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Kegeln: Baumeister: Zum Abschied Bronze

Kegeln : Baumeister: Zum Abschied Bronze

Bei den Deutschen Meisterschaften der Sportkegler scheidet Titelverteidiger Daniel Mittestädt aus Heiligenhaus früh aus. Aber im Paarkampf wird er mit seinem Mannschaftskamerad Volker Baumeister Dritter. Senior Manfred Pock wird bei den Herren C Vierter.

Im Anschluss an eine großartige Saison, die die Heiligenhauser Sportkegler mit dem dritten Platz in der Bundesliga abschlossen, ging es für einen kleinen Teil bei den Deutschen Meisterschaften noch einmal um Medaillen. So qualifizierten sich Daniel Mittelstädt und Volker Baumeister über regionale Meisterschaften für die nationalen Wettkämpfe, die in diesem Jahr in Kassel stattfanden. Auch Senior Manfred Pock war mit von der Partie und eröffnete die Wettkämpfe aus Heiligenhauser Sicht.

Im Vorlauf zeigte Pock, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört und qualifizierte sich mit 800 Holz für das Finale der besten Vier. Hier fand er allerdings überhaupt nicht in Tritt und musste sich mit dem vierten Platz zufrieden geben. 743 Holz waren am Ende zu wenig, um einen Platz auf dem Treppchen zu ergattern. Dennoch freute sich Pock über den gelungenen Saisonabschluss. Einer der vier besten Kegler seiner Altersklasse (Herren C) zu sein, ist schließlich ein hervorragendes Ergebnis. Pock engagiert sich darüber hinaus aktiv in der Heiligenhauser Jugend und versucht dort, seine Erfahrung an die Kegler von morgen weiterzugeben.

Frühes Aus für Titelverteidiger

Daniel Mittelstädt ging gleich in zwei Disziplinen an den Start: im Einzel und im Paarkampf mit Teamkollege Volker Baumeister. Im Vorlauf des Einzels hatte Mittelstädt viel Pech und haderte mit den trickreichen Bahnen. 860 Holz reichten schließlich nicht zum Einzug in den Zwischenlauf. Magere fünf Hölzer mehr hingegen reichten Kai Knobel vom Liga-Konkurrenten KSV Riol zur Teilnahme an der nächsten Runde. Ärgerlich aus Sicht des Heiligenhauser Mannschaftskapitäns, der als Titelverteidiger schon früh aus dem Rennen war.

Hallensprecher perplex

Aber er hatte noch die Chance mit Volker Baumeister im Paarkampf für Furore zu sorgen. Das Heiligenhauser Duo dominierte Vor- und Zwischenlauf nach Belieben und stellten eine Bestzahl nach der anderen auf. 794 und 783 Holz (bei 120 Würfen Abräumen mit Kranzwertung) ließen den Hallensprecher nachfragen, ob man sich nicht um 100 Holz vertan habe.

Im Finale mussten Mittelstädt und Baumeister dann jedoch tatenlos zusehen, wie Holger Mayer und Daniel Schöneberger einen Sahnetag erwischten. 848 Holz bedeuteten einen neuen deutschen Rekord und den Titel für die Kegler vom deutschen Mannschaftsmeister KF Oberthal. Platz zwei ging ebenfalls an ein Doppel aus Oberthal (736) und die Heiligenhauser mussten sich mit Bronze begnügen (729).

Für Volker Baumeister war es außerdem der letzte Auftritt im Dress der SKH. Der Leistungsträger will aus familiären Gründen in Zukunft etwas kürzer treten und schließt sich in der kommenden Spielzeit seinem Heimatverein Samo Remscheid (Niederrheinliga) an. Er hatte sich zum Abschluss noch einen Titel gewünscht, der ihm leider verwährt wurde.

Grund zur Aufregung gab es derweil schon im Vorfeld. Der westdeutsche Keglerverband (WKV) hielt es nicht für nötig, die Anlage in Kassel für diverse Trainingseinheiten zu mieten und überließ das den einzelnen Spielern selber. Da man die Anlage nur stundenweise und im Ganzen mieten konnte, waren die Einheiten übermäßig teuer, so dass kein westdeutscher Kegler trainieren konnte. Da sich die anderen Verbände diesen Luxus leisteten, gingen ihre Kegler mit einem klaren Wettbewerbsvorteil ins Rennen und waren fast in jeder Disziplin überlegen.

Verband schoss ein Eigentor

Weil es bei den deutschen Meisterschaften nicht nur um Medaillen, sondern auch um Startplätze beziehungsweise Zuteilungen für das kommende Jahr geht, hat der WKV ein klassisches Eigentor geschossen. Verständlich, dass nicht nur Sportler, sondern auch die Vereinsverantwortlichen über eine derartige Kurzsichtigkeit mehr als empört waren.

(RP)