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Coronavirus sorgt für Absage des Mehrkampf-Meetings 2020 in Ratingen

Leichtathletik : „Es hätte nicht schön werden können“

Am Freitag gab es die Gewissheit: Im Jahr 2020 wird es aufgrund der Coronavirus-Pandemie kein Mehrkampf-Meeting im Ratinger Stadion geben. Der TV Ratingen freut sich aber schon auf die Ausrichtung der 24. Auflage in 2021.

So unschön der Gedanke für die Leichtathletik-Fans auch ist – alles andere als die Entscheidung, das Mehrkampf-Meeting im Ratinger Stadion in diesem Jahr abzusagen, wäre schwer zu vermitteln gewesen. Immerhin sind die Olympischen Spiele in Tokio aufgrund der Coronavirus-Pandemie bereits um ein Jahr auf 2021 verschoben worden, und in den vergangenen Tagen traf es immer mehr Veranstaltungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), die ersatzlos gestrichen werden mussten (siehe Info-Kasten). Und so war die Nachricht, die der DLV am Freitagnachmittag kommunizierte, zwar nicht mehr wirklich überraschend, aber sie brachte Gewissheit: Das Meeting fällt in diesem Jahr aus. Darauf hatten sich die Deutsche Leichtathletik-Marketing GmbH (DLM) als Veranstalter, der DLV und der Ausrichter TV Ratingen geeinigt.

Die Beschlüsse der Bundesregierung vom vergangenen Mittwoch, dass Großveranstaltungen aufgrund der Pandemie bis einschließlich 31. August untersagt sind, hatten den Ursprungstermin 20./21. Juni ohnehin schon gekippt – immerhin zieht das Meeting der deutschen und internationalen Zehnkämpfer und Siebenkämpferinnen jährlich an einem Wochenende mehrere Tausend Zuschauer ins Ratinger Stadion, was mit den derzeitigen Regelungen nicht zu vereinbaren ist.

So ging es nur noch um die Frage: verlegen oder absagen? „Nach dem 31. August hätten wir es nicht mehr machen können“, sagt Marion Weißhoff-Günther, die Vorsitzende des TV Ratingen, und erklärt: „Im September hätten wir keine Zwei-Tages-Veranstaltung mehr machen können, weil das Meeting ja auch in den Leichtathletik-Weltkalender passen muss – und da wird es jetzt schon sehr eng. Es gibt keine Alternative mehr.“

Natürlich trifft den TV und die Stadt Ratingen, die jährlich durch das Meeting einen großen Werbe- und Image-Effekt verzeichnen, die Absage, aber Weißhoff-Günther betont auch: „Für uns ist es okay. Es wäre mit einer Verlegung schwierig geworden und mit einer Austragung ohne Zuschauer, was auch diskutiert wurde, noch schwieriger. Für uns ist immer klar: Wenn wir es machen, soll es schön für alle werden – für die Sportler, die Fans und unsere Mitglieder. Das hätte es so aber nicht mehr werden können.“ Die Absage ist damit logisch.

„Wir haben lange für eine Durchführung dieser Traditionsveranstaltung gekämpft, die ,höhere Gewalt‘ zwang uns aber zu dieser einzig richtigen Entscheidung“, erklärt Meeting-Direktor Frank Lebert von der DLM. „Aufgrund restriktiver Reisebeschränkungen, insbesondere für die internationalen Athleten, sowie aktuell nicht vorhandener Trainingsmöglichkeiten, blieb uns gar keine andere Möglichkeit. Eine Chancengleichheit wäre nie und nimmer gewährleistet.“ DLV-Generaldirektor Idriss Gonschinska ergänzt: „Natürlich ist die Absage sehr bedauerlich, aber aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie unausweichlich. Letztlich fehlte in diesem Jahr durch die notwendig gewordene Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf das Jahr 2021 die Rolle als Qualifikations-Meeting für ein internationales Groß-Event.“

Tickets für Tokio können im nächsten Jahr wieder der Anreiz für Zehnkämpfer und Siebenkämpferinnen sein, nach Ratingen zu kommen. „Wir sind derzeit in Verhandlungen über einen neuen Termin für das 24. Mehrkampf-Meeting“, sagt Weißhoff-Günther, die wie jedes Jahr einen Termin Ende Juni anpeilt, damit noch genug Zeit vor Olympia ist. „Wir freuen uns schon jetzt darauf, das Meeting in 2021 wieder auszurichten“, sagt Weißhoff-Günther.