Ratingen: Sie behalten den Zug im Auge

Ratingen: Sie behalten den Zug im Auge

Gestern sorgten Ratinger Hilfsorganisationen für einen sicheren Umzug. Ihre Leitstellen waren in der Musikschule.

Der Rosenmontag begann für die Ehrenamtlichen von DRK, Johannitern, Technischem Hilfswerk (THW) und Maltesern um Punkt 6.15 Uhr. In der Turnhalle an der Poststraße hatten Theo Büter und Heiko Breidenbach bereits das Büffet aufgebaut: Rund 100 Einsatzkräfte stärkten sich für den sonnigen Rosenmontag. Es gab 140 Rührei-Portionen und mittags literweise Gulaschsuppe. Beide sind rund 50 Jahren beim DRK, der eine ist Rentner, der andere hat sich freigenommen. "Das ist wie eine Familie", berichten sie stolz. Zwei Kolleginnen betreuen in der Halle die Kindersammelstelle: In den vergangenen Jahren sei aber noch kein Kind in Ratingen abhandengekommen.

Sie sorgten dafür, dass die Ratinger sicher feiern konnten: Vertreter der Hilfsorganisationen und Behörden tagten in der Musikschule. Einsatzleiter war Mirco Nevermann (stehend). Foto: Joachim Preuss

Nebenan, in der Musikschule, haben sich die Einsatzleiter versammelt: In der zweiten Etage tagt das Notfallmanagement. Mit dabei neben Veranstalter und Hilfsorganisationen auch Polizei und Stadt. André Dietze, kommissarischer Ordnungsamtsleiter, und Joachim Herbrand von der Feuerwehr konnten beruhigt aus dem Fenster schauen: Keine Vorkommnisse, bei denen sie hätten koordinieren müssen.

Theo Büter ((links) und Heiko Breidenbach versorgten ab 6.15 Uhr ihre Kameraden mit Büffet, Rührei, Gulaschsuppe und Unmengen heißem Kaffee. Foto: Joachim Preuß

Das 40-seitige Sicherheitskonzept hat alle Eventualitäten berücksichtigt: Wenn es auf der Zugstrecke zum Beispiel irgendwo brennt, geben sie das Kommando zur Zugunterbrechung.

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Eine Etage drunter quäken die Funkgeräte: Einsatzleiter Mirco Nevermann vom DRK behält mit seinen Kollegen der anderen Hilfsdienste und von Polizei und Feuerwehr den Zugweg im Auge. Der Standort des Lindwurms wird auf die Stirnwand geworfen, rechts die Standorte der Fahrzeuge und Kollegen, links die Anzeige der Einsatzbereitschaft der Krankenwagen: Meistens waren sie grün.

"In Ratingen haben nicht die Probleme anderer Städte, wo der Umzug später anfängt", sagt Nevermann. Übersetzt heißt das: So früh am Morgen wird noch nicht so viel Alkohol konsumiert, das hält die Arbeit der Ehrenamtler in Grenzen. Während sich das THW um die Sperren kümmerte, waren die Kollegen direkt am Zugrand im Einsatz.

Um 15 Uhr war für sie in Ratingen Schluss. Danach halfen einige noch bei den jecken Umzügen in den Nachbarstädten.

(RP)