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Coronavirus: Ratingen 04/19, TV Ratingen, TuS Lintorf stellen Betrieb ein

Absagen auch im Fußball : Der Sport steht still

Aufgrund des Coronavirus wurden alle Fußballspiele abgesagt, so auch die der Oberliga mit Ratingen 04/19. Der TV Ratingen, der TV Hösel und der TuS 08 Lintorf setzen den Sportbetrieb ebenso aus, bis nach den Osterferien steht der Sport in der Stadt still.

Nachdem am Donnerstagabend alle Handballspiele abgesagt worden waren, folgten am gestrigen Freitag auch die Amateur-Fußballer: Der Fußball-Verband Niederrhein (FVN) teilte mit, dass er den Spielbetrieb im Jugend- und Seniorenbereich mit sofortiger Wirkung einstellt. Diese Regelung wurde für sämtliche Meisterschafts- und Pokalspiele getroffen und gilt bis Sonntag, 19. April. Betroffen davon sind damit alle lokalen Ligen, auch die höchste Amateurklasse, die Oberliga mit Ratingen 04/19, den Sportfreunden Baumberg (SFB) und dem 1. FC Monheim (FCM).

Jens Stieghorst hat diese Entwicklung „kommen sehen“, wie der Vorsitzende von 04/19 im Gespräch mit unserer Redaktion sagt, auch wenn er einschränkt: „Vor einigen Wochen war das nicht abzusehen, aber spätestens ab der Bundespressekonferenz, bei der Angela Merkel gesagt hat, dass man möglichst seine sozialen Kontakte einstellen soll, war mir klar, dass es so kommen würde.“ Die Ratinger haben am Freitag den Trainingsbetrieb des ganzen Klubs bis auf Weiteres ausgesetzt und befinden sich in einem engen Austausch mit den zuständigen Behörden und dem Krisenstab, den die Stadt Ratingen mit dem Kreis Mettmann und der Landesregierung gebildet hat.

Ob die Entscheidung des FVN richtig oder falsch ist, mag Stieghorst nicht beurteilen: „Das ist eine außergewöhnliche Situation, die es so noch nie gab und die wir deshalb auch gar nicht bewerten können. Jetzt zählt erst einmal die Gesundheit aller, um danach hoffentlich wieder in einen Normalzustand kommen zu können.“ Wann das sein kann, weiß derzeit niemand. „Wir müssen von Tag zu Tag gucken, es ist alles aktuell nicht absehbar“, sagt Stieghorst und ergänzt: „Der Verband wird sicher beratschlagen und über das weitere Vorgehen informieren. Aktuell ist er aber so schlau wie wir.“

Von der Dynamik ist Salah El Halimi schon überrascht worden, berichtet der SFB-Trainer: „Anfangs habe ich noch gedacht, das würde eher die Profis mit den vielen Zuschauern betreffen. Dass nun der komplette Amateur-Fußball ausgesetzt wird, hatte ich so nicht erwartet.“ El Halimi ergänzt. „Wir müssen das auch erst einmal selber einordnen und der Verein auch. Ich denke, dass der Trainingsbetrieb zumindest eingeschränkt wird. Wir wollen zwar keine Panik verbreiten, aber auch nicht blauäugig mit der Situation umgehen. Maßnahmen zur Hygiene und zur Vermeidung des Körperkontaktes haben wir schon umgesetzt.“

In Monheim sperrte der FCM sein Rheinstadion: „Um der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, hat der Vorstand unseres Vereins beschlossen, dass Rheinstadion zunächst bis zum 22. März auch für den kompletten Trainingsbetrieb zu sperren, um etwaige Zusammenkünfte von aktiven und passiven Mitgliedern für den Moment einzudämmen“, schrieb der Klub bei Facebook. „Jetzt haben wir erstmal ein paar Tage Ruhe“, sagt Trainer Dennis Ruess trocken. Er warnt vor Panikmache und erinnert daran, dass Etikette, wie in die Armbeuge zu husten oder sich die Hände zu waschen ja ohnehin Teil des gesellschaftlichen Lebens sein sollten. Er betont aber auch: „Um das für den Moment einzudämmen, ist die Entscheidung nachvollziehbar, sie ist getroffen und wir müssen sie akzeptieren. Ich bin aber gespannt, was da alles noch dranhängt – ob die Saison beendet wird oder wir dann nach der Pause sechs, sieben Englische Wochen in Folge haben. Das wäre ja auch nicht einfach für die Spieler, die alle berufstätig oder Studenten sind“, sagt Ruess wohlwissend, dass das alle Klubs betrifft.

Michael Schneider war am Freitag beim Arzt – der konnte aber eine Viruserkrankung beim Vorsitzenden des Stadtsportverbandes (SSV) ausschließen: „Es ist eine starke Mandelentzündung und eine Seitenstrang-Angina, die aber zu einhundert Prozent bakteriell ist“, sagt Schneider, dessen SSV den Vereinen der Stadt rät, den Handlungsempfehlungen der Behörden zu folgen, worin es unter anderem heißt, dass davon abzusehen sei, derzeit Training in (Schul-)Hallen anzubieten. Erste Rückmeldungen lassen den Schluss zu: „Die Vereine orientieren sich an den Schulschließungen, was auch richtig ist. 99 Prozent der Vereine sind völlig verständnisvoll aufgrund dieser außergewöhnlichen Situation“, sagt Schneider.

Als Erstes meldete der TV Ratingen am Freitagmorgen, dass er seinen kompletten Sportbetrieb ab kommenden Montag einstellen wird. „Das betrifft alle Sportgruppen, eine Wiederaufnahme ist für den 20. April geplant“, teilte Ratingens größter Sportverein mit. Wenig später zog auch der zweitgrößte Klub nach: „Die Verantwortlichen des TuS 08 Lintorf sehen sich (...) leider gezwungen, den kompletten Sport- und Trainingsbetrieb aller seiner Fachbereiche und Abteilungen mit Wirkung ab Montag, 16. März, 0 Uhr, bis auf Weiteres einzustellen. Der Spielbetrieb durch die Verbände unserer einzelnen Fachbereiche und Abteilungen wurde zuvor bereits gestoppt“, teilte der TuS 08 mit.

Ergänzend dazu hieß es: „Ebenso schließt bis auf Widerruf der TuS-Sportraum B117 am Breitscheider Weg 117 sowie das Clubhaus LW4 am Lintorfer Weg 4 für sämtliche Sportangebote oder sonstige Aktivitäten. Im Gesundheitszentrum TuSfit an der Brands­heide 30 entfallen auch bis auf Weiteres sämtliche Kurse. Individuelles Training an den Geräten ist zur Zeit (noch) möglich.“ Auch der Turnverein Hösel zog am Nachmittag nach und stellt seinen Übungsbetrieb ab Montag bis voraussichtlich 20. April ein. Der Sport steht still.