Sonne im Tank – der Titel war Programm auf dem Vorplatz der Stadthalle.

Ratingen : So fährt man auf Solarenergie ab

Sonne im Tank – der Titel ist Programm auf dem Vorplatz der Stadthalle. Es gibt viele wichtige Infos.

Nur ein sinnvoller Umgang mit Energie hat Zukunft. Das ist auch Heike Schröder bewusst. Sie überlegt, das Familienauto abzuschaffen und stattdessen die Großeinkäufe mit einem Elektro-Lasten-Fahrrad zu erledigen. Der Kostenfaktor ist dabei ein Aspekt, der andere und viel größere: der Klimaschutz: „Als meine Tochter aus Indien wieder kam, da kam die Wende und das Umdenken. Sie hat uns auf das Thema Klimaschutz aufmerksam gemacht und wie wichtig es ist, für klimafreundliche Maßnahmen offen zu sein. Meine andere Tochter sieht das genauso. Jetzt erziehen uns unsere Töchter.“ Deshalb war die 52-Jährige beim Aktionstag zu Solarstrom und E-Autos: „Sonne im Tank“ mit dabei.

Der Titel war auf dem Vorplatz der Stadthalle Programm: Bei strahlendem Sonnenschein konnten Besucher selber E-Autos und Elektro-Lasten-Fahrräder testen und sich über Photovoltaik-Anlagen bei dem städtischen Klimaschutzmanagement, der Verbraucherzentrale NRW, den Stadtwerken Ratingen und der EnergieAgentur.NRW informieren. „Die Veranstaltung soll den Besuchern das Thema Klimaschutz einfach mal praktisch näher bringen. Hier kann man direkt ein E-Auto ausprobieren und erfährt direkt das andere Fahrgefühl“, so die städtische Klimaschutzbeauftragte Elena Plank. „Dass meine Stelle beispielsweise 2018 besetzt wurde, ist ein wichtiger Schritt, aber es ist auch ein Schritt, der bei den Bürgern nicht direkt ankommt. Aktionen wie heute hingegen schon: Das sehen die Bürger, und dann passiert auch was“, so Plank.

In Deutschland sind Photovoltaik-Anlagen längst keine Seltenheit mehr. Doch mit der Umstellung auf Solarstrom stehen Verbraucher vor einer Vielzahl von Fragen. So auch Alexander Jung: „Mein Sohn baut gerade ein Eigenheim, und wir möchten einfach von Anfang an zukunftsorientiert vorgehen, dass man keine Nachrüstungen am Ende vornehmen muss. Deshalb möchte ich mich heute mal über die Photovoltaik-Anlagen und die Ladestationen für E-Autos informieren.“ Was das angeht, ist der 73-Jährige bei Thomas Bertram an der richtigen Adresse. Er ist Energieberater der Verbraucherzentrale NRW und möchte so viele Besucher wie möglich über die Vorteile von Solarstrom aufklären: „E-Autos produzieren nur ein Viertel der Wärme, die normale Autos produzieren würden. Das motiviert mich, mich für E-Autos auszusprechen. Diese Veranstaltung ist sehr wichtig, weil wir den Klimaschutz so schnell wie möglich vorantreiben sollten.“

Dabei bietet die Verbraucherzentrale in Kooperation mit der Stadt bereits im zweiten Jahr anlässlich einer Quartiersberatung individuelle Beratungen zu Photovoltaik-Anlagen zu einem reduzierten Preis von 30 statt 60 Euro an. Die Stadt Ratingen übernimmt vom 1. Juni bis 14. Juli für die ersten 50 Beratungen die Kosten, sodass Bürger das Angebot kostenfrei in Anspruch nehmen können. „Im vergangenen Jahr wurden alle 50 Beratungen genutzt. In diesem Jahr sind noch Restplätze an kostenlosen Beratungen verfügbar“, betont Plank. Bei der rund 90-minütigen Beratung prüfen die anbieterunabhängigen Energieexperten der Verbraucherzentrale, ob das Haus für eine Solaranlage geeignet ist, was investiert werden muss, mit welchem Stromertrag gerechnet werden kann und welche finanziellen Fördermöglichkeiten es gibt. Auch Heike Schröder hat, nachdem sie eine Runde auf dem Elektro-Lasten-Fahrrad gedreht hat, einen Beratungstermin zur Photovoltaik-Anlage vereinbart.

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