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Fußball: 04/19 beschwört den Zusammenhalt

Fußball : 04/19 beschwört den Zusammenhalt

Nach dem Fehlstart in der Fußball-Oberliga soll der RSV gegen Baumberg zurück in die Spur finden.

Frühere Spieler von Manchester United kennen ihn noch, den berüchtigten „Hairdryer“ ihres Ex-Trainers Alex Ferguson. Der „Hairdryer“, übersetzt Fön, hieß so, weil sich der Coach direkt vor seinen Spieler stellte und ihm aus nächster Nähe ins Gesicht schrie. Ganz so schlimm wie „Sir Alex“ soll Jens Stieghorst nicht gewesen sein. Doch die Brandrede, die der Präsident von Ratingen 04/19 am Montag vor der Mannschaft hielt, hatte es in sich.

Mangelnde Leidenschaft warf der Vorsitzende den Oberliga-Kickern vor, eine desaströse Körpersprache. Vorwürfe, die angesichts der Ausbeute von nur einem Punkt aus vier Spielen zum Saisonstart schmerzlich ankommen dürften.

Beobachter der ersten Spiele kamen zu dem Schluss, dass in Sachen Zusammenhalt der Mannschaft noch nicht alles rund läuft. „Es stimmt nicht komplett im Team, das ist richtig“, sagt Trainer Alfonso del Cueto, der von Stieghorst ausdrücklich den Rücken gestärkt bekam. Doch auch der Coach ist selbstkritisch. „Ich muss mir vorwerfen, dass ich noch keine funktionierende Mannschaft gefunden habe“, sagt der Trainer, der in den bisherigen vier Spielen viel experimentierte und auch damit durchaus Unruhe ins Team brachte.

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Doch das alleine genügt nicht, um die bisher schwachen Leistungen zu rechtfertigen. Vermeintliche Leistungsträger bringen ihre Leistung nicht, Spieler liefern Tiraden nach Auswechslungen oder Nichtberücksichtigungen ab, hinzu kommen teils hanebüchene Fehler und eine desaströse Chancenverwertung – alles perfekte Zutaten für einen missratenen Saisonstart. Dazu kommt noch der Ausfall von Stammtorwart Dennis Raschka. Ersatzmann Almantas Savonis hat sich zwar nicht wirklich was zu schulden kommen lassen. „Aber ein wenig Unsicherheit ist dadurch vielleicht trotzdem da, wenn Raschka fehlt“, räumt del Cueto ein.

Vor dem Kellerduell gegen die Sportfreunde Baumberg (Sonntag, 15 Uhr), die zum Saisonstart ebenfalls weit unter den Erwartungen blieben, beschwören die Verantwortlichen des RSV jedoch den Zusammenhalt und das Positive. „Die Mannschaft ist jetzt gefragt“, sagt Stieghorst. „Wir gehen zwar unter Druck, aber positiv in das Spiel. Ich gehe von einer klaren Reaktion der Mannschaft aus, ich verspreche, wir werden eine Mannschaft sehen, die sich anders präsentiert. Ich erwarte Emotionen und positive Körpersprache.“ Einer der Spieler wird diese Anforderung jedoch nicht mehr umsetzen: Carlos Penan, der vor der Saison eine neue Arbeitsstelle annahm, teilte dem Klub mit, dass er seinen Dreijahresvertrag nicht mehr erfüllen möchte. Deshalb erteilte ihm der Club die Freigabe, bis zum Ende der Wechselfrist heute gegen eine Ablösesumme den Verein wechseln zu können.

Auch ohne Penan, der in den Planungen ohnehin keine Rolle mehr spielte, bleibt für die Verantwortlichen dringend zu hoffen, dass die Mannschaft den Bock von alleine umstößt. Denn den dritten Trainerwechsel nach nur wenigen Spielen in drei Jahren – das will nun wirklich keiner in Ratingen. „Die Unsicherheit in der Mannschaft ist da, dass muss aber nicht sein“, betont Trainer del Cueto. „Wir haben viel Qualität und könnten schon viel mehr Punkte haben, als wir bisher geholt haben.“

Das Spiel gegen Baumberg wäre ein guter Moment, damit endlich anzufangen.