So sahen Schützenfeste in Lintorf früher aus

Ratinger Geschichten : So sahen Schützenfeste früher aus

Anlässlich des aktuellen Festes haben die Heimatfreunde Lintorf in die Fotokiste gegriffen.

Der Schützenzug durch die geschmückten Lintorfer Straßen ist für die Lintorfer St. Sebastianus Bruderschaft, gegründet im Jahr 1464, stets etwas Besonderes. Am Sonntag um 15.30 Uhr startet nun wieder der Festzug mit Parade an der Krummenweger Straße und zieht von dort unter anderem über die Speestraße zum Schützenplatz am Thunesweg.

Schon 1924 zog der Schützenzug über die damals noch ländliche Speestraße. Vorne weg Oberst Fritz Füsgen mit den Adjutanten Fritz Mentzen und Andreas Molitor. Foto: RP/Heimatfreunde Lintorf

Die Speestraße im Herzen Lintorfs gehörte auch in früheren Zeiten zum Zugweg der Schützen. Das lässt sich anhand alter Fotos erkennen, die die Lintorfer Heimatfreunde anlässlich des Schützenfestes auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht haben.

Dieses Foto einer aufwändig geschmückten Kinder-Kutsche entstand bei einem Schützenfest zwischen 1952 und 1955. Foto: RP/Heimtfreunde Lintorf

In der Nachriegszeit des Zweiten Weltkrieges lebte die Schützenbruderschaft langsam wieder auf. Initiator war Emil Harte, Leiter der Katholischen Schule. Er wurde von Freunden und dem Pfarrer der Gemeinde, Dechant Wilhelm Veiders, in seinen Bemühungen kräftig unterstützt. Dem Aufruf zur Feier des ersten Titularfestes am 20. Januar 1948 waren etwa 30 Männer gefolgt, unter ihnen der letzte Vorsitzende August Breuer und der letzte am Ort lebende König Fritz Zündorf. Er trug an diesem Tage die Königskette. Auf der dem Gottesdienst folgenden Gründungsversammlung waren 15 ehemalige Mitglieder vertreten, 13 neue ließen sich aufnehmen. So ist es in der Geschichte der Lintorfer Bruderschaft nachzulesen.

Land unter auf der Kirmes. Im August 1954war der Dickelsbach nach heftigen Regenfällen über die Ufer gertreten. Foto: RP/Heimtfreunde Lintorf

In den 50er Jahren folgte dann der weitere Aufschwung. Zahlreiche neue Formationen gründeten sich. Und im Schützenzug zeigte so mancher, was er hatte, nämlich ein schickes Auto. Während in den Jahren zuvor und auch heute Kutschen und Pferde bewundert werden, waren es in den 1950er Jahren Automobile mit offenem Verdeck, die den Blick der Zuschauer am Straßenrand auf sich zogen.

Kein Schützenzug ohne Tambourcorps. Zu diesem Foto gibt es bisher keine Jahresangabe. Foto: RP/Heimtfreunde Lintorf

Richtiges Pech hatten die Schützen übrigens im August des Jahres 1954. Nach heftigen Regenfällen war der Dickelsbach mal wieder über seine Ufer getreten. Und zwar so stark, dass die damals stattfindende Kirmes im wahrsten Sinn des Wortes „absoff“. Die Karussells standen regelrecht im Wasser und konnten nicht fahren. Wer sich nur in die Nähe wagen wollte, musste die Hosenbeine weit hochkrempeln, denn die Dickelsbach-Fluten reichten bis zu den Knien.

Wieder die Speestraße, diesmal mit Herold an der Spitze. Foto: RP/Heimtfreunde Lintorf
Ganz schöner Andrag am Schießstand: links steht Werner Rieder, der Schütze ist Hubert Fettweis. Foto: RP/Trudi Rüdttgens

Solche Wetteraussichten sind für die kommenden Tage nicht zu erwarten, auch wenn das Wochenende wechselhaft werden soll.  Das dürfte die Lintorfer Senioren aber nicht schrecken, die am heutigen Samstag ab 15 Uhr zum Kaffeetrinken ins Festzelt eingeladen sind. Und auch beim Disco-Abend ab 22 Uhr wird im schützenden Zelt gefeiert. Lediglich beim Festzug am Sonntag könnte ein Regenguss stören. Die Regenwahrscheinlichkeit am Nachmittag liegt bei 30 Prozent.

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