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Ratingen: So macht Angeln Spaß

Ratingen : So macht Angeln Spaß

montags-Interview: Emil Höhn (69) ist leidenschaftlicher Angler und neuer erster Vorsitzender der Angelfreunde Ratingen. Er liebt seinen Traditionsverein, in dem neue Mitglieder gern gesehen sind.

Sie sind erster Vorsitzender bei den Ratinger Angelfreunden. Man kann annehmen, dass der Angelsport viel Raum in Ihrem Leben einnimmt.

Höhn Das ist richtig. Meine Verbundenheit zur Natur brachte mich schon früh zum Angeln. Angefangen hat es in Frankreich, wo in den klaren Gebirgsbächen die Regenbogenforellen zu Hause sind. Als ich 1980 nach Ratingen kam, fuhr ich oft zur Nordsee, um dort Makrelen zu angeln; und auch zur Ostsee, wo ich Dorsch, Scholle aber auch Heringe fing. 1992 bin ich dann den Ratinger Angelfreunden beigetreten. Ich übernahm schon kurz darauf – nach dem Tod des damaligen Vorsitzenden – vorübergehend das Amt des ersten Vorsitzenden, habe mich danach aber nicht weiter zur Wahl aufstellen lassen. Mit 63 ging ich dann in Rente und hatte mehr Zeit für meine Hobbies. So entstand wieder enger Kontakt zum Angelverein und zu den Vereinsmitgliedern. Bei der letzten Jahreshauptversammlung am 24. Februar wurde ich dann einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt. Aus Liebe zum Verein entschied ich mich, den Vorsitz für die nächsten zwei Jahre zu übernehmen.

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Was können Sie uns über die Angelfreunde Ratingen erzählen?

Höhn Unseren Verein gibt es schon seit 1957. Wir sind ein Zusammenschluss von Anglern, der es sich zum Ziel gesetzt hat, das waidgerechte Angeln zu verbreiten und zu verbessern. Dabei liegen uns vor allem die Hege und Pflege des Fischbestandes in den Vereinsgewässern und der Artenschutz am Herzen. Außerdem dient der Verein der Erhaltung der Gewässer und des Landschaftsbildes. Wir beraten unsere Mitglieder in Sachen Angelfischerei, Natur- und Tierschutz und führen dazu auch Informationsveranstaltungen durch.

Aber dabei kommt das Angeln sicher nicht zu kurz.

Höhn Geangelt wird das ganze Jahr über, immer unter Berücksichtigung der Schonzeiten der verschiedenen Fischarten. Es gibt aber auch gemeinsame Veranstaltungen. Nach Beendigung der Schonzeiten kommt im Frühjahr das Anangeln. Über die Angelplätze wird per Los entschieden. Dazu kommen später das Pokalfischen, Nachtangeln, Raubfischangeln und nach der Saison kommt zum Abschluss das Abangeln. Die Fänge werden nach Art und Größe bewertet. Dann gibt es noch das Casting, eine reine Trockenübung, bei der die Geschicklichkeit unter Beweis gestellt wird. Über die Summe der erreichten Punkte aller Veranstaltungen wird der Jahresangelkönig ermittelt. Nach dem Angeln ist es bei uns Brauch, den Tag im gemütlichen Beisammensein ausklingen zu lassen.

Wo und vor allem was wird geangelt?

Höhn Am Anfang wurde gemeinsam an der Ruhr geangelt. 1960 konnte der Broichhof-See angepachtet werden. Seit 1967 haben wir außerdem einen Pachtvertrag für den Gratenpoeter See (6,5 ha) und 1997 schlossen wir zusätzlich einen 12-Jahresvertrag über den Silbersee (28,5 ha) ab. Es werden Rotaugen, Barsche, Brachse, Hechte, Aale, Karpfen Schleie und noch einige mehr gefangen.

Wie viele Mitglieder hat der Verein?

Höhn Derzeit zählen wir 61 erwachsene und 14 jugendliche Mitglieder. Das Alter ist sehr gemischt. Bei den Erwachsenen geht es bei 18 Jahren los und endet bei unserem ältesten Mitglied mit stolzen 83. Vertreten sind bei uns außerdem sämtliche Berufsgruppen. Die Vereinsjugend ist zwischen zehn und 18 Jahren alt. Zu unseren Highlights zählt das jährliche stattfindende Sommerfest am Gratenpoeter See, dieses Jahr am Samstag, 18. August. Hierzu sind auch Gäste herzlich willkommen.

Wie kann man mitmachen?

Höhn Wir nehmen nach wie vor Mitglieder auf. Jugendliche können ab einem Mindestalter von zehn Jahren bei uns einsteigen. Voraussetzung bei Erwachsenen ist allerdings der Besitz eines gültigen Fischereischeins. Jeden Sonntag findet von 11.30 bis 13 Uhr an der Vereinshütte am Gratepoeter See ein Frühschoppen statt. Dort können die ersten Kontakte geknüpft werden. Außerdem erreicht man uns über unsere Internetseite und per Email.

Tim Borghoff stellte die Fragen.

(RP)