Fußball : Aydogan in die Türkei

Ratingen 04/19, Spitzenreiter der Fußball-Niederrheinliga, muss am Sonntag beim punkt-und torlosen Aufsteiger in Baumberg antreten. Doch die Sportfreunde sind alles andere als ein angenehmer Gegner.

Vom Papier her ist das eine klare Sache. Das wissen die Spieler, das weiß der Trainer, das wissen die Fans. Aber da es um Fußball geht, ist die ganze Angelegenheit weitaus komplizierter. Also hat Karl Weiß in den vergangenen Tagen das getan, was wohl die meisten Kollegen auch getan hätten: im Training die Zügel angezogen und in der Kabine gepredigt, dass das Spiel alles andere als ein Selbstläufer wird.

Dabei hatte er nicht nur gute Argumente, sondern auch zwei treffliche Beispiele. Der Coach erinnerte daran, dass in der vergangenen Saison ein Testspiel bei den Sportfreunden nicht gewonnen werden konnte (2:2). Aber vor allem erinnerte er seine Spieler an die Begegnung in Solingen. Die Union stand längst als Absteiger fest, leistete erheblichen Widerstand, so das die Ratinger mit viel, viel Glück kurz vor Schluss noch gewannen.

"Wir haben gegen Außenseiter in der Vergangenheit so einige Punkte liegen lassen und viel Lehrgeld bezahlt", sagt Trainer Karl Weiß, der prognostiziert, dass der Aufsteiger eine harte Nuss wird. "Die werden alles rein werfen, um nicht auch das dritte Spiel zu verlieren. Darauf müssen wir vorbereitet sein."

Bei allen berechtigten Warnungen bleibt Weiß Realist und auch Optimist: "Wenn die Einstellung stimmt, Laufbereitschaft und Konzentration vorhanden sind, werden wir auch gewinnen. Dann wird sich die größere Qualität durchsetzen." Auch auf Kunstrasen? Da sieht Weiß überhaupt kein Problem, weil die Mannschaft während der Vorbereitung die Turniere in Heiligenhaus und Tiefenbroich auch auf dem Geläuf bestritten hat.

Der alten Fußballer-Weisheit "never change a winning team" will Karl Weiß keine Bedeutung beimessen. "Die Saison ist lang und wir werden sie aufgrund unserer hohen Laufarbeit sicher nicht mit elf Mann bestreiten", sagt Weiß, der nach eigenem Bekunden "die Rotationsmaschine anwerfen" will. Zunächst allerdings sehr moderat — auf ein, zwei Positionen will er einen Wechsel vornehmen.

Zu einer Änderung ist er gezwungen. Hidayet Aydogan, der in Oberhausen sein erfolgreiches Debüt mit zwei Toren krönte, ist in die Türkei geflogen. "Das hat er uns aber vor der Saison mitgeteilt und wir waren damit einverstanden", berichtet der Coach. Gut möglich, dass für Aydogan wieder Sebastian Hoffmann in die Anfangsformation rückt, der dann neben Ganesh Pundt als zweite echte Spitze fungieren würde. Neben Aydogan fehlen weiterhin die angeschlagenen Mats Kroepmanns (Virus) und Freddy Hoffmann (Adduktoren).

Die zweite Änderung könnte die Viererkette betreffen. Eser Karadag drängt wieder in die Elf. Daniel Rey-Alonso könnte ins Mittelfeld vorrücken, wo einer weichen müsste.

(RP)