonso del Cueto ein echter Titelkandidat werden wollen.

Mark Zeh: In der ersten Saison unumstritten als Kapitän. Foto: Blazy Achim

Die Defensive Was den hinteren Bereich angeht, gibt es bei den Ratingern kaum etwas zu klagen. Mit 45 Gegentreffern kassierte das Torhüterduo Dennis Raschka (32 Spiele) und Felix Burdzyk (zwei Einsätze) die drittwenigsten der Liga. Die Innenverteidigung mit Kapitän Mark Zeh und Phil Spillmann (erzielte sogar neun Treffer) ist eine Bank, auf außen gehört Orhan Dombayci zu den Top-Spielern der Oberliga. Fynn Eckhardt auf der linken Seite schwächelte nach einem starken Start etwas. Weil Tim Manstein die Ratinger verlässt, braucht der Verein auf jeden Fall noch einen starken Innenverteidiger. Trainer del Cueto wünscht sich zudem noch einen Linksverteidiger.

Carlos Penan könnte einer der besten Spieler der Liga sein - wenn er denn wollen würde. RP-Archivfotos: Blazy Foto: Blazy Achim

Im zentralen Mittelfeld lieferten Ole Päffgen, Erkan Ari und Fatih Özbayrak meist starke Leistungen ab. Manchmal jedoch könnte insgesamt ein wenig mehr körperliche Präsenz im Spiel sein - dies gilt jedoch vor allem für...

Phil Spillmann: der torgefährliche Abwehrspieler. Foto: Blazy Achim

Die Offensive Mit 74 Toren erzielten die Ratinger die fünftmeisten Treffer der Liga. Zieht man jedoch die zwölf Treffer des letzten Spiels gegen den DSC ab, rutscht der RSV auf Rang zwölf ab. hängen. Ismail Cakici traf 17 Mal, Carlos Penan erzielte zwölf Tore. Auch Özbayrak (fünf Tore) und Luka Bosnjak (6) trafen ordentlich.

Fatih Özbayrak muss an seiner Chancenverwertung arbeiten. Foto: Blazy Achim
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Und doch wäre gerade in der Abteilung Attacke mehr drin beim RSV. Cakici zum Beispiel erzielte nur vier seiner 17 Saisontore gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Und Penan müsste - bei seinen technischen und körperlichen Anlagen - problemlos die doppelte Anzahl an Treffern verbuchen können, müsste einer der besten Spieler der Liga sein - wenn er denn wollte. Der Angreifer wirkte jedoch gerade in dieser Saison oft ein wenig unkonzentriert und fahrig. Auch für Özbayrak gilt, dass er bei einer vernünftigen Chancenverwertung eine zweistellige Anzahl an Toren auf dem Konto haben müsste. Der 22-Jährige glänzte immerhin mit 15 Vorlagen.

Hier ist noch Luft nach oben. Will der RSV wirklich irgendwann das Thema Meistertitel angehen, muss gerade im vorderen Bereich kaltschnäuziger, mitunter auch mal etwas ruppiger agiert werden. Ein weiterer bulliger Knipser täte dem Team in der kommenden Saison sicherlich sehr gut.

Saisonstart Torhüter Raschka ist inzwischen im vierten Jahr beim RSV. "Und jedes Jahr haben wir den Start ein wenig vergeigt", sagt der Schlussmann. Zwei Trainer hatte das in den vergangenen Spielzeiten gar den Job gekostet. Auch in der vergangenen Saison musste Karl Weiß nach nur sechs Punkten aus sieben Spielen dran glauben. "Du musst in den ersten fünf, sechs Spielen ein kleines Polster holen, gleich oben mit dabei sein", betont Trainer del Cueto. "Sonst läufst du die ganze Saison der Musik hinterher." Auch Kapitän Zeh hämmert auf Konzentration ab Spiel eins: "Wir müssen sofort hellwach sein", betont der Routinier. "Gerade am Anfang der Saison haben wir Spiele verloren, in denen wir nicht schlechter waren, sondern einfach weniger clever."

Der Kader Ein Umstand für die meist mäßigen Starts ist sicherlich auch, dass die Trainer Jahr für Jahr massive Umbrüche im Kader zu verkraften hatten: Der Nachteil einer talentierten, jungen Mannschaft ist nun einmal, dass gute Spieler abgeworben werden. Um so wichtiger ist es, dass die Stammelf der Ratinger bereits für die kommende Saison unter Vertrag steht. So wird das Team zumindest eingespielt in das neue Jahr starten können. Und dank der Zugänge wie Denis Ivosevic und den erwarteten Transfers von weiteren Innenverteidigern und Offensivspielen dürfte Ratingen hier qualitativ noch einmal zulegen.

(RP)