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Dennis Raschka ist seit 2014 Torwart bei Ratingen 04/19 in der Oberliga

Urgesteine im Ratinger Sport (Teil 7) : Vertragsverlängerung just vor Weihnachten

In unserer Serie widmen wir uns Sportlern, die das Gros ihrer Karriere bei einem einzigen Verein Ratingens verbracht haben. Heute: Dennis Raschka von Ratingen 04/19. Der Torwart ist seit 2014 an Bord und hat schon 175 Spiele in der Fußball-Oberliga für den Klub absolviert.

Die Zeiten, als Fußballer ihr ganzes Sportler-Leben bei einem einzigen Verein verbrachten, sind bis auf ganz wenige Ausnahmen vorbei. So eine ist Dennis Raschka. Die 28-jährige Nummer Eins im Tor des Fußball-Oberligisten Ratingen 04/19 ist der dienstälteste Spieler des Traditionsvereins. Auch der Spruch, dass Torhüter und Linksaußen eine Macke haben, trifft auf Raschka keineswegs zu. Er ist vielmehr ein ruhiger Vertreter seiner Zunft, der nicht nur ans liebe Geld denkt. „Für mich ist wichtig, dass ich mich bei einem Verein wohl fühle“, sagt Raschka.

Dafür nimmt er auch die relativ weiten Fahrten auf sich. 35 Kilometer sind es von seinem Wohnort in Bochum bis zum Ratinger Stadion. Das Fußball-ABC hat der Torwart beim VfL Bochum und später bei RW Essen erlernt. Mit dem Eintritt ins Seniorenalter bekam Raschka einen Vertrag bei RW Essen II (Oberliga). Doch dann löste der Verein die zweite Mannschaft auf. Da traf es sich gut, dass Michael Kulm, ehemals Manager bei 04/19, und Raschka sich über den Weg liefen. Kulm empfahl Raschka und Marcel Dietz, ebenfalls Torwart und heute beim Liga-Rivalen Sterkrade Nord tätig, bei 04/19 anzuheuern. Angedacht war, dass Dietz die Nummer eins wird. Doch Trainer Alfonso del Cueto, der 2014 Ratingen 04/19 trainierte, entschied sich für Raschka.

So begann dessen Karriere in Ratingen im Sommer 2014, die bis heute andauert. Mittlerweile hat er knapp 200 Spiele in der Oberliga hinter sich, davon – laut Datenbank von fupa.net – 175 für 04/19. Mehr Spiele bei ein und demselben Verein hat kein Oberliga-Spieler aufzuweisen. Und es werden wohl noch einige Spiele dazukommen, denn gerade in diesen Tagen hat 04/19-Boss Jens Stieghorst den Vertrag mit Dennis Raschka verlängert.

Beruflich hat sich Raschka für eine Ausbildung zum Personal-Dienstleistungskaufmann entschieden und diesen Entschluss ebenso wenig bereut wie seinen Einstieg bei 04/19. Übrigens, es sollte ein Einstieg nach Maß werden. „Wir wurden Dritter am Ende der Saison 2014/2015, das war schon toll“, erinnert sich Raschka. Möglich wurde das alles auch deshalb, weil seine Eltern sich enorm für die sportliche Laufbahn ihres Sohnes engagierten. „Wie oft habe ich die Mutter beim Training Kaffee trinken sehen. Sie wartete, bis ihr Sohn frisch geduscht fertig war, um ihn nach Hause zu fahren“, erinnert sich Stieghorst.

Mittlerweile besitzt Raschka ein eigenes Auto, doch die Eltern verfolgen nach wie vor die sportliche Entwicklung ihres Sohnes und sind bei Spielen immer dabei. Von Verletzungen ist Raschka weitestgehenst verschont geblieben – bis auf einen Fußbruch im Sommer 2018. Den zog er sich beim Training zu, als er im Rasen steckenblieb. „Ich musste ein halbes Jahr pausieren. Es war eine harte Zeit. Aber aufgebaut hat mich, dass das gesamte Umfeld im Verein mich immer getröstet und mir Mut zugesprochen hat“, sagt Raschka. Auch Stieghorst gehört zu der Chat-Gruppe, in der es die zahlreichen Aufmunterungen gab. „Erst da wurde mir bewusst, welch hohen Stellenwert unser Torwart innerhalb der Mannschaft besitzt“, sagt der Vorsitzende.

Sportlich hat sich Raschka weiterentwickelt. Großen Anteil daran hatte Torwart-Trainer Klaus Boes, der nach sechs Jahren zu seinem Heimatverein BW Mintard wechselte. Sein Nachfolger wurde Alen Batarillo, ein Fußball-Verrückter im positiven Sinne. „Der setzt andere Akzente und hat mich weiter gepuscht, vor allem im körperlichen und mentalen Bereich. Ich fühle mich fit wie noch nie“, lobt Raschka seinen neuen Torwart-Trainer.

Dass Raschka großen Wert auf Tugenden legt, die man heute nur noch selten bei Fußballern kennt, zeigt sich auch daran, dass er mit Michael Dietz, seinem einstigen Konkurrenten, auch heute noch eine enge Freundschaft pflegt. „Er hat mich immer unterstützt und gute Ratschläge gegeben. Das werde ich ihm nie vergessen“, so Raschka.

Auf die Frage, ob er denn nicht sportliche Ambitionen in den Profi-Bereich gehegt habe, antwortet er: „Ich habe schnell erkannt, dass meine Grenzen in der Oberliga erreicht sind. Und hier bei Ratingen 04/19 bin ich mehr als zufrieden. Am liebsten würde ich hier bleiben, bis ich meine aktive Laufbahn beende.“ An den Klub knüpft er auch seine sportlich schönsten Erinnerungen: „Das war neben dem dritten Platz im Jahre 2014 erst kürzlich eine Parade gegen unseren Erzrivalen SSVg Velbert, als ich einen sogenannten unhaltbaren Schuss aus dem unteren Eck gefischt habe. Das war die Basis für unseren 3:0-Sieg.“ Fast in einem Atemzug fügt Raschka hinzu: „Ich weiß aber auch, dass Menschen Fehler machen, und so habe auch ich mir manchen Patzer geleistet. Aber ich hatte trotzdem immer das Vertrauen der Mannschaft.“

Auch ein Grund, warum Raschka keinen Grund sieht, den Verein zu wechseln. „Hier stimmt einfach alles. Der Verein hat eine tolle Sportanlage, gute Trainer, leistet beste Nachwuchsarbeit. Was will man mehr?“. Wünsche zum Jahreswechsel hat Raschka auch. „An erster Stelle steht die Gesundheit. Dabei denke ich vor allem an meine Eltern und meine Großeltern. Fußballerisch möchte ich noch ein paar Jahre bei 04/19 spielen. Ich hoffe, dass das auch klappt.“ Mit der Vertragsverlängerung vor Weihnachten ist er diesem Wunsch ja schon mal ein Stück näher gekommen.