Serie Unternehmensnachfolge

Langenfeld : Junge Chefs am Ladehebel

Stefan und Tobias Sporrenberg wählten die Neugründung, um die Geschäfte einer Firma zu übernehmen.

Stefan und Tobias Sporrenberg wirken auf den ersten Blick überhaupt nicht wie klassische Unternehmer. Statt Hemd und Jacket tragen sie T-Shirt, Arbeitshose und Sicherheitsschuhe. Sie residieren auch nicht am gläsernen Schreibtisch und verstecken sich hinter PC-Monitoren. Eher spartanisch eingerichtet empfangen sie ihre Kundschaft am Holztresen, für Besprechungen geht es eine kleine, ebenfalls hölzerne Treppe rauf auf die terrassenähnliche Empore, von der aus sich der Blick in die Gerätehalle offenbart.

Die beiden Jungunternehmer, 29 und 31 Jahre alt, haben zu Jahresbeginn den Baustoffhandel von Willi Schäfer übernommen. Dazu gründeten sie eine eigene GmbH und lernten dadurch schnell die Tücken des Unternehmerseins und vor allem des Kreditgeschäfts in Deutschland kennen. „Da werden einem schon eine Menge Steine in den Weg gelegt“, sagt Tobias Sporrenberg. „Aber wir sind mit unserer Entscheidung glücklich und davon überzeugt, dass es richtig war. Möglicherweise hätten wir den Übernahmeprozess optimaler gestalten können, aber das ist jetzt nicht mehr rückgängig zu machen.“ Obwohl sie ein florierendes Unternehmen übernehmen konnten, werden und wurden sie „technisch“ als Neugründer behandelt, was manch einen Vorgang durchaus in die Länge ziehen kann.

Willi Schäfer hatte schon einige Zeit nach einem Nachfolger für seinen Baustoffhandel gesucht. Der Vater der Brüder Sporrenberg war mit seinem Bauunternehmen aus Leichlingen Kunde bei ihm und darüber bekam vor allem Stefan, gelernter Straßenbaumeister und im elterlichen Unternehmen tätig, von den Verkaufsplänen Kenntnis. Als dann Bruder Tobias, Forstwirt in Solingen, für sich Veränderungsbedarf sah, setzte man sich mit dem Gedanken konkreter auseinander. „Die Übernahme des Unternehmens unseres Vaters, der in diesem Jahr in den Ruhestand gehen will, war zwar auch immer eine Option. Aber hier bot sich plötzlich eine Gelegenheit, die wir nicht verpassen wollten.“ Etwa eineinhalb Jahre nach den ersten Übernahmegesprächen war alles geregelt und die Sporrenbergs können sich seit Jahresbeginn um ihre eigene Firma kümmern.

Kerngeschäft der „W. Schäfer Baustoffe Inh. Gebrüder Sporrenberg GmbH“ – den altgedienten und bei Kunden bekannten Namen wollte man nicht ablegen – ist der Handel mit Schüttgütern, die mit drei LKW und Fahrern sowohl bei Lieferanten abgeholt, gelagert und bei Kunden angeliefert werden. „Durch die Zwischenlagerung können wir auch kleinere Mengen an unsere Kunden liefern und abholen lassen“, sagt Stefan Sporrenberg, der genau wie sein Bruder den Radlader mit integrierter Waage auf dem Hof selbst bedient. Auch das Verwaltungsgeschäft teilen sich die beiden. Mit der Gründung neu hinzugenommen haben sie eine Betontankstelle, die es so in Langenfeld und näherer Umgebung bisher nicht gab. Die Rohstoffe werden zu fertigem Beton zusammengerührt und können direkt vom Kunden abgeholt werden. „Damit haben wir uns neue Kundenkreise wie zum Beispiel Garten- und Landschaftsbauer erschlossen.“

Bisherige Hauptkunden waren im Hoch- und Tiefbau, insbesondere in der Herstellung von Bodenbelägen, zu finden. Einzugsgebiet ist vor allem der Langenfelder Umkreis, es reicht aber auch bis in den Kölner und Düsseldorfer Raum sowie nach Wuppertal und ins Bergische Land.