Handball: 1000 Zuschauer sehen das Handball-Derby

Handball : 1000 Zuschauer sehen das Handball-Derby

Diese SG Ratingen wird niemand stoppen können. Schlierkamp und seine Mitstreiter überrollen auch den TV Ratingen, gewinnen mit 43:31.

Dass die SG Ratingen eine großartige Handballmannschaft stellt, ist längst bekannt. In der Verbandsliga, das deutet sich jetzt schon an, wird es kaum einen Gegner geben, der ihr Paroli bieten kann. Wie der Verein aber dieses Großereignis, das Derby gegen den TV Ratingen mit rund 1000 Zuschauern (873 über Karten, hinzu kamen die ehrenamtlichen Helfer) gemeistert hat, das war Extraklasse.

Schon eine knappe Stunde vor dem Anpfiff gab es rund um die Sporthalle an der Gothaer Straße keine Parkplätze mehr. Die SG ahnte es, stellte einen Helfer ab, der alle Autofahrer warnte, nicht in die Hallennähe zu fahren. So blieb ein Verkehrs-Chaos aus und alle kamen rechtzeitig in die Halle.

Dort gab es beim Einlass keine Warteschlangen, alles hatte die SG geregelt. Dann die Stände in der Halle — auch hier keine Schlangen, kein Gedränge, nichts. Die Hallenansage meisterte Michaela Schlierkamp wie ein Profi. Auch die Trainerbefragungen nach dem Schlusspfiff moderierte die 29-Jährige glänzend, wie man es besser einfach nicht machen kann. Das gesamte Rahmenprogramm mit den Cheerleader, den Turngruppen — alles kam an. Dazu die passende Musik. Und nach dem Abpfiff zog es nur wenige direkt nach Hause. In der Halle war weiter der Teufel los. Egal ob im grün-weißen TV-Trikot oder in rot-weißer SG-Kleidung, den Farben des Turnerbund 08.

Sportlich verlief das Derby zu einseitig, um von einem guten Spiel sprechen zu können. Zehn Minuten, bis zum 6:5, konnte der TV mithalten. Dann fiel er immer mehr zurück und war ohne Chance. Die SG gewann 43:31 (22:15). Schon früh war die Spannung raus. Die SG war viel zu stark. Der guten Stimmung in der Halle tat das keinen Abbruch. Man erfreute sich an den glänzenden Spielzügen der weiter unbesiegten Gastgeber.

Trainer Pascal Mahé hat seine Abwehr nun so stehen, wie er sich das eigentlich eher erwünscht hatte. Die hoffnungslos unterlegenen TV-Cracks bekamen das zu spüren. Bei nahezu jeder Balleroberung versuchte Torwart Jens Bothe, später auch Magnus Schumacher, einen Tempogegenstoß einzuleiten. Das Personal dazu hat die SG. Es gibt dort keinen Spieler, dem dazu die nötige Schnelligkeit fehlt — nimmt man vielleicht einmal den ZweiZentner-Riesen Pistolesi aus. Der französische Routinier hat dafür immer noch andere Stärken.

Christian Rommelfanger, etwas über ein Jahr im Dienst der SG, bestritt sein letztes Spiel. Unglaublich, mit welcher Spielfreude der nach Korschenbroich zurück kehrende Rückraumspieler noch einmal bei der Sache war. Natürlich auf Kosten des TV, der kein Gegenmittel gegen dessen geballte Spielkunst kannte. Mahé: "Meine Mannschaft ist nun eingespielt. Nach 20 Minuten war das Spiel entschieden." Und Co-Trainer Sven Maletzki: "Mit der Turu habe ich hier in Ratingen West schon mal vor solcher Kulisse gespielt. Einfach Klasse."

(w-m)
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