Sonderausstellung in Hösel

Ratingen : Sonderausstellung in Hösel

Die Schau im Landesmuseum zeigt Oberschlesien im Zweiten Weltkrieg.

Hösel (RP) Oberschlesien blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück: Erster Weltkrieg, Aufstände und Volksabstimmung, Teilung, Zweiter Weltkrieg und anschließend Flucht und Vertreibung prägten diese Region im 20. Jahrhundert.

Die Tafelausstellung im Oberschlesischen Landesmuseum an der Bahnhofstraße in Hösel stellt ab dem 7. Juli 15 Städte des oberschlesischen Industriereviers und des benachbarten Dombrowaer Beckens vor, die nach dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 in dem neu gebildeten Regierungsbezirk Kattowitz zusammengeschlossen wurden. Damit wurde eine Region zu einem Verwaltungsverbund vereinigt, die 1922 als Folge des Ersten Weltkriegs zwischen Deutschland und dem neuen polnischen Staat aufgeteilt worden war.

So waren die Städte Beuthen, Gleiwitz und Hindenburg nach dem Ersten Weltkrieg in der 1919 neu gegründeten, preußischen Provinz Oberschlesien beim Deutschen Reich verblieben. Die Übernahme der Macht und die Durchdringung der Gesellschaft durch die Nationalsozialisten erfolgten hier nach dem bekannten Muster von „Verführung und Gewalt” bereits seit 1933. Demgegenüber hatten Kattowitz, Königshütte, Pless, Tarnowitz und Rybnik seit der Teilung Oberschlesiens 1922 zur polnischen autonomen Woiwodschaft Schlesien gehört. Sie wurden dem Deutschen Reich 1939 wieder angeschlossen.

Gleiches galt für die Städte, die zu keiner Zeit Teil des Deutschen Reiches gewesen waren: Bielitz, Teschen, Chrzanów und Saybusch lagen bis 1918 im Habsburgerreich, Bendzin, Olkusz und Sosnowitz dagegen in Russisch-Polen. In diesen Städten begann mit dem deutschen Einmarsch eine von den rassenideologischen Vorstellungen der Nationalsozialisten bestimmte gewaltsame Germanisierungspolitik gegen die polnischen Bevölkerungsteile sowie die rücksichtslose Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung. Der von Deutschland begonnene Krieg endete 1945 mit einer vollständigen Niederlage. Daraus resultierte die massenhafte Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung.

Die Ausstellung basiert auf einer polnischen Fassung des Staatsarchivs Kattowitz. Zu den bevorstehenden Gedenkveranstaltungen an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren bietet sie einen neuen Beitrag aus lokaler und regionaler Perspektive.

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