Reitsport : Auf Piano zum Erfolg

Verena Leuchten sorgt für positive Schlagzeilen im vom Doping überschatteten Reitsport:Sie ist Rheinische Vizemeisterin geworden. Als Basis für ein gutes Abschneiden nennt die 18-Jährige Teamgeist.

Die deutsche Übersetzung von "Piano" ist "leise". Ruhig würde aber in diesem Fall besser passen, denn ganz ruhig war "Piano", als es die drei internationalen Dressuraufgaben auf Gut Langfort in Langenfeld meistern musste. Szenekenner wissen: "Piano" ist ein Pferd — in diesem Fall zwölf Jahre alt und trug in Langenfeld Verena Leuchten auf dem braunen Rücken. Zusammen wurden sie dort Rheinische Vizemeister — das ist der größte Erfolg von Verena Leuchten auf einem ausgewachsenen Pferd. Denn vorher hatte die 18-Jährige nur Erfolge mit dem Pony gefeiert, war unter anderem Bundeschampion und Finalistin bei den Deutschen Meisterschaften gewesen.

Nun überzeugte sie also mit "Piano", das sie aber von Geburt an kennt. "Meine Mutter hat ihn ausgebildet und wir haben ihn auf unserem Hof ja selber aufgezogen", sagt Verena Leuchten. Auf Gut Volkardey ist sie auch selbst aufgewachsen, kennt Pferde und den Umgang mit ihnen also auch seit ihrer eigenen Geburt. Die erste Reiterprüfung absolvierte sie mit vier Jahren — seitdem reitet sie und nimmt Unannehmlichkeiten wie Stall sauber machen oder Pferd bürsten gern in Kauf. "Das gehört doch dazu."

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Und die Arbeit mit den Tieren macht ihr Spaß: "Das Schöne am Reiten ist, dass man etwas zusammen mit dem Pferd macht. Das man nicht alleine ist und es daher kein Einzelsport ist. Man hat ein Pferd, das seinen eigenen Willen hat", erklärt Verena Leuchten. Und weiter: "Man muss darauf Rücksicht nehmen. Das muss sich erst einspielen und dann wächst man als Team zusammen. Manchmal haben die Pferde ihren eigenen Kopf und springen irgendwo hin. Das dauert einige Zeit und man muss viele Turniere reiten, um zu sehen, wie sich das Pferd in der Prüfung verhält, bis man einen Draht zueinander entwickelt."

Das Reiten nimmt Verena Leuchten jedoch nicht komplett in Anspruch — im nächsten Jahr will sie ihr Abitur machen. Pädagogik und Deutsch hat sie als Leistungskurse: "Damit kann ich bei einem Pferd nicht viel anfangen", lacht Verena Leuchten. "Aber ich finde das ziemlich interessant, weil da auch Psychologie zugehört und man viel über Menschen lernt."

Ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens bleiben aber die Pferde: "Meistens gehe ich direkt nach der Schule reiten. Dann muss ich was für die Schule tun, aber danach habe ich immer noch genug Zeit, um was anderes zu machen." Als Hobbys nennt Verena Leuchten: "Mit Freunden treffen oder bei schönem Wetter abends draußen chillen." Letzteres bedeutet im amerikanischen Sprachgebrauch übrigens "sich entspannen" — und das macht man am besten "piano".

(RP)