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Coronavirus: SK Heiligenhaus hofft auf Fortführung der Bundesliga

Sportkegeln : Gestoppt vor dem größten Erfolg

Nur noch ein Play-Off-Spieltag stand in der Sportkegel-Bundesliga aus, dann unterbrach das Coronavirus die Saison. Die SK Heiligenhaus hofft auf eine Fortführung, auch wenn sie dann eventuell Oberthal zum Titel gratulieren müsste.

Mit dem Sieg in der heimischen Kegelanlage am Heljensbad hatte die SK Heiligenhaus die Tabellenspitze in den Play-Offs zur Deutschen Meisterschaft übernommen – dann stoppte die Coronavirus-Pandemie auch die Bundesliga-Sportkegler. Und das, da nur noch der Spieltag beim Rekordmeister und punktgleichen Verfolger KF Oberthal aussteht, an dem die Entscheidung über den Titelträger 2019/2020 zwischen der SKH und Oberthal gefallen wäre. „So kurz vor dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte gestoppt zu werden, ist schon bitter“, sagt Kapitän Marcel Grote, dessen Heiligenhauser in der Klubhistorie auch noch nie als Vizemeister einliefen.

Wie es mit diesem letzten Spieltag und der Entscheidung um die Meisterschaft weitergeht, ist derzeit völlig offen. Der Deutsche Schere-Keglerbund (DSKB) hatte am 15. März als Termin den 1. Mai in Aussicht gestellt um zu verkünden, wie er analog zum internationalen Verband verfahren will, der diesen Termin ebenfalls genannt hatte. Die nationalen Einzel-Meisterschaften der Junioren und Senioren wurden zudem bereits für dieses Jahr abgesagt. „Was die Bundesligen angeht, ist bislang nichts entschieden, und ich weiß auch von keiner Tendenz. Ich denke aber, dass der Verband versuchen wird, die letzten Spieltage nachzuholen, um das mit Abstieg und Aufstieg auch sportlich geklärt zu haben“, sagt Grote.

DSKB-Präsident Carsten Schinke bestätigt die Vermutung: „Ich hoffe tatsächlich noch, diesen einen Spieltag durchführen zu können, denn das wäre nicht nur aus sportlichen, sondern eben auch aus wirtschaftlichen Gründen für die Hallenbetreiber wichtig.“ Klar ist aber auch: „Es gibt in diesen Zeiten wichtigere Dinge als Sport, aber Sportveranstaltungen sind auch hilfreich, das Leben lebenswert zu erhalten“, sagt Schinke, der „die bestmögliche Entscheidung im Sinne des Kegelsports“ herbeiführen will.

Betroffen von dieser Entscheidung ist nicht nur die Bundesliga-Mannschaft der SKH, sondern auch die Reserve als Spitzenreiter der Rheinlandliga. Deren Saison war schon vor der Corona-Zwangspause beendet, die Play-Downs in der 2. Bundesliga aber nicht – auch da steht der letzte Spieltag noch aus. Sollte abgebrochen werden, besteht die Möglichkeit, dass die SKH-Reserve nicht aufsteigen darf, weil es keine Absteiger aus Liga zwei gibt. „Ich sehe aber sportlich kein Problem darin, die Ligen um die Mannschaften aufzustocken, die sich als Aufsteiger qualifiziert haben“, sagt Grote, weiß aber auch: „Teilweise sind noch drei Mannschaften in einem Aufstiegsrennen – wie will man da entscheiden, wie es gewertet wird?“ Der Heiligenhauser merkt aber auch an: „Wir haben eigentlich recht wenig Zeitdruck, weil die neue Saison erst Ende August, Anfang September beginnen würde. Da könnte man die aktuelle theoretisch noch im Juni zu Ende spielen, wenn die Hallen dann wieder öffnen dürfen.“

Denn auch für die Anlagen wird man überlegen müssen, wie sich die Virus-Übertragung vermeiden lässt. Zwar ist Kegeln kein Kontaktsport, hinter den Bahnen ist es aber meistens eng mit Aktiven und Zuschauern. Zudem: „Es hat ja nicht jeder eigene Kugeln – wie gewährleistet man, dass es nicht zu einer Übertragung kommt, wenn alle dieselben Kugeln anfassen?“, fragt Grote, der Handschuhe dafür ausschließt, da dann das Gefühl für die Kugel verloren ginge. Das ist ohnehin essenziell bei den Keglern, weswegen Grote auch glaubt, dass zwei bis drei Wochen Vorlauf nötig seien, bevor es mit der Saison weitergehen könnte: „Wir hatten jetzt alle sechs Wochen keine Kugel in der Hand, es sollten aber für alle faire Bedingungen sein.“ Generell hofft der Heiligenhauser Kapitän auf eine Fortführung: „Sollte die Saison jetzt abgebrochen und wir dadurch kampflos Meister werden, weil wir gerade in der Tabelle vorne sind, fände ich das keine gute Lösung. Da könnten wir uns auch sportlich gar nicht richtig drüber freuen. Wir würden gerne den letzten Spieltag in Oberthal spielen.“