Heiligenhaus: Spielplatzflächen sollen verkauft werden

Heiligenhaus: Spielplatzflächen sollen verkauft werden

Im Oktober vergangenen Jahres beschloss der Rat der Stadt Heiligenhaus endgültig die Schließung von elf Spielplätzen. Die Politik diskutiert nun darüber, was mit den Grundstücken geschehen soll.

Die Debatten um die Pläne zur Schließung von etwa einem Dutzend Spielflächen haben in den vergangenen zwei Jahren Wellen geschlagen. Der Spardruck zwang die Stadtverwaltung, auch hier den Rotstift zu schwingen, denn mit einem Budget von 80.000 Euro könne man nicht allen Spielplätzen gerecht werden, so der Tenor.

Nach langer politischer Diskussion und Befragung der Bürger beschloss der Rat im Oktober vergangenen Jahres dann die Schließung von elf Spielplätzen. Darunter die Flächen Dresdner Straße und Haydnweg sowie Rossdeller Straße.

Deren Verkauf ist derzeit Thema in den politischen Gremien, denn: "Die Nachfrage nach Wohnraum in Heiligenhaus ist ungebrochen", betont Bürgermeister Jan Heinisch (CDU) regelmäßig.

Bereits im Stadtentwicklungsausschuss von März 2016 war die Folgenutzung der Flächen beraten und mehrheitlich befürwortet worden. Die Flächen Dresdner Straße mit insgesamt 333 Quadratmetern und Haydnweg mit 323 Quadratmetern seien, so eine Vorlage der Stadtverwaltung Heiligenhaus, "entsprechend der vorhandenen Umgebungsbebauung mit freistehenden, eingeschossigen Einfamilienhäusern bebaubar". Es bestünde auch hier eine regelmäßige Nachfrage nach Wohnbauland, stellt die Stadt fest.

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Den Bodenrichtwert beziffert die Stadtverwaltung an der Dresdner Straße mit 220 Euro pro Quadratmeter und am Haydnweg mit 195 Euro pro Quadratmeter.

Ein freistehendes Wohngebäude, möglicherweise in winkelförmiger Bauweise, empfiehlt die Stadtverwaltung für den Bau auf dem Grundstück Rossdeller Straße, um die Hanglage auszugleichen. Die Experten schätzen, dass dort etwa zwölf bis 18 Wohneinheiten realisiert werden könnten. Der Bodenrichtwert beträgt dort 195 Euro pro Quadratmeter. Die Grundstücke sollen über die Webseite der Stadt Heiligenhaus vermarktet werden. Die SPD dagegen kritisiert jetzt den Zeitplan der städtischen Verkaufsabsicht. SPD-Vorsitzender Ingmar Janssen: "Mit hoher Eile sollen nach dem Willen von CDU und FDP Spielplatzflächen für eine Bebauung verkauft werden. Offensichtlich sollen so schnell ein paar Euros gemacht werden, um den städtischen Haushalt schön reden zu können. Doch damit nicht genug. Jetzt sollen schnell weitere Freiflächen in Heiligenhaus verschwinden, so zum Beispiel ein Teil der Grünfläche Oppelner Straße. Das ist unsinniger Aktionismus auf Kosten unserer Bürger."

"Die Stadt braucht keine Schnellschüsse, sondern eine sach- und bedarfsgerechte Wohnungsbaupolitik mit geeigneten Flächen. Dazu bedarf es eines vernünftigen Konzeptes", so Friedrich-Ernst Martin (SPD). Er verweist auf die beschlossene Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft, die auch geförderte seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen anbieten soll. Janssen: "Die beschlossene Wohnungsbaugesellschaft könnte wertvolle Dienste leisten." Es sei "kaum fassbar", dass die Gründung vom Bürgermeister bislang nicht umgesetzt wurde.

(sade)