Sportpolitik : Das Duell

Werner Schierenbeck will Vorsitzender des Stadtsportverbandes bleiben.Hermann Pöhling ist der Gegenkandidat. Die Mitgliederversammlung entscheidet am Freitag.

Werner Schierenbeck ist gewarnt. Hermann Pöhling, sein Herausforderer, hat ihn persönlich über seine Gegenkandidatur informiert. "Er hat mich angerufen und mir gesagt, dass er gegen mich antritt", berichtet Schierenbeck lächelnd, obwohl er nun um sein Amt bangen muss. Denn vieles deutet auf einen Wechsel an der Spitze des Stadtsportverbandes — der Dachorganisation aller Ratinger Sportvereine — hin, der für Freitag um 19.30 Uhr in den kleinen Saal der Stadthalle zur Mitgliederversammlung geladen hat.

Der Amtsinhaber Werner Schierenbeck tritt guten Mutes vor die Mitglieder, denn er ist mit seiner geleisteten Arbeit zufrieden. "Es gab eine ganze Reihe von Versuchen, wo wir uns erfolgreich eingeschaltet haben", sagt er. "Wir haben auf die Auswirkungen der Ogata hingewiesen und wollen versuchen, einiges mit Dezernent Steuwe sicherzustellen und zu regeln. Wir wollen, dass die frühen Nachmittagsstunden in den Hallen für die Vereine frei gehalten werden. Es dürfen nicht wenige Kinder die Hallenstunden blockieren, sie müssen weiterhin optimal ausgenutzt werden."

Zweiter wesentlicher Punkt sei "die Instandsetzung der Sportstätten, wo es einen erheblichen Nachholbedarf" gebe. "Die Hallen müssen so hergerichtet werden, dass die Vereine zufrieden sind." Zudem müssten die Rasenplätze saniert und die Ascheplätze in Kunstrasenplätze umgewandelt werden. "Aber das geschieht. Das ist natürlich ein Riesenprogramm, das viel Geld kostet und nicht bis zum nächsten Jahr erledigt sein wird."

Der Herausforderer Hermann Pöhling findet, die von einigen Politikern gegeißelte Kampfabstimmung sei ein "schöner demokratischen Vorgang. Was gibt es Besseres, als die Wahl zwischen zwei Kandidaten?"

Pöhling sagt, was er anders und besser machen will und verrät vorab fünf Punkte. Erstens: Er will den Stadtsportverband (SSV) nicht wie einen Verein behandeln, wo die Mitglieder die Arbeit des Vorstandes nur abnicken. Zweitens: Pöhling will das geballte Wissen der Funktionäre nutzen und sie in einen ständigen Dialog einbinden. "Das wurde zum Beispiel bei der Hallennutzungsordnung und den Sportförderrichtlinien versäumt. Das hat mir nicht geschmeckt, das will ich besser machen." Drittens: Er will die Hilfeleistungen für die Vereine verbessern und intensivieren — zum Beispiel im Hinblick auf die steuerliche Gesetzgebung. Viertens: Er sieht den SSV in der Rolle des Ideengebers und Moderators, nicht des Veranstalters. Fünftens: Er will die Solidarität unter den Sportlern und Vereinen stärken. "Wir dürfen uns nicht gegenseitig das Leben schwer machen, sondern müssen uns gegenseitig helfen und fördern." KOMMENTAR

(RP)
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