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Ratingen: So lässt es sich mit der Hitze leben

Ratingen : So lässt es sich mit der Hitze leben

Experten wissen, wie Zwei- und Vierbeiner bei hochsommerlichen Temperaturen gut über die Runden kommen.

Mettmann Auch wenn bislang noch keine akuten Kreislaufkollapsfälle im Evangelischen Krankenhaus Mettmann (EVK) aufgenommen worden sind, appelliert Wolfgang Schulz, Chefarzt der Inneren Abteilung, besonders an ältere Menschen, viel zu trinken. Senioren haben oft Austrocknungssymptome. "Sie haben im Alter nicht mehr das normale Durstgefühl. Sie trinken zu wenig, werden schläfrig. Die Zunge ist trocken, die Hautfalten ledern", sagt Schulz. Der Mediziner warnt vor zu langen Aufenthalten in der prallen Sonne. "Das kann zu einer Irritation der Hirnhaut und des Hirngewebes und zu einer Entzündungsreaktion führen, die in schweren Fällen in ein Hirnödem übergehen kann."

 Barbara Schorzmann hat ihren Töchtern Joana (l.) und Leonie nach der Schule erst einmal ein leckeres Eis spendiert.
Barbara Schorzmann hat ihren Töchtern Joana (l.) und Leonie nach der Schule erst einmal ein leckeres Eis spendiert. Foto: Janicki, Dietrich (jd-)

Schulz empfiehlt: Nicht zu lange in der Sonne aufhalten, eine Kopfbedeckung und leichte Kleidung tragen, bis zu vier Liter Flüssigkeit trinken — auch wenn kein Durstgefühl vorhanden ist. Schwimmen, so der Mediziner, kühlt ab. Allerdings sollte man nicht mit vollem Magen ins Wasser springen. Sport in der Halle sei in Ordnung. Laufen oder Radfahren möglichst in den Abendstunden und dann nur mit leichter oder mittlerer Belastung. Außerdem solle man sich leicht ernähren. "Viele Salate und eben mediterrane Kost." Kaltschalen aus Obst und Früchtetees seien ebenfalls zu empfehlen. Alkohol, so Schulz, sollte man in diesen heißen Tagen gänzlich meiden.

 Abkühlung mit Hilfe des Rasensprengers sucht – und findet – der vierjährige Felipe. Wirkt garantiert.
Abkühlung mit Hilfe des Rasensprengers sucht – und findet – der vierjährige Felipe. Wirkt garantiert. Foto: olaf staschik

Auch Vierbeiner haben mit der Hitze zu kämpfen. Ansgar Waldmann, Tierarzt an der Tierklinik Neandertal, rät, mit Hunden möglichst morgens oder abends spazieren zu gehen und die pralle Sonne zu meiden. Die Tiere sollten nicht im Auto gelassen werden und immer viel zu trinken haben. Hunde sollten drinnen bleiben, was sie von sich aus eigentlich auch täten.

 Ältere Menschen sollten sich schonen und viel trinken.
Ältere Menschen sollten sich schonen und viel trinken. Foto: Janicki, Dietrich (jd-)

Wer dem Tier draußen Abkühlung verschaffen wolle, könne den Gartenschlauch oder auch den Eimer Wasser einsetzen. Ein nasses Handtuch, das früher übergelegt wurde, staue die Hitze noch mehr. Wenn Tiere Trinkwasser verschmähten, helfe ein kleiner Trick: Das Trockenfutter könne mit Wasser versetzt werden, dem ein Schuss Gemüsebrühe hinzugefügt werden. "Dann schmeckt es nach etwas", erklärt Waldmann. Bei Katzen verwende man etwas Milch.

(RP/rl)