Check vor Ort So sehen Senioren die neuen Ratingen Wallhöfe

Ratingen · Die SPD-Senioren haben sich das neue Einkaufszentrum näher angeschaut. Leider muss man, vom Busbahnhof kommend, eine hohe breite Treppe überwinden. Wir haben die Details.

 Die Dauerbaustelle an den Wallhöfen ist ein großer Kritikpunkt, so die SPD-Senioren.

Die Dauerbaustelle an den Wallhöfen ist ein großer Kritikpunkt, so die SPD-Senioren.

Foto: Achim Blazy (abz)

Die neuen Wallhöfe sind mittlerweile etabliert und haben die Startphase sozusagen verlassen. Dennoch läuft längst noch nicht alles rund. Es hat sich in Ratingen auf jeden Fall herumgesprochen, dass es dort eine neue, zentrumsnahe Einkaufsmöglichkeit gibt. Dies nahmen die Senioren der SPD zum Anlass, sich die Örtlichkeiten genauer anzugucken, dabei kamen sie auch mit Besuchern und Passanten ins Gespräch. Dass sich dort zwei namhafte Lebensmittelhändler niedergelassen haben, ergänzt durch einen Non-Food-Discounter und einen Laden für Tierbedarf, wird allgemein begrüßt.

Auch die Erreichbarkeit mit dem Bus oder dem Auto wird positiv hervorgehoben. Leider muss man, vom Busbahnhof kommend, eine hohe breite Treppe überwinden. Der Außenaufzug ist nur Rollstuhlfahrern mit besonderem Schlüssel vorbehalten. Für Menschen mit Rollatoren ist dieser also keine Option.

Sie müssen, um den einzigen barrierefreien oberirdischen Zugang zu erreichen, ganz um die Gebäude herumlaufen. Dort stehen sie vor schweren rostroten Türen, für deren Öffnung man als älterer Mensch schon einige Kraft aufwenden muss. Hier sind Automatiktüren dringend erwünscht.

Wer mit dem Auto kommt, kann über die Aufzüge oder die Rollbahn/-treppe zu den Geschäften fahren. Nur seien diese immer wieder mal von technischen Störungen betroffen. Die Tiefgarage selbst ist sehr geräumig und bietet breite Stellplätze mit viel Bewegungsraum selbst für Rollatoren. Auch zu Hauptgeschäftszeiten finden sich dort viele freie Parkplätze. Für Radfahrer befinden sich längs der Wallstraße ausreichend Fahrradbügel, um die Drahtesel sicher abzustellen. Gewünscht werden aber auch Fahrradbügel an der Seite zum Düsseldorfer Platz, damit man nicht um die Gebäude herumfahren muss.

Viele Besucher warten darauf, dass die vier immer noch leer stehenden Ladengeschäfte bald vermietet werden und, dass ein Lokal mit Außengastronomie dabei sein wird, was die Aufenthaltsqualität verbessern würde, denn einladend sind die Durchgänge zurzeit noch nicht.

Der Durchgang vom Düsseldorfer Platz her wird als zugig empfunden. Auch ein Textilgeschäft, eine Boutique und ein Geschäft mit schönen Wohnaccessoires stehen auf der Wunschliste der Ratinger Senioren, während Friseur, Nagelstudio, Telefonladen oder Billigshop nicht für erforderlich gehalten werden.

Ein paar Bänke zum Verweilen wären nicht nur für die ältere Generation sinnvoll. Freies WLAN, ein paar Blumenkübel und Ambientebeleuchtung fürs Auge, würden den Bereich schon jetzt aufwerten. Die Ideen dazu waren zahlreich, angefangen von einem zentralen Treffpunkt für Bürger, einer Markthalle oder nachhaltigen Angeboten des lokalen Reparaturhandwerks. Damit könnten die Wallhöfe zusätzlich mit sozialer Qualität punkten in einer Welt, in der das Wohnen und das Leben mehr zusammenrücken sollten.

Die vielen Treppen wirken nicht gerade einladend, zumal sie zum Teil verschmutzt sind, genauso wie die Handläufe. Auf der Düsseldorfer Straße und der Wallstraße stören die Baustellenabsicherungen, an denen sich seit Monaten nichts tut. Sie wirken eher abweisend in dem Bereich der Kreuzung, der bestens geeignet wäre, dort ein attraktives Entree zu gestalten. Im großzügigen Innenbereich wurden die vielen nackten weißen Wände beklagt und die ungenutzten Freiflächen, die man freundlicher gestalten könnte. Auch fehlt jeglicher Hinweis auf die Toiletten, die gerade für Senioren wichtig sind.

Tenor der Gespräche der SPD-Senioren mit den Ratinger Bürgern und der eigenen Anschauung war, dass die Wallhöfe ein kleines innerstädtisches Einkaufszentrum mit Potenzial sind, das darauf wartet, gehoben zu werden. Wenn damit auch Kundschaft aus dem Umland angezogen werden soll, müssen das Umfeld und die Aufenthaltsqualität attraktiver werden, dann werden sich hoffentlich auch Mieter für die Leerstände finden, so das Fazit.

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