1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Heiligenhaus: Spielhaus ist Treffpunkt für Familien

Heiligenhaus : Spielhaus ist Treffpunkt für Familien

Die beliebte Einrichtung in der Oberilp gibt es seit 40 Jahren. In den Ferien wird endlich der Keller umgebaut.

Generationen von Oberilpern sind im Spielhaus groß geworden - und geht es nach den Oberilpern, dann sollen auch noch viele Generationen hier groß werden. Eigentlich ist das bunte Haus an der Hunsrückstraße nämlich viel mehr als nur ein Spielplatz. Am Freitag besuchte der SPD-Ortsverband das inoffizielle Familienzentrum in der Oberilp und feierte gemeinsam mit Mitarbeitern, Müttern und natürlich den Kindern den letzten Spieltag vor den großen Ferien.

Denn auch dort wird es für einige Wochen ruhig. Naja, nicht ganz. Denn Ende Juli rückt hier schweres Gerät an, um ein Problem zu lösen, dass die Nutzung des Hauses derzeit stark einschränkt. "Das Bauamt hat den Keller für Gruppen über zehn Personen gesperrt", erklärt der Leiter Christoph Meschede. "Grund dafür ist der Brandschutz."

Würde es hier unten brennen, dann ist der Fluchtweg bereits von Beginn an durch ein Fenster im hinteren Bar-Bereich vorgesehen. Im Brandfall wird es eng. Durch das Fenster wurde in der Vergangenheit zudem bereits zweimal eingebrochen. Im Regelfall halten sich dort unten wesentlich mehr als zehn Menschen auf. Viele beliebte Angebote mussten ausfallen, die Kinderdisco zum Beispiel.

"Die meisten der jungen Nutzer hätten sehr verständnisvoll darauf reagiert. "Die lokale Politik hat das erst durch Zufall bei einem Rundgang durch die Oberilp im Wahlkampf erfahren", moniert Ingmar Janssen (SPD). Nach jahrelanger Duldung des Problems hat sich die Verwaltung nun zum Handeln entschlossen. "Ende Juli wird in einer etwa zweiwöchigen Baumaßnahme das Problem gelöst. Dann wird auch eine Tür zum Fitnessbereich eingesetzt. Wir sind ganz froh, dass die Maßnahme in den Ferien stattfindet und uns nicht im Alltag beschäftigt", sagt Meschede, der sich darüber freut, dass nach den Monaten der Sperrung dann auch wieder die komplette Vermietung des Gebäudes möglich ist. "Die Räumlichkeiten oben werden oft für Kindergeburtstage genutzt, hier unten mit der Bar können auch andere Gelegenheiten gefeiert werden. Diese Einnahmen fielen erstmal weg."

Sie sind ein willkommenes Zubrot, nachdem das Spielhaus auch für ein halbes Jahr lang unter der Haushaltssperre litt. "Spender wie örtliche Firmen halfen uns da über die Runden." Zwei Vollzeitkräfte sowie drei Honorarkräfte halten den Alltag im Spielhaus aufrecht. "Früher waren es mal zehn und man merkt schon, dass diese Kräfte fehlen. Wir könnten sonst noch mehr anbieten", erinnert sich der Diplom-Sozialpädagoge Meschede, der seit 1987 an Bord des Spielhauses ist und selbst von sich sagt, in seine Aufgabe hineingewachsen zu sein. Die Aufgaben gingen dabei weit über das Pädagogische hinaus, schließlich wird von den Mitarbeitern auch das Gebäude und der Garten betreut.

Eine Oberilp ohne Spielhaus? Kaum vorstellbar. "Das Haus ist stark frequentiert und das nicht nur von Kindern. Hier kommen auch viele Mütter vorbei, die selbst hier schon als Kinder gespielt haben, und schon ihre ein- oder zwei-jährigen Kinder mitbringen, die dann irgendwann auch ohne Mütter kommen." Mit dem großen Netzwerk im Hintergrund seien die Mitarbeiter oft Ansprechpartner in vielen Fragen der Lebenshilfe, fast täglich gebe es zum Beispiel Fragen zu Briefen von Ämtern. "Eigentlich kommen hier Menschen jeden Alters vorbei - und jeder Kultur."

(sade)