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Coronavirus stoppt auch die Laufveranstaltung des TuS Breitscheid

Leichtathletik : Neuer Termin für Breitscheider Nacht

Auch der TuS Breitscheid musste aufgrund der Coronavirus-Pandemie seine beliebte Lauf-Veranstaltung in diesem Jahr absagen. Das reißt ein Loch in die Kasse, ist aber notwendig. Am 1. Mai 2021 soll es den Startschuss dann endlich geben. Damit ist nun auch klar, dass der Neanderland-Cup in diesem Jahr eingestellt ist.

Vor rund drei Wochen galt sie schon als gefährdet, nun ist die Breitscheider Nacht für dieses Jahr abgesagt worden. Damit geht auch einher, dass der Neanderland-Cup eingestellt wird, da die Breitscheider Nacht zu den zehn Läufen für diese Serie gehört, von denen nun sechs bereits abgesagt wurden. Eigentlich wollte der TuS Breitscheid seine beliebte Laufveranstaltung am 2. Mai starten, nachdem die 27. Auflage im Vorjahr eine gelungene Premiere mit dem Termin Anfang des Wonnemonats gefeiert hatte. Nun muss die 28. Auflage wegen der Coronavirus-Pandemie warten. „Es tut mir in der Seele weh“, sagt Chef-Organisatorin Chantal Gobrecht, die immerhin schon einen neuen Termin für die 28. Breitscheider Nacht gefunden hat: den 1. Mai 2021.

Dann sollen die vielen Ideen des Planungsteams umgesetzt werden, die für dieses Jahr schon fixiert waren. „Die Breitscheider Nacht sollte nicht nur eine Laufveranstaltung, sondern vor allem ein Familientag sein, bei dem Spiel und Spaß im Rahmenprogramm zu den Läufen im Vordergrund stehen“, sagt Gobrecht. Dafür hatte die Fußballabteilung bereits einen Parcours für Kinder geplant, die Baseballer der „Goose Necks“ wollten ein Probetraining anbieten und Stadtwerke und Flughafen hätten eine Torwand und eine Hüpfburg gestellt. Die Organisatoren hoffen, dass das auch 2021 so umgesetzt werden kann.

Die bisherigen Anmeldezahlen sahen vielversprechend aus, ein neuer Teilnehmerrekord hatte sich angedeutet. „Letztlich aber blieb uns keine andere Wahl als eine Absage. Diese Entscheidung haben wir frühzeitig getroffen und kommuniziert, damit alle Läuferinnen und Läufer dies berücksichtigen können“, sagt Mitorganisator Cedric Gobrecht, der an die Adresse der angemeldeten Läufer ergänzt: „Als kleines Trostpflaster und auch als Dankeschön für die frühe Anmeldung haben wir ihnen einen Freistart im nächsten Jahr versprochen. Viele haben angeboten, die Startgebühren zu spenden, worüber wir uns wirklich sehr gefreut haben.“

Diese große Geste hat der Verein auch tatsächlich nötig, allein die Absage in diesem Jahr schmerzt auch finanziell. „Wir haben schon bisher viel Geld investiert, zum Beispiel in Finishermedaillen für alle Bambini und Jugendliche“, berichtet Geschäftsführer Armin Zielke. Und der Vorsitzende Taner Egin-Richter verdeutlicht: „Der Wegfall reißt ein dickes Loch in die Budgetplanung. Wir können in diesem Jahr keine Vereinsfahrten und Trainingscamps für Kinder subventionieren, so diese denn überhaupt stattfinden. Das schmerzt, denn es war und ist uns immer ein Anliegen, dass im TuS jeder Sport treiben und soziale Kontakte knüpfen und pflegen kann, unabhängig vom Geldbeutel.“

Der wird aber nun für den gesamten Verein schmaler, denn es ziehen sich aufgrund der Corona-Krise bereits Sponsoren zurück oder reduzieren ihre Unterstützung für den TuS. „Das ist ja nachvollziehbar, und das können wir auch keinem unserer Sponsoren übelnehmen“, zeigt Klaus Stemmer, der im TuS-Vorstand das Sponsoring verantwortet, Verständnis. „Viele unserer Partner machen gerade selbst sehr schwere Zeiten durch.“ Um ihnen zu helfen, bietet der TuS allen Partnerfirmen eine Werbemöglichkeit auf seiner Homepage an, wo er bei den Mitgliedern darum wirbt, die TuS-Sponsoren in der Krise zu unterstützen.

Dieses „Wir-Gefühl“ im TuS zeigt sich auf einer anderen Ebene noch stärker: Von den Vereinsmitgliedern gab es keine Forderungen, Beiträge auszusetzen oder zu erstatten. Egin-Richter sieht den Grund hierfür darin, dass der TuS stets eine Verknüpfung des Mitgliedsbeitrags mit der konkreten Inanspruchnahme von Trainings- und Kursangeboten abgelehnt hat. Ein Mitglied, das einmal wöchentlich in der Walking-Gruppe mitmacht, zahlt den gleichen Beitrag wie ein ambitionierter Triathlet, der fünf Trainings pro Woche absolviert. „Wir verstehen den TuS als Solidargemeinschaft, in dem das Wir im Vordergrund steht. Darüber hinaus sind unsere Beiträge äußerst niedrig“, so Egin-Richter. „Auch das ist nur möglich, weil das Wir in Form engagierter, ehrenamtlicher Tätigkeit an so vielen Stellen und bei so vielen Gelegenheiten gelebt wird.“ So blickt sein Vorstandsteam trotz aller Nackenschläge positiv in die Zukunft und hofft auf eine baldige Entspannung der Lage, um den Sportbetrieb wieder aufnehmen zu können.