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Postskriptum Diese Woche in unserer Stadt : So sorgt der Jugendrat für frischen Wind in der Politik

Postskriptum Diese Woche in unserer Stadt : So sorgt der Jugendrat für frischen Wind in der Politik

Das Lob kommt aus den Reihen der Politik: Man könne froh sein, dass die Stadt viele jungen Menschen hat, die sich politisch engagieren und Ideen einbringen.

Landauf, landab macht die Fridays for Future-Bewegung der Politik mächtig Dampf – in Ratingen ist das bereits seit vielen Jahren an der Tagesordnung. Der Jugendrat ist aus der Lokalpolitik nicht mehr wegzudenken. Er sorgt für frischen Wind und frische Ideen, er entstaubt die Politik.

Dank Unterstützung aus dem Jugendamt und eigener, höchst professioneller Öffentlichkeitsarbeit wurden Projekte zeitnah umgesetzt. Alle zwei Jahre wird gewählt, dann ist für die meisten Jugendratsmitglieder Schluss. Jetzt startet das neue Gremium mit seiner Arbeit und hat sich bereits während eines Seminarwochenendes auf die wichtigsten Dinge vorbereitet.

Längst profitieren auch Senioren vom Engagement der Jugendlichen: Auch sie freuen sich beispielsweise über die neue Beleuchtung im Ostpark, der lange als Angstraum galt – ein recht schneller Erfolg für den Antrag des Jugendrates. Auch die Bemühungen um einen Ausbau der Schulsozialarbeit, die zuletzt eingeschlafen war, haben bereits Früchte getragen.

Zu einem Erfolgsmodell hat sich das Smart-Café entwickelt: Mitglieder des Jugendrates erklären begeisterten Senioren Smartphones und Tablets. Derweil gingen die Planungen für den Dirtbike-Parcours am Fernholz in Hösel dem Ende entgegen. Gemeinsam mit einem Architekten wurde ein Modell aus Knete entwickelt. Mit Hacke und Schaufel werden die Dirtbiker ihren Parcours selbst in Schuss halten.

Dicke Bretter bohren heißt es dagegen bei den Forderungen des Jugendrates zur Verbesserung des ÖPNV besonders in den Abend- und Nachtstunden. Die jetzige Disco-Linie 1 lässt zum Beispiel Homberg komplett aus. Drei neue Disco-Linien bräuchte man für Ratingen. Damit könnte man „tiefer in die Stadtteile“ fahren und auch den Fernbahnhof anbinden. Auch das käme allen zugute, zumal die ÖPNV-Anbindung der Stadtteile teilweise schon ab 22 Uhr zu wünschen übrig lässt.

Wer sich auf der Facebook-Seite des Gremiums, bei Instagram und auf dem eigenen Youtube-Kanal informiert, staunt über die gekonnte Öffentlichkeitsarbeit. Mit einem professionell gedrehten Video wurde beispielsweise Werbung fürs Ferien-Kicken gemacht. Mit einem Clip über die Arbeit des Jugendrates geht es auch gemeinsam mit Michael Hansmeier vom Jugendamt, Geschäftsführer des Jugendrats, auf Werbetour durch die Schulen.

Dabei erfahren die Schüler dann auch, dass es neben der traditionellen Altweiberparty noch viele andere Dinge gibt, die Jugendliche in Ratingen bewegen können. Das ist einfach gut! Und die Politik lobt den Jugendrat: Schön, dass wir dieses Gremium und diese engagierten Jugendlichen haben.

norbert.kleeberg@rheinische-post.de