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Handball: Alarm: Ratingen gehen die Torhüter aus

Handball : Alarm: Ratingen gehen die Torhüter aus

Zum Aus von Jens Bothe kam jetzt beim Handball-Drittligisten der überraschende Abschied von Magnus Schumacher.

Es muss den Verantwortlichen der SG Ratingen fast wie ein Alptraum vorkommen. Dass die Ratinger in der 3. Handball-Bundesliga ein Abenteuer erwartet, war klar. Insbesondere Trainer Richard Ratka, der sich im Top-Handball bestens auskennt, betätigte sich immer als Mahner und Warner: "Das wird eine riesige Herausforderung." Dafür glaubten sich die Verantwortlichen um den Spieler-Manager Bastian Schlierkamp durch ihre Neuverpflichtungen entsprechend vorbereitet zu haben. Gut zwei Wochen vor dem Meisterschaftsbeginn am 31. August (17 Uhr) beim Soester TV hat der Klassen-Neuling trotzdem ein ernsthaftes Problem - weil ihm die Torhüter ausgehen. Nach dem Stand von heute ist nur noch der 22-jährige Mathis Stecken übrig.

Erst kürzlich hatte der bisherige Stammkeeper Jens Bothe unfreiwillig seinen Ausstieg erklärt. Der Torhüter, der bereits in der abgelaufenen Saison wegen seiner Leistenbeschwerden eine Pause hatte einlegen müssen, muss für ein Jahr komplett aussetzen. Was der 25-Jährige für Ratingen wert ist, zeigte besonders auch das Aufstiegsjahr. Damals nahm sich die SG ihre schöpferische Krise genau zu jener Zeit, als Bothe nicht mitmischen konnte.

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Sein Stellvertreter Magnus Schumacher (22) schien die Lücke nicht stopfen zu können - war aber am Ende entscheidend am Aufstieg beteiligt. Beim Aufstiegs-Rückspiel in Longerich sprang er nach der Roten Karte für Bothe ein und lieferte sehr sehenswerte Paraden. Haken für die SG: Schumacher erklärte jetzt, dass er seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung beendet. Der Schritt traf die Ratinger wie aus dem Nichts. Ganz klar: Mathis Stecken, erst zu dieser Saison aus dem erweiterten Kader des Zweitligisten TuSEM Essen gekommen, wird die Herkules-Aufgabe 3. Liga nicht allein stemmen können. Ratingen braucht mindestens einen zweiten Torwart.

"Die Suche läuft", sagt Manager Schlierkamp, "aber ein Schnellschuss bringt nichts." Weil alle Top-Leute längst vergeben sind, denken die Ratinger auch an Ungewöhnliches. Selbst eine Art Job-Teilung zwischen (erfahrenen) Keepern, die sich allein keine kraft- und zeitraubende Drittliga-Saison mehr vorstellen können, gehört dazu. Ganz sicher steht fest, dass Mathis Stecken die Nummer eins der Mannschaft ist. "Das wäre er möglicherweise auch so geworden", sagt Schlierkamp.

Zahlreiche Gedanken kreisen um die allgemeine Personallage, denn Ratingen plagen nicht nur auf der Torhüter-Position aufgrund zahlreicher Verletzungen große Probleme. Beispiele: Für die Rückraum-Mitte fallen Dominic Kasal und Marcel Müller (beide operiert) noch länger aus. Rückraumspieler Schlierkamp selbst hatte gehofft, in Kürze wieder voll einsteigen zu können. Auf dringende ärztliche Empfehlung pausiert er aber bis zum Ende des Jahres. Ein Lichtblick: Als Alternative für den Rückraum kommt mit einem Zweitspielrecht der 1,97 Meter lange Tim Wittenberg (22) vom benachbarten Verbandsligisten Mettmann-Sport. Nun hofft die SG, dass ihr auch bei der Torhütersuche ein Happy End gelingt.

(RP)